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Wer an Logistik im Lebensmitteleinzelhandel denkt, hat meist LKW und Paletten vor Augen. Doch die Anforderungen an moderne Warenverteilzentren haben sich stark verändert, und so entwickeln sich Logistikstandorte zunehmend zu hochspezialisierten Knotenpunkten für eine zukunftsfähige Versorgung. Denn Effizienz allein reicht heute nicht mehr aus. Gefragt sind Immobilienkonzepte, die ökologische Standards setzen, technologisch autark funktionieren und gleichzeitig als attraktive Arbeitsplätze dienen.
Wie dieser Transformationsprozess in der Praxis aussieht, zeigt Lidl in Deutschland derzeit im bayerischen Straubing. Dort entsteht ein innovativer Logistikneubau, der als Referenzprojekt für die Logistikimmobilie der Zukunft dient. Am Gewerbestandort Hafen Straubing-Sand hat Lidl den Spatenstich Mitte Januar dieses Jahres für ein neues Verwaltungs- und Warenverteilzentrum gesetzt. Auf dem bisherigen Betriebsgrundstück mit rund 109.000 Quadratmetern Fläche baut der Lebensmitteleinzelhändler neu und bezieht die südlich angrenzende Ackerfläche mit ein. Das Bauvorhaben zeigt, wie sich bestehende Standorte durch effiziente Flächennutzung und technologische Innovationen zukunftsfähig machen lassen. Ein zentraler Aspekt des Vorhabens ist dabei die nachhaltige Flächenoptimierung: Um die Versiegelung neuer Flächen so gering wie möglich zu halten, nutzt Lidl das bestehende Betriebsgrundstück und wächst mit der Gebäudehöhe des Neubaus von 20 Metern bewusst in die Höhe. Dies ermöglicht es, das ansteigende Warenaufkommen auf dem bestehenden Areal abzubilden.
Die ökologische Transformation des Standorts wird auch in der Grundstruktur des neuen Gebäudes sichtbar. Statt auf herkömmliche Betonbinder setzt Lidl auf eine Tragkonstruktion aus Holzleimbindern. Dieser bewusste Materialwechsel reduziert den CO₂-Ausstoß im Vergleich zur klassischen Stahlbetonbauweise um rund ein Drittel. Ergänzt wird dieser ressourcenschonende Ansatz durch ein innovatives Energiemanagement, das neue Maßstäbe setzt: Die Basis bilden eine fossilfreie Wärmeerzeugung mittels Wärmepumpen sowie eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von vier Megawatt-Peak und angeschlossenem Batteriespeicher. Ein Eisspeicher dient der Speicherung von Wärme und Kälte. Für maximale Effizienz und Nutzung der Ressourcen werden die Komponenten durch eine KI basierte Gebäudetechnik intelligent vernetzt. Damit entspricht der Neubau dem Effizienzhaus-Standard 40 im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG 40) und übertrifft diesen sogar deutlich. Angestrebt werden zudem die Zertifizierungen in DGNB Gold und EDGE Zero Carbon. Letztere weist nach, dass die Betriebsemissionen auf Netto Null reduziert wird. Insgesamt wird eine Energieeinsparung von rund 80 Prozent im Vergleich zum Bestandsgebäude erwartet.
Philipp Martin Dedorath, Leiter Immobilien Bau bei der Lidl Immobilien Dienstleistung GmbH & Co. KG, betont die strategische Relevanz: „Mit dem Ersatzneubau in Straubing zeigen wir, wie wir ökologische Verantwortung und effiziente Logistikprozesse in Einklang bringen. Durch die intelligente Flächenverdichtung – auch in die Höhe – nutzen wir den urbanen Raum effizient. Gleichzeitig setzen wir mit innovativen Technologien wie dem Eisspeicher, einem Batteriespeicher, einer KI-basierter Gebäudesteuerung und einer leistungsstarken Photovoltaikanlage ein klares Zeichen für eine zukunftsfähige und nachhaltige Immobilienstrategie.” Darüber hinaus verfolgt das Projekt auf der Baustelle das Prinzipien des zirkulären Bauens. Ein digitaler „Madaster-Pass“ erfasst sämtliche verbaute Materialien und dokumentiert deren ökologischen Fußabdruck sowie das spätere Rohstoff- beziehungsweise Recyclingpotenzial. Dass Nachhaltigkeit auch den Rückbau bestehender Strukturen einschließt, zeigt schon heute die Nutzung des Altbestands als Rohstoffspeicher. Ein Großteil des Abbruchmaterials - zirka 80 Prozent der Gesamtmenge - wird vor Ort weiterverarbeitet und direkt in den Neubau integriert.
Abgerundet wird das Bauvorhaben durch Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität. In enger Zusammenarbeit mit der Heinz Sielmann Stiftung entstehen auf dem Areal spezifische Eidechsenhabitate sowie Blüh- und Kräuterwiesen. Mit den begrünten Dächern des Parkhauses und des Verwaltungsgebäudes leistet Lidl einen aktiven Beitrag zur Verbesserung des lokalen Mikroklimas und zum Artenschutz. Dieser ganzheitliche Ansatz stellt auch den Menschen in den Mittelpunkt der Planung. Der Neubau ist darauf ausgelegt, das tägliche Arbeitsumfeld spürbar zu verbessern, angefangen bei modern gestalteten Pausenräumen für die Belegschaft bis hin zu einer Driver’s Lounge für die externen Logistikpartner. Diese bietet LKW-Fahrern künftig einen Rückzugsort mit Snack- und Kaffeeautomaten sowie moderne sanitäre Anlagen mit Dusch- und Waschräumen. Für Lidl ist dies ein wesentlicher Baustein, um die Aufenthaltsqualität am Standort zu erhöhen und soziale Standards zu sichern.
Das Projekt in Straubing macht deutlich: Die Lidl Immobilien Dienstleistung GmbH & Co. KG baut nicht nur Lagerhallen, sondern investiert in intelligente Infrastruktur. Mit der geplanten Fertigstellung im Januar 2028 und der Inbetriebnahme im Juni desselben Jahres wird der Standort zu einem neuen Maßstab für eine Logistikimmobilie in der Region Niederbayern, die ökologisch überzeugt, technologisch führt und regional verwurzelt bleibt.
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