Hochkarätige Teilnehmerinnen bei hybrider Diskussionsrunde

Christine Hager, Aygül Özkan, Katrin Williams, Anne Katrin Bohle und Moderatorin Marion Hoppen (von links). Foto: Katja Bartz, Berlin

„Strukturwandel in den Städten – Chancen und Risiken“ - mit diesem Titel war die erste hybride Diskussionsrunde des Vereins Frauen in der Immobilienwirtschaft im ZIA-Hauptstadtstudio in Berlin überschrieben, zu der die Immofrauen zahlreiche hochkarätige Teilnehmer*innen aus Politik und Wirtschaft gewinnen konnten.

Themenschwerpunkte waren die drohende Verödung der Innenstädte, die Verkehrswende, der Klimaschutz sowie die Frage, ob Smart Cities die Probleme der Zukunft lösen können.

Besonders freute sich Moderatorin Marion Hoppen, die Staatssekretärin Anne Katrin Bohle aus dem Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat begrüßen zu dürfen. Die Juristin war zehn Jahre lang Abteilungsleiterin für Stadtentwicklung im Ministerium für Bau und Kommunales Nordrhein-Westfalen und fast genauso lang Vorsitzende des Ausschusses für Bauen, Stadtentwicklung und Wohnen der Bauministerkonferenz.

 

Zu den weiteren Teilnehmerinnen zählte die Vorstandsvorsitzende der Immofrauen, Katrin Williams. Die Diplom-Ingenieurin war zwölf Jahre lang in verschiedenen Leitungspositionen bei Vodafone Kabel Deutschland und ist jetzt Vertriebsleiterin Ost für die DOK SYSTEME GmbH und hat den Arbeitskreis Innovation und Digitalisierung der Immofrauen gegründet.

Analoge Erlebnisräume schaffen

Außerdem war Aygül Özkan, Geschäftsführerin des Zentralen Immobilien Ausschusses ZIA, frühere niedersächsische Bauministerin, die spontan für den erkrankten Oberbaudirektor Franz Josef Höing eingesprungen ist, dabei. Ihr Vorschlag: Business Improvement Districts (BIDs) als Impulsgeber für lebendige Stadtentwicklung initiieren, stärken und fördern sowie Gesundheitsimmobilien stärker integrieren, damit Quartiere inklusionsgerechter werden und für alle Lebensphasen attraktiv bleiben. Öffentliche Bereiche in den Quartieren sollten attraktiver gestaltet werden, denn die einzelnen Quartiere werden für die Bewohner immer wichtiger, das hat die Pandemie gezeigt. Gleichzeitig müsse die Stadt weiterhin „analoge Erlebnisräume“ schaffen. Sie sprach sich zudem dafür aus, den Klimaschutz voranzutreiben, da sich dieser insbesondere in Krisenzeiten zu einem Konjunkturmotor entwickeln könnte.

Mit Kommunen kommunizieren

Eingeladen war zudem Christine Hager, Managing Director und Head of Shopping Center Asset Management bei redos Gruppe. 2018 wurde sie zur Vorstandsvorsitzenden des German Council of Shopping Places als zweite Frau in der 25-jährigen Verbandsgeschichte gewählt. Darüber hinaus war sie von 2013 bis 2017 Vorstandsvorsitzende der Immofrauen. Ihre Forderung: „Der in der Corona-Krise begonnene neue konstruktive enge Dialog zwischen Politik und Immobilienwirtschaft muss nun zusammen mit den Kommunen intensiviert werden, da wir nur gemeinsam die Stadtretter sind.“ Sonntagsöffnung oder auch die Aufhebung der Sortimentsbeschränkung und schnelle Baurechtschaffung dürfen kein Tabuthema sein, so Hager.

Gemeinwohlorientierte Entwicklung

Mitte September wurden 32 geförderte kommunale Modellprojekte der zweiten Staffel Smart-City-Dialog bekannt gegeben, die vom Bundesministerium betreut werden. Gibt es da auch übertragbare Lösungen, so die Frage der Moderatorin. Bohle erläuterte: „Es geht bei Smart City immer um die Frage der gemeinwohlorientierten Stadtentwicklung, jede Stadt müsse individuell betrachtet werden, die jeweiligen Inhalte und Ergebnisse der Modellprojekte sind transparent zu machen, um größtmöglichen Mehrwert für alle Kommunen zu generieren.“

Große Herausforderungen

Einig waren sich die Teilnehmerinnen darin, dass die Städte vor großen Herausforderungen stehen, die nur mit einem Bündel an Maßnahmen und stadtübergreifenden Initiativen gemeistert werden können. Digitalisierung könnte hier ein Schlüssel sein. Es gibt aktuell ein Modellprojekt in drei Städten: Hamburg, Leipzig und München, so Williams. Sie schlug vor, Stabsstellen zu schaffen, um Know-how zu bündeln. Williams führte aus, dass digitale Verkehrskonzepte und intelligente Straßenführung zur Verkehrsberuhigung führen könnten.

Weitere Forderungen der Teilnehmerinnen waren die Beschleunigung der Planungsprozesse sowie die Schaffung eines verbesserten Planungsrechts für die Entwicklung der Innenstädte.