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Wer über den Hamburger Jungfernstieg flaniert, kommt am Alsterhaus kaum vorbei – oft führt der Weg direkt hinein. Das traditionsreiche Luxus-Kaufhaus an der Binnenalster hat nun neue Eigentümer. Aus der Insolvenzmasse des Signa-Imperiums übernehmen das Family Office der Schoeller Group und eine große deutsche Pensionskasse die Immobilie. Beide Partner haben dafür ein Joint Venture gebildet.
Die Schoeller Group ist eine familiengeführte Industrie- und Investmentgruppe in siebter Generation mit Sitz in München und Zürich. Zu ihr gehören Unternehmen aus Bereichen wie Verpackung und Logistik. Das Family Office fungiert als Investmentarm der Unternehmerfamilie und verwaltet deren Vermögen. Zum Kaufpreis der prominenten Immobilie wurden keine Angaben gemacht. Christoph Schoeller, Geschäftsführer der Schoeller Invest GmbH, betont jedoch die langfristige Perspektive des Investments. Ziel sei eine dauerhafte Bestandshaltung. Gleichzeitig werde geprüft, ob Sanierungen notwendig sind, um den Wert des Gebäudes langfristig zu sichern.
Mit der Beteiligung einer Pensionskasse erhält das Alsterhaus eine Kapitalbasis mit langfristiger Ausrichtung. Institutionelle Investoren verfolgen in der Regel konservative Strategien und setzen auf stabile Renditen. Gerade in einem von steigenden Zinsen und strukturellem Wandel geprägten Immobilienmarkt gilt das als wichtiger Stabilitätsfaktor. Strukturiert wurde die Transaktion von der Realty Corporation, die künftig auch das Asset Management übernehmen soll. Die Umsetzung erfolgt über eine indirekte Struktur, bei der die HIH Invest als Kapitalverwaltungsgesellschaft eingebunden ist. Das Investment der Pensionskasse erfolgt im Rahmen eines Individualmandats, das gezielte Investitionen in einzelne hochwertige Immobilien ermöglicht.
Das Alsterhaus gehörte zuvor zur Signa-Gruppe des österreichischen Unternehmers René Benko. Nach dem Zusammenbruch des Immobilien- und Handelskonzerns im Jahr 2024 fiel die Immobilie in die Insolvenzmasse. Auch der Betreiber des Kaufhauses geriet in Turbulenzen. Die KaDeWe Group, die ebenfalls mehrheitlich zur Signa-Gruppe gehörte, meldete Insolvenz an. Seit Sommer 2024 läuft der Betrieb der Warenhäuser Alsterhaus in Hamburg, KaDeWe in Berlin und Oberpollinger in München über eine neu strukturierte Betreibergesellschaft, die KaDeWe GmbH. Die Kontrolle liegt inzwischen bei der thailändischen Central Group.
Das Alsterhaus gilt als eines der bekanntesten Warenhäuser Deutschlands und profitiert von seiner Lage direkt an der Hamburger Binnenalster. In den Regalen finden sich internationale Luxusmarken wie Acne Studios, Ami Paris, Burberry, Dries Van Noten, Givenchy, Rick Owens oder Valentino. Auch im Kinderbereich werden Marken wie Burberry, Gucci, Kenzo oder Moncler angeboten. Gegründet wurde das Alsterhaus 1912 von dem jüdischen Kaufmann Oscar Tietz. Während der NS-Zeit wurde das Unternehmen enteignet. Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm Hertie das Premium-Warenhaus, später ging es an Karstadt über.
Die neuen Eigentümer sehen Potenzial für eine Weiterentwicklung des Standorts. Während viele klassische Warenhäuser unter Druck geraten sind, behaupten sich Premiumstandorte in zentralen Innenstadtlagen weiterhin vergleichsweise gut. Entscheidend sind dabei Konzepte, die Einkaufserlebnis, Gastronomie und digitale Angebote stärker miteinander verbinden. Mit der neuen Eigentümerstruktur sollen die Voraussetzungen geschaffen werden, um das Alsterhaus langfristig als hochwertigen Einzelhandelsstandort zu sichern und an veränderte Kundenbedürfnisse anzupassen. Zugleich gilt der Einstieg institutioneller Investoren als Signal dafür, dass erstklassige Einzelhandelsimmobilien in Top-Lagen weiterhin als attraktive Investitionen gelten.
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