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In Deutschland breitet sich ein noch relativ neues Einkaufskonzept rasant aus: Smart Stores – kleine, personalfreie Supermärkte, die an sieben Tagen die Woche rund um die Uhr geöffnet sind. Nach Angaben der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) gibt es mittlerweile bundesweit mehr als 700 dieser Läden, Tendenz stark steigend. „Aktuell erleben wir nahezu täglich eine Neueröffnung“, berichtet Stephan Rüschen von der DHBW.
Die Funktionsweise ist simpel: Zugang erhält der Kunde in der Regel per Registrierung, bezahlt wird bargeldlos. Personal ist nicht vor Ort – lediglich für Warenbestückung, Reinigung und Wartung kommen Mitarbeitende in unregelmäßigen Abständen vorbei. Besonders in Bayern und Baden-Württemberg ist das Konzept verbreitet, dort existieren jeweils etwa 180 Standorte. In Mitteldeutschland steckt der Trend noch in den Anfängen: Sachsen zählt 13, Sachsen-Anhalt zehn und Thüringen neun solcher Läden.
Laut einer DHBW-Befragung schätzen über 80 Prozent der Nutzer die Bequemlichkeit – vor allem die Möglichkeit, auch sonntags einzukaufen. Dieser Wochentag ist für viele Betreiber wirtschaftlich entscheidend, da er teils rund 30 Prozent des Umsatzes ausmacht.
Der Handelsverband Deutschland (HDE) sieht in den digitalen Minimärkten eine zukunftsfähige Antwort auf Personalmangel und steigende Kosten. Kritiker wie die „Allianz für den freien Sonntag“, ein Zusammenschluss aus kirchlichen Organisationen und der Gewerkschaft Verdi, warnen hingegen vor Wettbewerbsverzerrung und einer schleichenden Verdrängung mittelständischer Händler.
Politisch sorgt das Modell ebenfalls für Bewegung: Sachsen-Anhalt hat bereits ein Gesetz verabschiedet, das Sonntagsöffnungen erlaubt, solange kein Personal eingesetzt wird. Sachsen prüft eine ähnliche Regelung, Thüringen plant Gesetzesänderungen, um die bisher nötigen Ausnahmegenehmigungen zu ersetzen.
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