Präsident Mattner plädiert für Neubewertung

Nach Wunsch es ZIA soll das wirtschaftliche Leben stufenweise wieder hochgefahren werden. Symbolbild: Pexels / Andrea Piacquadio

Der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) kritisiert in der Diskussion über eine Lockerung des Lockdowns die einseitige Fixierung auf einen Corona-Inzidenzwert von 50.

„Es muss möglich sein, dass auch bei höheren Inzidenz-Grenzwerten das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben verantwortungsvoll wieder hochgefahren wird. Daher sollte eine Öffnung auch bei einem Inzidenzwert von über 50 möglich sein, solange eine Belegung von unter 4000 Betten auf den Intensivstationen - gemäß Divi-Register - gegeben ist“, so ZIA-Präsident Dr. Andreas Mattner.

 

Blick nach Europa

Ein Blick nach Europa zeige, dass bislang kaum ein Land diesen Wert erreicht hat. Und selbst wenn der Wert in absehbarer Zeit mit strengsten Maßnahmen erreicht werden sollte, könnte er in einem Land, das mitten in Europa liegt, nicht gehalten werden, wenn die Nachbarstaaten nicht die gleiche Strategie verfolgen, so Mattner. Er betonte, dass mit zunehmender Zahl der Impfungen der besonders von Corona betroffenen Risikogruppen auch die Inzidenzzahlen anders zu bewerten seien. Mattner begrüßte die stufenweise Öffnungspläne, wie ihn die Länder Niedersachsen und Schleswig-Holstein bereits entwickelt haben. „Jeder Monat Lockdown kostet 34 Milliarden Euro. Trotz aller Wirtschaftshilfen gilt: Öffnungen sind die besten Hilfen.“

Vorsicht bleibt geboten

Zugleich betonte Mattner, dass auch im Rahmen eines Öffnungskonzeptes der Gesundheitsschutz oberstes Gebot bleiben müsse. „FFP2-Maskenpflicht, umfangreiche Hygienekonzepte und regelmäßige Testungen aller Mitarbeiter reduzieren das Infektionsrisiko enorm. Durch eine Selbstverpflichtung des Handels mit diesen und weiteren Maßnahmen bringen wir Öffnungen und Gesundheitsschutz zusammen“, so Mattner.