Hannoveraner Multi-Unternehmer zu Gast beim 11. Handelsimmobilien Gipfel

Einer der Höhepunkte: Multi-Unternehmer Martin Kind wurde von Immobilien-Anwalt Uwe Bethge interviewt. Foto: Heuer-Dialog
Auch diesmal hatte der Handelsimmobilien-Gipfel in Düsseldorf wieder rund 200 Teilnehmer. Foto: Heuer-Dialog
Abends besuchten die Gipfel-Teilnehmer die Innenstadt von Wuppertal, um die spannenden Entwicklungen im Einzelhandel zu erleben. Foto: Heuer-Dialog

Der inzwischen elfte Deutsche Handelsimmobilien-Gipfel von Heuer Dialog fand unlängst in Düsseldorf statt. Einmal mehr trafen sich im Van der Valk-Airport-Hotel rund 200 Teilnehmer aus der Branche und lauschten den zahlreichen und meist hochinteressanten Vorträgen. Die Veranstaltung stand diesmal unter dem Motto „Von der Shopping-  zur Erlebnisdestination: Handelslagen erfinden sich neu“ und befasste sich mit allen Facetten an der Schnittstelle der Handels- und Immobilienwirtschaft. Unter der bewährten Moderation der branchenweit bekannten freien Journalistin Miriam Beul standen vor allem die Präsentation des neuesten Habona-Reports und der Bühnentalk zwischen Multiunternehmer und Fußball-Mäzen Martin Kind und dem interviewenden Immobilienanwalt Uwe Bethge im Fokus des Interesses.

 

Nach einem hochspannenden und nebenbei äußerst launigem Erstvortrag von Jan Knikker vom international bedeutenden Architekturbüro MVRDV aus Rotterdam, der über weltweite architektonische Entwicklungen und Trends von Handelsimmobilien referierte, kam es schnell zur vielfach erwarteten Präsentation des neuesten Habona Reports, dem Branchenbericht über Nahversorgungsimmobilien, das in Kooperation zwischen Habona Invest, Savills und dem Onlineportal Statista entstand.  

Auch wenn der demografische Wandel häufig als größtes Risiko für die Immobilienwirtschaft genannt wird, überwiegt die Meinung, dass Nahversorgungskonzepte davon profitieren werden. Manuel Jahn von Habona Invest und Redaktionsleiter des Reports konkretisierte: „Die Megatrends einer alternden Gesellschaft wie Sicherheit, Gesundheit und Bequemlichkeit werden die Ausgaben insbesondere für Lebensmittel, Gastronomie und Gesundheitsdienstleistungen weiter antreiben.“

Nach weiteren interessanten Vorträgen über Branding und Kommunikation als wichtige Erfolgsfaktoren und das geänderte Konsumverhalten als Chancen für den stationären Einzelhandel sowie über den Wandel des bekannten Frankfurter Einkaufszentrum „MyZeil“ hin zu einem Lifestyle-Center, folgte der nächste große Höhepunkt: das Face-to-Face-Gespräch mit Martin Kind.

Der Hannoveraner hob dabei hervor, dass ein erfolgreiches Einzelhandelskonzept nicht ohne ständige Erneuerungsbereitschaft und Innovation und uneingeschränkte Fokussierung auf „das, was die Kunden wollen“ funktionieren könne. Dem trage er durch sein „Hybrid-Angebot“ mit Hörgeräten und Brillen Rechnung. Erfolg setze heute auch ein auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter abgestimmtes Personalentwicklungskonzept voraus. Deshalb investiere er gerade 20 Millionen Euro in ein eigenes Ausbildungscenter.

Martin Kind verwies dabei auf die Verantwortung jedes Unternehmers für Mitarbeiter, Kunden und Familie. Die persönliche Leidenschaft des Allrounders Kind ist heute die Entwicklung seines Immobilienunternehmens. Er berichtete, wie er vor über 40 Jahre seine erste Immobilie erworben hatte. „Ich war damals nicht der Höchstbietende, aber wir haben die Immobilie nicht schlecht gemacht und einen fairen Preis geboten – das hat dem Verkäufer gefallen.“ Heute investiert Kind ausschließlich in 1A-Lagen, „weil Aufwand und Nutzen in einem besseren Verhältnis stehen“ als anderswo.

 

Zum Ende des erstes Kongresstages begaben sich die Teilnehmer auf eine Tour nach Wuppertal, um sich hier vor Ort einen persönlichen Eindruck von den aufregenden Veränderungen der Innenstadt zu verschaffen.

Tagsdrauf ging es mit heißen Branchenthemen weiter: Wie sehen neue technische Möglichkeiten in der Projektentwicklung aus?, was sind die für die Wirtschaftlichkeit von Einkaufszentren größten Herausforderungen?, wie definieren sich zukünftige Quartiere in Mittelstädten, bei denen Wohnen, Arbeiten und Shoppen miteinander verbunden werden sollen? und was gibt es für neue innovative Interaktionsmöglichkeiten für den stationären Handel?

Bei so vielen frischen Impulsen gab es in den Pausen und auch im Anschluss an die Veranstaltung reichlich Gelegenheit zum Austausch und Networking. Schon deshalb ein Grund für sicher die meisten Teilnehmer auch im nächsten Jahr zu dann zwölften Auflage nach Düsseldorf zu kommen.

Erstellt von Thorsten Müller