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13. Juli 2026

Lidl testet als erster Lebensmittelhändler Zoll-App für Schweizer Kunden

PILOTPROJEKT SOLL GRENZÜBERSCHREITENDEN EINKAUF VOLLSTÄNDIG DIGITAL ABWICKELN
Mit einer Zoll-App für Schweizer Kunden geht Lidl neue Wege.
Foto: Lidl

Discounter Lidl treibt die Digitalisierung des grenzüberschreitenden Einkaufs voran und testet als erster Lebensmitteleinzelhändler die neue Zoll-App „dAKZ“. Das Pilotprojekt ermöglicht Kunden aus der Schweiz eine vollständig digitale Abwicklung der Ausfuhr von in Deutschland gekauften Waren. Ziel ist, den bislang oft zeitaufwändigen Prozess der Mehrwertsteuererstattung deutlich zu vereinfachen und zu beschleunigen.

Mit der dAKZ-App entfällt das bisher erforderliche Abstempeln von Ausfuhrscheinen an der Grenze. Stattdessen wird der gesamte Ablauf digital abgewickelt. Nach dem Einkauf erkennt die App den Grenzübertritt automatisch und erstellt den digitalen Ausfuhrnachweis. Nur in Ausnahmefällen ist noch eine physische Kontrolle durch den Zoll notwendig.

Grenznaher Probelauf

Aktuell wird das System laut Lidl in 25 Filialen nahe der Schweizer Grenze getestet. Kunden weisen an der Kasse ihre digitale dAKZ-Karte vor, während die Steuererstattung anschließend automatisch verarbeitet wird. Nach den ersten Wochen fällt die Zwischenbilanz des Unternehmens positiv aus: Die Abläufe seien stabil, zudem profitierten die Nutzer von einer spürbaren Vereinfachung des Verfahrens. Voraussetzung für die Nutzung des Services ist eine einmalige Registrierung im Zoll-Portal sowie in der dAKZ-App. Diese sollte möglichst vor dem Einkauf erfolgen, um Verzögerungen zu vermeiden. Trotz der Vorteile der digitalen Lösung gilt der Registrierungsprozess derzeit noch als vergleichsweise aufwändig.

Signalwirkung für Einzelhandel

Das Pilotprojekt könnte über Lidl hinaus Signalwirkung für den Einzelhandel in Grenzregionen entfalten. Schweizer Kunden zählen dort zu einer besonders wichtigen Zielgruppe, da sie regelmäßig von Preisunterschieden zwischen Deutschland und der Schweiz profitieren. Eine vereinfachte und schnellere Steuererstattung könnte den Einkauf zusätzlich attraktiver machen. Sollte sich das Verfahren im Praxistest bewähren, dürfte eine Ausweitung auf weitere Händler und Regionen wahrscheinlich sein.

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