Gemeinsamer Appell auch im Sinne kleiner und mittlerer Betriebe

Kleine und mittlere Betriebe bangen um ihre Existenz – das schlägt auf die Immobilienwirtschaft durch. Symbolbild: Pixabay / romanakr

Händler, Gastgewerbe und Dienstleister sind neben Handwerkern, Kulturtreibenden und Produzenten von der Corona-Krise besonders stark betroffen. Nun machen sich die Dachorganisationen und Verbände, darunter HDE und ZIA, für eine Atempause bei Gewerbemieten stark.

Betroffene Unternehmer betreiben meist kleine und mittlere Betriebe oder sind Solo-Selbständige. Nun erfahren viele dieser eigentlich sehr gesunden Betriebe wegen angeordneter Schließungen und den Stornierungen verunsicherter Kunden einen historisch einmaligen Einbruch. Über Nacht sinken Umsätze auf Null, monatliche Ausgaben für Personal, Mieten und Unterhaltung in vier-, fünf- oder sogar sechsstelliger Höhe laufen aber kaum gebremst weiter. Im Handel zum Beispiel bindet die für das Frühjahr georderte Ware fünfstellige Anschaffungs- und Lagerkosten, kann jedoch jetzt nicht mehr zu den ursprünglich geplanten Preisen verkauft werden. In der Gastronomie sind Planungen unmöglich geworden. Das alles löst sehr schnell große Liquiditätsprobleme aus.

Gewerbemieter fallen aus

Diese für kleine und mittelständische Betriebe oft existenzbedrohende Krise schlägt unmittelbar auch auf die Immobilienwirtschaft durch. Denn insolvente Unternehmen fallen schlagartig als Gewerbemieter aus. Da die Zahl der Betriebe insgesamt in der Krise sehr stark sinken kann, dürfte es auch weniger Nachrücker geben als bisher möglich. Daher setzen sich die beteiligten Dachorganisationen und Verbände dafür ein, alle Akteure – Vermieter ebenso wie Mieter von Gewerbeimmobilien – an einen Tisch zu bringen und über eine befristete Anpassung der Mietverträge zu sprechen.

 

Gemeinsamkeiten herausarbeiten

Das Ziel des Dialogs ist, trotz unterschiedlicher Interessen wichtige Gemeinsamkeiten herauszuarbeiten und bei krisenbedingten Problemen einen fairen Ausgleich und individuelle Lösungen zum dauerhaften Erhalt der Mietverhältnisse zu ermöglichen. Die Krise lässt sich nach der gemeinsamen Überzeugung aller Beteiligten nur mit Solidarität und gegenseitigem Verständnis füreinander bewältigen.

Strukturen erhalten

Die Dachorganisationen und Verbände wollen deshalb gemeinsam für die betroffenen Betriebe die Chance verbessern, auch nach der Corona-Krise weiterhin leistungsfähig zu sein. Gleichzeitig fordern sie die Bundespolitik auf, dieses Thema bei den Unterstützungsmaßnahmen konkret mit in den Blick zu nehmen. Es geht hier über die Akuthilfen für von Umsatzeinbrüchen betroffene Betriebe hinaus um die notwendigen Mittel, die gewachsenen Strukturen in Stadt- und Gemeindezentren und den Betriebsstandorten in Gewerbehöfen und Gewerbegebieten zu erhalten. Eine gesunde Mischung von Wohnungen und Gewerbe  mache die Attraktivität unserer Städte und Gemeinden aus, so die Beteiligten. Der von der Bundesregierung geplante Krisenfonds für Härten im Immobilienbereich solle deshalb auch auf die Probleme gewerblicher Vermietung ausgerichtet werden.