Lutz Rupprecht, CEO Deutschland der HBS Global Properties, zur Kaufhof-Strategie und den Zukunftsplänen auf dem deutschen Markt.

Lutz Rupprecht, Geschäftsführer der HBS Global Properties Germany.

Warenhäuser haben nach wie vor ihren Stellenwert, stehen aber auch vor Herausforderungen, sagt Lutz Rupprecht, CEO Deutschland der HBS Global Properties. Im Vorjahr hatte das Immobilien-Joint-Venture des kanadischen Kaufhauskonzerns Hudson’s Bay Company (HBC) und der Simon Property Group Inc. die 41 Häuser der Kette Galeria Kaufhof erworben. Welche Strategien jetzt angedacht sind, verriet Lutz Rupprecht im Interview mit HIH.

Herr Rupprecht, mit der Übernahme von Galeria Kaufhof ist die Hudson‘s Bay Company in den deutschen Markt eingestiegen. Sie selbst sind Geschäftsführer der HBS Global Properties Germany GmbH. Worin bestehen Ihre vordringlichen Aufgaben?

Lutz Rupprecht: Wir konzentrieren uns im Wesentlichen auf zwei große Aufgabenfelder: zum einen die Betreuung des vorhandenen Immobilienbestands der 41 bei uns im Eigentum befindlichen Warenhäuser und der im Rahmen der Transaktionen mit der Metro erworbenen 18 Standorte. Hierbei geht es im Wesentlichen um das Heben des in den Standorten vorhandenen Potenzials.

Das zweite große Aufgabenfeld ist die Erweiterung unseres Portfolios. Wir wollen in den nächsten Jahren den Bestand deutlich ausbauen.

Wie beurteilen Sie den Retail-Immobilien-Markt Deutschland?

Lutz Rupprecht: Deutschland ist weltweit nach wie vor einer der sichersten und interessantesten Investitionsstandorte für Einzelhandelsimmobilien, sodass die Nachfrage nach entsprechenden Immobilienprodukten ungebrochen hoch ist. Der Einstieg in einen der größten und stabilsten europäischen Handelsmärkte ist für nationale und internationale Investoren vergleichsweise einfach und risikoarm. Garantiert wird dies durch die sehr polyzentrale Marktstruktur mit den sieben nahezu gleichwertigen Metropolen Berlin, Düsseldorf Frankfurt, Hamburg, München, Köln und Stuttgart an der Spitze und einer Vielzahl von regionalen Immobilienzentren.

Wo setzen Sie kurz-, mittel- und langfristig den Investitionshebel an?

Lutz Rupprecht: Neben der bereits genannten Ausweitung und Diversifizierung des Immobilienvermögen des Joint-Ventures durch gezielte Ankäufe können wir uns auch vorstellen, die im Eigentum stehenden Standorte im Zuge von Projektentwicklungen weiter zu attraktivieren.

Wie schätzen Sie die aktuelle Bedeutung von Warenhäusern auf dem deutschen Shopping-Markt ein?

Lutz Rupprecht: Unsere Warenhäuser befinden sich in besten Lagen in den Haupteinkaufsstraßen oder bilden den Mittelpunkt von Stadtteilzentren und genießen somit eine hohe Aufmerksamkeit in der Bevölkerung. Besonders in Klein- und Mittelstädten haben sie weiterhin eine elementare Bedeutung für die Innenstädte mit entsprechend großer Magnetfunktion. Jedoch bringen gerade die Veränderungen der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen verbunden mit einem sich verändernden Wettbewerb- und Konsumumfeld enorme Herausforderungen mit sich. Liegt das gegenwärtige Alleinstellungsmerkmal der Warenhäuser noch auf der auf den Kunden zugeschnittenen Sortiments- und Markenvielfalt, wird sich dieses in Zukunft stärker in Richtung Erlebnis erweitern – von der Warenwelt zur Erlebniswelt.

Wie funktioniert aus Ihrer Sicht die Zusammenarbeit mit der Kaufhof-Geschäftsführung? Können Sie sich gegenseitig inspirieren?

Lutz Rupprecht: Wir tauschen uns sehr regelmäßig und intensiv auf allen Ebenen aus, was die Grundlage für gegenseitige Inspiration schafft.

Ist das Joint Venture von HBB mit weiteren internationalen Immobilieninvestoren nur der erste Schritt, um sich in einer so wichtigen Wirtschaftsnation wie Deutschland weiterzuentwickeln? Planen Sie, weitere Handelsimmobilien oder sogar -ketten  zu erwerben?

Lutz Rupprecht: Wir planen weitere größere Investitionen in Handelsimmobilien. Dabei werden wir uns nicht nur auf Warenhäuser beschränken, sondern sehen in Handelsimmobilien allgemein Potenzial bis hin zum Shopping Center. Auch vor größeren Portfoliotransaktionen scheuen wir uns nicht.

Erstellt von Susanne Müller