CEO Dr. Stephan Fanderl kündigt mehrere Neueröffnungen an

Mit einem Überschuss ging Karstadt aus dem abgelaufenen Geschäftsjahr heraus. Symbolfoto: Pixabay / geralt

Karstadt hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2016/17 erstmals seit zwölf Jahren einen Jahresüberschuss erzielt.

„Wir haben damit im dritten Jahr in Folge unser Versprechen erfüllt“, erklärt Karstadt-CEO Dr. Stephan Fanderl. „Im ersten Sanierungsjahr hatten wir ein Plus in der Ladenkasse, im zweiten ein Plus beim Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit und im abgelaufenen Geschäftsjahr einen positiven Jahresüberschuss.“

Das flächenbereinigte Filialportfolio verzeichnete im Geschäftsjahr ein leichtes Umsatzplus. Positiv auf die Flächenleistungen wirkte sich zudem die Vermietung an attraktive Partner wie dm, Aldi, Edeka oder Apollo Optik aus.

Partnerschaften ausbauen

Partnerschaften seien auch deshalb wichtig, um Karstadts Weg in Richtung eines vernetzten Marktplatzes schnell und konsequent weiterzugehen. „Im Moment sieht man im deutschen Einzelhandel einen Digitalisierungs-Wettlauf“, so Stephan Fanderl. „Dieses Rennen werden Unternehmen nicht überleben, die zu langsam und inkonsequent handeln. Wir sind hingegen entschlossen, Karstadt zu einem der stärksten, über alle Vertriebskanäle vernetzten Händler in Deutschland zu entwickeln. Wir werden bis 2019/20 den Anteil unseres Online-Umsatzes auf rund zehn Prozent steigern.“

 

Online-Plus zu Weihnachten

Fanderl weiter: „Als Warenhaus und mit unserer wiedererlangten wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit haben wir durch die Vielzahl unserer Sortimente, Partner und Kunden dazu beste Voraussetzungen. Während der Online-Handel inklusive Lebensmittel im Weihnachtsgeschäft um rund zehn Prozent zugenommen hat, stieg er bei Karstadt um 50 Prozent an.“

Karstadt hatte in den vergangenen Monaten eine Vielzahl von Maßnahmen ergriffen, um die Digitalisierung des Unternehmens erheblich zu beschleunigen. Dazu zählen nicht nur die Rekrutierung anerkannter Experten aller Managementlevel, sondern zum Beispiel auch die Arbeit mit einem Experience Store in Düsseldorf, in dem die Digitalisierung der Filialen erprobt wird, der Same-Day-Delivery mit großen Partnern in mehreren Städten, Services wie Click&Collect oder Click&Reserve in allen Filialen oder Amazon Lockern in inzwischen 15 Karstadt-Häusern.

Versand aus den Karstadt-Häusern

Die Wettbewerbssituation für die innerstädtischen Warenhäuser sei und bleibe extrem anspruchsvoll, so das Unternehmen. „Wir sehen bei allen Maßnahmen darauf, in welcher Geschwindigkeit sie sich bezahlt machen und ausrollbar sind.“ sagt Fanderl. „So haben wir beispielsweise gegenwärtig schon 30 Filialen, aus denen wir Ware versenden. Bis Jahresende werden es alle heute 79 Filialen sein. Das bedeutet, dass wir anders als andere Händler aus allen unseren Karstadt-Häusern versenden können und nicht nur aus einem Zentrallager heraus. Das macht uns sehr viel schneller. Und: Wir sind mitten in der Innenstadt.“

Und Fanderl resümiert: „Das alles zeigt: Wir haben Wachstumspotenzial online und vor allem Cross-Channel mit unseren Filialen. Es wird stationär nicht bei einer Neueröffnung bleiben. Wir haben ein Portfolio von interessanten Standorten, und es ist nicht die Frage, ob, sondern wann und an welchem davon ein neues Warenhaus entstehen wird.“