HI HEUTE-Exklusiv-Interview mit Tobias Gollnest, Managing Director Commercial bei CORESTATE

Tobias Gollnest, Managing Director Commercial bei CORESTATE

CORESTATE, der erfolgreiche Luxemburger Immobilieninvestment-Manager und Co-Investor, wird in wenigen Wochen einmal mehr ein für ihn hoch erfreuliches Jahr abschließen. Das gilt auch für den deutschen Retail-Bereich, den Tobias Gollnest noch weiter ausbauen will und dabei neben Geschäftshäusern auf der Highstreet zunehmend auf Fachmärkte und Läden mit Waren des schnellen Bedarfs abzielt. HI-HEUTE-Chefredakteur Thorsten Müller traf den Managing Director zum Interview.

 

HI HEUTE: 2018 neigt sich dem Ende entgegen. Wie war das Jahr bislang für Sie?

Tobias Gollnest: Wirklich durchweg gut. Die CORESTATE Group ist ihrem Ziel, einer der führenden Immobilienmanager Europas zu werden, wieder deutlich näher gekommen. Alle relevanten Immobilienservices, beispielsweise vom Property Management über Asset Management bis hin zum Mezzanine-Darlehen werden von uns angeboten. Auf dieser „Werkbank“ befinden sich natürlich auch Retailimmobilien. Inzwischen umfasst unser diesbezügliches deutsches Portfolio 150 Geschäftshäuser, nahezu ausnahmslos auf der Highstreet. Der Gesamtwert beläuft sich auf mittlerweile mehr als zwei Milliarden Euro.

HI HEUTE: Halten Sie aber nicht auch Ausschau nach anderen Produkten?

Tobias Gollnest: Lange Zeit waren wir wirklich und das aus tiefster Überzeugung allein auf Highstreet-Immobilien fokussiert, doch seit kurzem beschäftigen wir uns zunehmend mit Fachmärkten, konkret mit dem Bereich Fast Moving Consumer Goods, abgekürzt FMCG. Gemeint sind damit Lebensmittelmärkte, Drogerien, Apotheken oder Restaurants – alles rund um den schnellen Bedarf. In diesem Jahr gelang uns bereits die erste erfolgreiche Akquisition. Weitere werden sicher bald folgen.

HI HEUTE: Wenn man verfolgt, was Ihr Unternehmen in diesem Jahr alles auf die Beine gestellt, speziell in Retail-Deutschland, dem Bereich für den Sie verantwortlich sind, kann man meinen, dass Sie in Ihrer Freizeit bestimmt nur noch auf reine Ruhe aus sind.

Tobias Gollnest: Nein, ganz so ist es nicht. Es kommt natürlich vor, dass ich privat mit meiner Familie in das eine oder andere Shopping Center gehe. Dabei nehme ich dann das Angebot, die Shops, die Architektur etc. nicht nur als Konsument, sondern auch als Investor und Vermieter wahr. Das aber empfinde als ganz und gar nicht störend.

HI HEUTE: Zurück zum Geschäft: Wie erleben Sie in diesem Jahr den deutschen Retail-Markt?

Tobias Gollnest: Ich sehe ihn heterogen. Es gibt Immobilien, da sollte man sofort zuschlagen und es gibt andere, von denen man besser die Hände lassen sollte. Nach wie vor gilt: Lage, Lage, Lage!

HI HEUTE: Was ist dabei wichtiger: der Mikro oder der Makro-Standort?  

Tobias Gollnest: Im Grunde ist beides ähnlich wichtig. Für uns müssen es aber nicht Städte mit großen Namen sein oder mit einer riesigen Einwohnerzahl. Sie müssen aus sich selbst heraus gut funktionieren – stark sein, möglichst viel Industrie und damit zahlreiche Arbeitsplätze bieten.

HI HEUTE: Und die Mietentwicklung?

Tobias Gollnest: Es kann nicht schaden, Wettbewerb mit anderen Nutzungsarten zu schaffen. Wir haben in diesem Jahr beispielsweise den „City Point“ in Bochum übernommen, ein vertikales Objekt. Natürlich wissen wir, dass in den oberen Etagen der Retail-Bereich schwierig ist. Darum sind wir hergegangen und haben dort Büros und Arztpraxen etabliert. Das war nicht wirklich schwierig, denn die hervorragende Lage mit direkter Anbindung an die Fußgängerzone und das Rathaus und dem weiteren Vorteil einer in direkter Nähe befindlichen U-Bahn-Station bietet für jeden Mieter einen tollen Anreiz. Beim Thema Vermietung ist es nicht verkehrt, neue Wege zu gehen, nach neuen Konzepten zu suchen und einfach mal potenzielle Neumieter anzusprechen. Grundsätzlich sollte man mit den Ansprüchen der Mieter kreativ umgehen.

Und im Ergebnis bringt uns das dann wieder zu dem Immobilien-Mantra von der Lage. Denn solch innerstädtische Lagen sind nicht nur attraktiv für Handelsnutzungen. 

 

HI HEUTE: Was haben Sie sich konkret für 2019 vorgenommen?

Tobias Gollnest: Wir werden unser Highstreet-Portfolio sicher weiter vergrößern.

HI HEUTE: Und für die letzten Wochen im laufenden Jahr?

Tobias Gollnest: Das wird geprägt sein vom Jahresendgeschäft. Es gilt noch einige Dinge zu Ende zu bringen und sich für das neue Jahr stark aufzustellen.  

Erstellt von Thorsten Müller