Wormland spült ein schönes Plus in die Kassen des Modekonzerns Ludwig Beck: „Maßnahmen greifen“

Ludwig Beck positioniert sich zurzeit erfolgreich in der Men's-Fashion-Welt. Foto: Ludwig Beck
Wormland X Franzmünchinger: Die aktuelle Trachten-Kampagne ist mit Topmodel Tony Ward umgesetzt.
Im Damen-Premiumbereich weist das Münchener Kaufhaus eine hohe Expertise auf. Foto: Ludwig Beck
Personal Shopping in der Lounge trägt zum Einkaufserlebnis bei. Foto: Ludwig Beck

Exakt 124 aus Wildbockleder handgefertigte Trachtenhosen hat das Label „Franzmünchinger“ produziert. Kaufen kann der Stenz von Welt die limitierten Stücke in ausgewählten Wormland-Filialen, dazu T-Shirts mit Motiven wie dem Münchener Kindl oder einen exklusiven Janker. Derartige fruchtbare Kooperationen zwischen dem Spezialisten für Men‘s Fashion, Wormland, und hippen Lifestyle-Marken bringen auch den neuen Eigentümer voran. Entgegen dem Branchentrend hat der Konzern Ludwig Beck im ersten Halbjahr 2016 ein beachtliches Plus in der Kasse.

Bekanntlich hat das Münchener Textil-Einzelhandelsunternehmen und „Kaufhaus der Sinne“ Ludwig Beck im Mai vorigen Jahres sämtliche Anteile an der Wormland-Unternehmensverwaltung GmbH übernommen. Über die Tochtergesellschaft Theo Wormland GmbH & Co. KG betreibt der Konzern 15 deutsche Textileinzelhandelsfilialen in Bestlagen sowie einen Onlineshop und erfreut sich im Herren-Segment seit jeher hoher Kompetenz.

 

Bruttoumsatz 79,5 Prozent

Dass die Übernahme der richtige Schritt war, zeigen jetzt die ersten Zahlen. Lag der Bruttoumsatz auf Konzernebene im ersten Halbjahr 2015 noch bei 56,8 Prozent, verweist Ludwig Beck aktuell auf stolze 79,5 Prozent. Auf das neue Segment Wormland entfiel ein Anteil von 35 Millionen Euro. Im Vorjahr waren es 11,6 Millionen Euro – dabei ist zu berücksichtigen, dass der Wormland-Umsatz im ersten Geschäftshalbjahr 2015 nur wenige Wochen mit einfloss.

Mit der positiven Entwicklung habe die Ludwig Beck AG in der ersten Jahreshälfte unter Beweis gestellt, dass die Maßnahmen zur Integration von Wormland greifen und das neue Segment einen wichtigen Schritt in Richtung Konsolidierung gemacht habe. Vorstandsmitglied Dieter Münch: „Wir werden Wormland mittelfristig zur alten Stärke und Wirtschaftlichkeit zurückführen.“ 

Im Herbst neue Wormland-Filiale

Der Nettorohertrag des Konzerns erreichte einen Wert von 31,2 Millionen Euro gegenüber 23,3 Millionen Euro im vorigen Jahr. Die Nettorohertragsmarge lag bei 46,7 Prozent – im Vorjahr waren es 48,9 Prozent. Dieser Rückgang sei neben der Umsatzentwicklung im fortgesetzten Abverkauf von Altware aus Wormland-Beständen sowie dem forcierten Abverkauf von Altware in der Filiale Theo Oberhausen begründet, die zum 30. Juni geschlossenen wurde. Für kommenden Herbst ist die Neueröffnung einer Wormland-Filiale in Nürnberg geplant. Zum Stichtag sind die Bestände von Wormland nun weitestgehend bereinigt, sodass das Unternehmen mit einer Verbesserung der Rohertragsmarge in der zweiten Jahreshälfte rechnet.

Ludwig Beck mit dem Stammhaus am Münchener Marienplatz erwirtschaftete mit 44,5 Millionen Euro ein leichtes Umsatzminus, verglichen mit den 45,6 Millionen Euro vom Vorjahr. Diese minimale Negativentwicklung führen die Betreiber auf die über lange Zeit problematischen Wetterverhältnisse zurück.

Onlinehandel entwickelt sich gut

Für das Gesamtjahr geht das Unternehmen derzeit von einem Warenumsatz auf Konzernebene zwischen 180 und 190 Millionen Euro sowie einem Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) zwischen acht und neun Millionen Euro aus. Auch der Onlinehandel auf www.ludwigbeck.de habe sich im abgelaufenen Halbjahr positiv entwickelt, teilte das Unternehmen mit. Gleichzeitig beobachte der Vorstand aufmerksam einen möglichen Wandel der politischen und gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Deutschland und Europa.

Erlebnis-Shoppen auf sieben Etagen

Das führende Kaufhaus Münchens hat eine lange Tradition. Vor mehr als 150 Jahren, im Mai 1861, gründete Ludwig Beck seine Knopfmacher- und Posamentier-Werkstätte und eröffnete parallel einen Laden. Heute offeriert das Modeunternehmen auf sieben Etagen internationale Fashion, Lederwaren und Accessoires, exklusive Kosmetik und Europas größte stationäre Auswahl an Klassik, Jazz, Weltmusik und Hörbüchern. Erlebnisorientiertes Einkaufen mit internationalen Kultlabels in spannenden Inszenierungen und Services wie Personal Shopping zeichnen das Haus aus. Durch den Erwerb von Wormland mit Sitz in Hannover hat sich die Ludwig Beck AG nun auch im Herrenmode-Segment erfolgreich positioniert.

 

Erstellt von Susanne Müller