Geschäftsziele erreicht: Meyer Bergman trennt sich von Berliner Warenhaus

SIGNA hat das Karstadt-Kaufhaus am Berliner Hermannplatz erworben. Foto: Karstadt

Das geschichtsträchtige Karstadt-Kaufhaus am Berliner Hermannplatz, eines der größten Innenstadt-Warenhäuser bundesweit, hat den Besitzer gewechselt. Ein vom Londoner Investor Meyer Bergman beratener Fonds veräußerte das Objekt jetzt an SIGNA Retail.

Meyer Bergmans European Retail Partners II (MBERP II) hatte das 90.000 Quadratmeter große Gebäude gegen Ende 2013 erworben. Neben dem Kaufhaus umfasst die Immobilie ein Parkhaus mit 680 Plätzen sowie Wohn- und Büroflächen. Mittlerweile sind die Karten neu gemischt – Hintergrund der Transaktion.

 

Karstadt läuft wesentlich besser

„Die Situation dieser Immobilie hat sich seit dem Kauf vor drei Jahren grundlegend verändert“, erläutert Markus Meijer, Meyer Bergmans Chief Executive Officer. „Karstadt läuft jetzt unter dem neuen Management wesentlich besser, und die Nachfrage durch Mieter und Investoren nach erstklassigen Vermögenswerten in Berlin ist beträchtlich. Wir konnten unsere Geschäftsziele für das Gebäude viel früher erreichen als erwartet und für unsere Investoren ausgezeichnete Renditen erzielen.“

Früher europaweit ein Prestigeobjekt

Von 1927 bis 1929 erbaut, galt das neungeschossige, 32 Meter hohe Warenhaus seinerzeit als eines der modernsten in Europa. Furore machten speziell zwei Türme, die noch einmal 24 Meter höher in den Himmel ragten und mit blauen Lichtsäulen markiert waren. Ein riesiger Dachgarten, 24 Rolltreppen und der europaweit erste unterirdische Zugang, vom U-Bahnhof aus, erregten damals Aufsehen. Bei Straßenkämpfen gegen Kriegsende 1945 wurde das Warenhaus zerstört. An derselben Stelle entstand das 1951 eröffnete neue Kaufhaus.

Lage in belebter Gegend

An den Hermannplatz grenzen die Stadtteile Neukölln und Kreuzberg, traditioneller Anziehungspunkt für Zuwanderer, die dort von günstigem Wohnraum profitieren. Das Areal ist über den ÖPNV hervorragend an den Rest der Stadt angebunden.

 

Der Verkauf von Karstadt Hermannplatz ist bislang der fünfte Verkauf des Fonds MBERP II. Unter den übrigen 15 Vermögenswerten sind ein weiteres Karstadt-Kaufhaus im Berliner Stadtteil Charlottenburg, das Bradford-Broadway-Einkaufszentrum in Nordengland, eine Einzelhandelsimmobilie auf der Bond Street in London sowie zwei umfangreiche Entwicklungen in den Londoner Stadtteilen Bayswater und Southwark, die beide in diesem Jahr die Plangenehmigung erhielten. Als Berater beim Verkauf von Karstadt am Hermannplatz waren JLL, Simmons & Simmons sowie PWC tätig.

Erstellt von smue