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Der süddeutsche Lebensmittelhändler Feneberg steht im laufenden Insolvenzverfahren vor einer wichtigen Wegmarke. Nach rund drei Monaten im Schutzschirmverfahren wird in Kürze die reguläre Insolvenz in Eigenverwaltung erwartet. Damit rückt die Zukunft des traditionsreichen Regionalunternehmens zunehmend in den Fokus von Branche und potenziellen Investoren.
Feneberg betreibt derzeit 72 Supermärkte im Allgäu, in Oberschwaben, in Bayerisch-Schwaben sowie in der Bodenseeregion und beschäftigt rund 3000 Mitarbeiter. Mit der formalen Eröffnung des Insolvenzverfahrens endet zugleich eine Phase finanzieller Entlastung. Während des Schutzschirms wurden Teile der Personalkosten über das Insolvenzgeld abgesichert. Künftig muss das Unternehmen diese Ausgaben wieder selbst tragen, was den wirtschaftlichen Druck deutlich erhöht.
Parallel zur Eigenverwaltung läuft der Investorenprozess. Mehrere Interessenten haben bereits Angebote abgegeben, konkrete Entscheidungen stehen jedoch noch aus. Die Verhandlungen gelten als komplex, da sie maßgeblich über die künftige Struktur des Unternehmens entscheiden werden. Zu den möglichen Käufern zählen sowohl EDEKA als auch REWE. Branchenberichten zufolge werden unterschiedliche Szenarien diskutiert. Diese reichen von der Übernahme einzelner Filialen bis hin zu größeren Standortpaketen. Auch selbstständige Kaufleute könnten im Bieterprozess eine Rolle spielen.
Ein zentraler Faktor in den Gesprächen sind die hohen Pensionsverpflichtungen des Unternehmens. Sie erschweren die Verhandlungen und beeinflussen maßgeblich die Ausgestaltung eines möglichen Sanierungs- oder Übernahmekonzepts. Als wahrscheinlich gilt derzeit, dass die bestehende Gesellschaft als rechtliche Einheit erhalten bleibt. Dies könnte operative Vorteile bieten, etwa bei bestehenden Mietverträgen. Gleichzeitig eröffnet das Verfahren Spielraum für Anpassungen im Filialnetz. Die kommenden Wochen gelten daher als richtungsweisend für die Zukunft des Unternehmens. Ob Feneberg als eigenständiger Händler fortbesteht oder stärker in größere Handelsstrukturen eingebunden wird, dürfte sich in naher Zukunft entscheiden.
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