Interview mit Gerald Feig, Gründer und Geschäftsführer der FLEX Fonds-Gruppe

Gerald Geig, Gründer und Geschäftsführer der FLEX Fonds-Gruppe. Foto: FLEX

Die FLEX Fonds-Gruppe, feierte kürzlich ihr 30-jähriges Bestehen als inhabergeführtes Fondshaus. Heute ist das Unternehmen ein internationaler und mehrfach ausgezeichneter Vermögensverwalter, der vor allem mit seinen geschlossenen und Alternativen Investmentfonds mit Schwerpunkt Immobilien erfolgreich am Markt aktiv ist. HI HEUTE-Chefredakteur Thorsten Mülller sprach mit Gerald Feig, dem Firmengründer und Geschäftsführer. Der zweifache Vater und gebürtige Schwabe ist ein Urgestein der Finanz- und Immobilienwirtschaft und verfolgt seit knapp vier Jahrzehnten die Fondsbranche aus nächster Nähe.

 

HI HEUTE: Die FLEX Fonds-Gruppe feiert aktuell 30-jähriges Bestehen. Sie ist ein angesehener Vermögensverwalter. Seit wann beschäftigen Sie sich finanztechnisch mit Handelsimmobilien und worauf richten Sie dabei Ihren Schwerpunkt?

Gerald Feig:Die FLEX Fonds-Gruppe setzt sich seit 30 Jahren mit den Möglichkeiten auseinander, attraktive Fondsprodukte für private Kapitalanleger zu bieten. Dazu zählten auch immer wieder Portfolios mit hohem Einzelhandels-Anteil. Aufgrund der immer angespannteren Situation auf den deutschen Wohnungsmärkten und den sinkenden Renditen bieten wir beispielsweise mit dem FLEX Fonds Select 1 einen geschlossenen AIF als Publikumsfonds, der sich vor allem auf Nahversorgungsimmobilien stützt und dadurch einen ausgewogenen Risiko-Rendite-Mix aufweist. 

HI HEUTE:Der stationäre Lebensmitteleinzelhandel (LEH) ist bislang von nennenswerten E-Commerce-Beeinträchtigungen verschont geblieben. Das scheint auch zukünftig der Fall zu sein. Warum konkret ist er für Sie interessant und wie schätzen Sie seine weitere Entwicklung ein? Wie kann das Wachstum weitergehen?

Gerald Feig:Unserer Einschätzung nach ist der Lebensmitteleinzelhandel eine jetzt und auch in Zukunft sehr stabile und krisensichere Branche, von der wir weder Ausschläge nach unten noch nach oben erwarten. Vor allem legen die Verbraucher immer größeren Wert auf regionale Waren, ein gutes Einkaufsgefühl und ein ansprechendes Flächenkonzept – das kann nur der gehobene stationäre Lebensmitteleinzelhandel bieten. Auch bei den steigenden Convenience-Angeboten sehen wir großes Entwicklungspotenzial, da sich der Kundenkreis durch diese erweitert. Dies passt ideal in die Strategie eines Publikums-AIF, der auf eine mittlere Laufzeit und stabile Rendite ausgerichtet ist. 

HI HEUTE: Welche LEH-Formate interessieren Sie besonders?

Gerald Feig:Lebensmitteleinzelhandels-Formate, welche für uns besonders spannend sind, sind vorwiegend regionale Nahversorger mit langfristigen Mietverträgen. Prestigeobjekte, oder Verkaufsflächen für Luxusgüter spielen eine untergeordnete Rolle. Angekauft werden nur schlüsselfertige, vollvermietete Immobilien mit bonitätsstarken Mietern.

HI HEUTE:Spielen geografische Belange oder eher demografische bei Ihrem Interesse eine Rolle?

Gerald Feig:Beides. Wir kaufen mittlerweile nur an Standorten mit positiver demografischer Entwicklung inklusive guter Wirtschaftskraft, die für uns aus Investmentsicht einen wichtigen Sicherheitsfaktor darstellt. Andererseits müssen es für uns nicht immer die Metropolen oder Schwarmstädte sein: Wir steuern gezielt regionale Versorgungskontenpunkte an, die für die Menschen im jeweiligen Einzugsgebiet als erste Anlaufstelle für den Einkauf dienen.

 

HI HEUTE: Welche unternehmerischen Ziele verfolgen Sie bezogen auf Handelsimmobilien in diesem Jahr und welche darüber hinaus?

Gerald Feig:Bislang lag unser Fokus vor allem Einzelhandelsimmobilien in den so genannten Mittelzentren. Zukünftig wollen wir unsere Strategie erweitern und verstärkt in LEH-Zentren kombiniert mit Pflegeeinrichtungen und ähnlichen Betreiberimmobilien zum betreuten Wohnen in innerstädtischen Zentren investieren. In dieser Kombination, also Nahversorgung und Demografie, sehen wir einen enormen Zukunftsmarkt.

Erstellt von Thorsten Müller