Der Interessenverband ZIA glaubt, dass Städte nur mit funktionierendem Marktplatzkonzept vital bleiben. Kernaussagen des Positionspapiers.

Städte bleiben nur mit einem funktionierenden Marktplatzkonzept vital. Die Kettwiger Straße in Essen ist so eine lebendige Einkaufsstraße. Foto: Tobias Appelt

Der stationäre Einzelhandel leistet einen wesentlichen Beitrag zum innerstädtischen Leben. Dieser Auffassung ist zumindest der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA). Der Interessenverband glaubt, dass die europäischen Städte nur mit einem funktionierenden Marktplatzkonzept vital bleiben. Durch dieses können sich gleichzeitig einen Mehrwert für Kultur, Wirtschaft und Gesellschaft generieren.

Der ZIA sieht auf das „Erfolgsmodell der europäischen Stadt“ große Herausforderungen zukommen. Diese stellen sich, weil der Onlinehandel wachse und sich deutlich weniger Regulierungen beugen müssen als die Geschäfte vor Ort. In einer 24-seitigen Broschüre gibt der ZIA Antworten auf die drängendsten Fragen. Handelsimmobilien heute fasst die Kernaussagen des Positionspapiers zur Zukunft des stationären Einzelhandels zusammen:

Planungsrecht im Sinne des Einzelhandels

Der ZIA macht sich stark dafür, dass das Planungsrecht einzelhandelsgerecht ausgestaltet wird. Sie fordert daher, die kommunale Planungshoheit erweitert und vor starren Vorgaben übergeordneter Regulierungen geschützt wird. Auch sollen raumordnerische Vorgaben den sich ändernden Gegebenheiten zügig angepasst und flexibel gehandhabt werden. Der ZIA fordert auch einen größeren Entscheidungsfreiraum von Gemeinden bei der Planung von Einzelhandelsimmobilien. Und: Er will, dass die Vielfalt im Einzelhandel eine Arbeits- und Funktionsteilung zwischen den Standorten zulässt.

 

Auch dem Thema Sortimentsbeschränkungen widmet sich das Papier des ZIA. Diese solle einzelfallbezogen und flexibel betrachtet werden. Deshalb will der Interessenverband, dass attraktive Innenstädte und Urbanität durch die durch die Kommunen gefördert werden. Gleichzeitig sollen die Sortimentsvorgaben mit Augenmaß zum Wohle von Bürgern, Kommunen, Händlern und Investoren angewendet werden. Außerdem will der ZIA bei den Kommunen ein Bewusstsein für die Herausforderung durch den Onlinehandel, der keinen Einschränkungen unterliegt, erreichen.

Flexible Ladenöffnungszeiten

Ein weiteres Themenfeld des Positionspapiers befasst sich mit flexiblen Ladenöffnungszeiten: Der ZIA setzt sich dafür ein, dass für jedes Bundesland die dort herrschenden Bedürfnisse und Einzelhandelssituationen individuell betrachtet werden müssen. Um dem stationären Handel die Chance zu ernsthaftem Wettbewerb mit dem Onlinehandel zu ermöglichen, sollten diejenigen Länder, die den Verkauf noch auf kurze Zeiträume begrenzt haben, aufgefordert werden, ihre Ladenöffnungsgesetze an Marktrealität und Konkurrenzsituation im Rahmen der verfassungsrechtlichen Garantie der Sonntagsruhe anzupassen.

 

Des Weiteren will der ZIA mehr Ausnahmen bei Verkaufsflächenbeschränkungen zulassen und macht sich dafür stark, dass die Muster-Verkaufsstättenverordnung mit Augenmaß. Ein weiteres Anliegen des Interessenverbandes: Die Städtebauförderung soll für attraktive Innenstädte genutzt werden.

 

 

Erstellt von Denis de Haas