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Hard-Discounter bleiben im deutschsprachigen Raum der unangefochtene Lieblingskanal beim Lebensmitteleinkauf. Das zeigt eine aktuelle Studie des Marktforschungsinstituts YouGov, für die mehr als 15.000 Verbraucherinnen und Verbraucher in 21 europäischen Ländern befragt wurden. Besonders auffällig: Die junge Generation Z will künftig noch häufiger bei Aldi, Lidl & Co. einkaufen.
Rund 29 Prozent der Gen-Z-Befragten gaben an, ihren Einkauf bei Hard-Discountern ausweiten zu wollen. Lediglich zehn Prozent planen, dort weniger einzukaufen. Das entspricht einem Zuwachs von 19 Prozentpunkten – der stärkste Wachstumstrend über alle Handelsformate hinweg. Doch auch die ältere Generation ab 55 Jahren schätzt das Preis-Leistungs-Verhältnis der Discounter: Hier verzeichnet YouGov mit plus neun Prozentpunkten ebenfalls den größten Zugewinn. Über alle Altersgruppen hinweg bleibt freundliches Personal ein zentrales Kriterium für ein positives Einkaufserlebnis.
Während Hard-Discounter alle Generationen ansprechen, zeigen sich bei anderen Formaten deutliche Unterschiede. Hypermärkte verlieren vor allem bei älteren Kundinnen und Kunden an Attraktivität – 14 Prozent wollen dort künftig weniger einkaufen. Junge Konsumenten sind offener, wenn Sortiment und Service überzeugen. Auch die Erwartungen an den Einkauf unterscheiden sich: Jüngere legen Wert auf schnelle Kassiervorgänge (27 Prozent), Ältere hingegen auf vertraute Ladenstrukturen (26 Prozent) und übersichtliche Gänge (25 Prozent).
Beim Sortiment zeigt sich ein Generationenwechsel. Jüngere Konsumenten interessieren sich zunehmend für Warengruppen jenseits der klassischen Lebensmittel – etwa Kosmetik, Sport- oder Gesundheitsprodukte. Ältere Kunden hingegen bevorzugen traditionelle Sortimente wie Haushaltswaren und Gartenbedarf. Innovationen im Handel stoßen ebenfalls auf Resonanz: 43 Prozent der Gen Z zeigen Interesse an KI-gestützten Services oder personalisierten Angeboten, während es bei den älteren Konsumenten 14 Prozent sind. Allerdings eint beide Gruppen ein zentrales Anliegen: den Schutz persönlicher Daten. Rund 36 Prozent der Jüngeren und 39 Prozent der Älteren äußern hier Bedenken.
„Generationale Unterschiede im Einkaufsverhalten spiegeln nicht Gegensätze, sondern unterschiedliche Prioritäten wider“, betont Dr. Marc Knuff, Global Retail Director bei YouGov. Für den Handel ergibt sich daraus die Aufgabe, preisbewusste Angebote mit zielgruppengerechten Services und Sortimenten zu verbinden – und bei technologischen Neuerungen mit Augenmaß vorzugehen. Die Studie wird seit Frühjahr 2022 im Halbjahresrhythmus durchgeführt und gilt als Seismograf für das Einkaufsverhalten in Europa.
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