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07. August 2025

Galeria am Alex: Eigentümer plant radikalen Wandel

ZWEI MODELLE: KLASSISCHES WARENHAUS HAT AUSGEDIENT
Mixed-Use mit der ZLB oder „Warenhaus der Zukunft“: Für die Galeria-Immobilie am Berliner Alexanderplatz kommen zwei Konzepte infrage.
Foto: AdobeStock / Glen

Das Warenhaus Galeria am Berliner Alexanderplatz steht vor einer grundlegenden Neuausrichtung. Die Eigentümergesellschaft Commerz Real AG hat erklärt, dass das Kaufhaus in seiner bisherigen Form keine Zukunft mehr habe.

Stattdessen sollen zwei alternative Konzepte den Standort neu beleben: ein Modell mit gemischter Nutzung gemeinsam mit der Zentral- und Landesbibliothek (ZLB) oder ein kompletter Umbau zu einem „Warenhaus der Zukunft“ mit neuen Einzelhandelskonzepten. Galeria selbst wäre in diesem Szenario allenfalls noch ein Teil des Ganzen.

Standort langfristig sichern

In einer Mitteilung an rbb|24 unterstrich Commerz Real den Wandel: Das klassische Warenhausmodell habe ausgedient. Ziel sei, den Standort langfristig zu sichern, dem Landeshaushalt keine zusätzlichen Belastungen aufzuerlegen und sowohl den Berlinerinnen und Berlinern als auch dem Einzelhandel eine tragfähige Perspektive zu bieten. Für die bestehenden Gebäude der ZLB erarbeitet Commerz Real gemeinsam mit mehreren Architekturbüros bereits ein Nachnutzungskonzept, das im Spätsommer dem Berliner Senat vorgelegt werden soll.

Erhebliche Baumängel

Bis vor Kurzem schien eine Einigung mit dem bisherigen Mieter Galeria möglich. Doch die Gespräche gerieten ins Stocken. Laut einem Bericht der Berliner Morgenpost fordert Commerz Real vier Millionen Euro als Ausgleich für erhebliche Baumängel, die durch ein TÜV-Gutachten festgestellt wurden. Diese Schäden seien weder vom Vorbesitzer noch von Galeria behoben worden. Commerz Real betont, man habe Galeria ein Sanierungsangebot unterbreitet, das auch eine Verrechnung mit der Miete vorsieht. Dennoch hält man eine vorübergehende Schließung des Gebäudes für unausweichlich. Berlins Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey hatte zuletzt eine klare Zukunftsperspektive für die rund 350 Beschäftigten von Galeria gefordert. Sie zeigte sich enttäuscht über den Stillstand in den Verhandlungen und machte deutlich, dass zusätzliche finanzielle Belastungen für Galeria derzeit nicht tragbar seien.

Massive Herausforderungen

In den Gesprächen spielt auch ein städtebaulicher Vertrag eine zentrale Rolle. Dieser sieht für das Grundstück ausdrücklich die Nutzung als Kaufhaus vor. Der Senat kann damit auf die künftige Nutzung Einfluss nehmen. Giffey betonte jedoch, dass ohne eine Einigung mit Galeria auch die Pläne für eine mögliche Ansiedlung der ZLB in dem Gebäude hinfällig würden. Ob sich das Land Berlin auf das Modell mit der ZLB einlassen wird, ist offen. Eine ähnliche Option war bereits für das ehemalige Galeries Lafayette an der Friedrichstraße im Gespräch gewesen, wurde jedoch wegen der hohen Kosten verworfen. Die angespannte Haushaltslage stellt auch für das Projekt am Alexanderplatz eine Herausforderung dar.

Zukunft noch ungewiss

Commerz Real will nun bis spätestens Anfang September ein vollständiges Konzept vorlegen. Ob das Land Berlin und Galeria bereit sind, diesen Weg mitzugehen, bleibt abzuwarten. Klar ist nur: Das Kapitel des klassischen Kaufhauses am Alexanderplatz neigt sich dem Ende zu. Was folgt, könnte das Gesicht des Platzes für Jahrzehnte prägen.

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