Seit Wiedereröffnung der Geschäfte in deutschen Einkaufsstädten

Die Passantenfrequenzen in deutschen Einkaufsstädten nehmen wieder zu. Symbolbild: Pixabay / Linus Schütz

Olaf Petersen, Geschäftsführer und Chefresearcher des Einzelhandelsspezialisten COMFORT, richtet den Blick auf die Passantenfrequenzen in den deutschen Haupteinkaufsmeilen in den vergangenen vier Wochen seit Beginn der Wiederöffnung der Geschäfte am Montag, 20. April.

Dabei wurden die Werte jeweils für Donnerstag und Samstag ausgewertet. Die letzten Daten stammen vom vergangenen Donnerstag, 14. Mai, und Samstag, 16. Mai. Verglichen wurde die jeweils stärkste Stunde an den Untersuchungstagen.

Dabei zeige sich, so Olaf Petersen, eine aus Sicht des Handels zunächst einmal erfreuliche Entwicklung. Denn die Passantenfrequenzen in den untersuchten Städten Hamburg, Hannover, Dortmund, Düsseldorf, Köln, Stuttgart und München weisen eine durchweg steigende Tendenz für den Zeitraum nach der Wiedereröffnung auf. Hierzu haben nach Ansicht von Petersen die zwischenzeitlich erfolgten weiteren Lockerungen merklich beigetragen. Nachdem zunächst nur Läden mit bis zu 800 Quadratmetern geöffnet werden durften, sind nunmehr wieder alle Geschäfte geöffnet. Auch die Gastronomiebetriebe konnten mit Ausnahme von Bayern und Baden-Württemberg seit letzter Woche wieder öffnen.

Noch nicht auf Vorjahresniveau

Nachdem die Frequenzen während des Shutdowns Werte erreichten, die jeweils nur um die 1000 Passanten schwankten, sind die Frequenzen sukzessive wieder deutlich angestiegen, erreichen allerdings in der Regel noch nicht das Vorjahresniveau.

So sind die Besucherzahlen in allen Städten seit dem 20. April wieder kontinuierlich gestiegen. In Düsseldorf und Dortmund wurden die Vorjahreszahl beinahe wieder erreicht, beziehungsweise im Fall der Düsseldorfer Schadowstraße am letzten Donnerstag sogar leicht übertroffen. „Insgesamt betrachtet haben sich die Zahlen am Donnerstag eher dem Vorjahresniveau genähert als am Samstag, was ursächlich mit dem fehlenden Städtetourismus zu tun haben dürfte“, erklärt Olaf Petersen.

 

Am Donnerstag, 14. Mai, waren mit 4634 Besuchern deutschlandweit die meisten Besucher in Hannover auf der Georgstraße unterwegs. Es folgt die Kölner Schildergasse mit 4547 vor München und Dortmund.

Am Samstag, 16. Mai, wurden am meisten Menschen auf der Münchner Neuhauser Straße (8144 Passanten) registriert, gefolgt von der Stuttgarter Königstraße mit 7825 Passanten. Es folgt die Kölner Schildergasse mit 7071 Besuchern vor Hannover, wo auf der Georgstraße in der Spitze 6964 Menschen unterwegs waren.

Zahlen gut vergleichbar

„Auf Basis der täglich auflaufenden und per Laser erhobenen Frequenzzahlen von hystreets.com kann man die Zahlen vor, während und nach dem Shutdown in den ausgewählten Haupteinkaufsmeilen in Hamburg, Hannover, Köln, Düsseldorf, Dortmund, Stuttgart gut vergleichen“, erklärt Olaf Petersen die Messtechnik.

Verglichen wurden die Zahlen der letzten vier Donnerstage und Samstage mit den Zahlen mitten in der Phase des Shutdowns sowie den Zahlen des Donnerstag und Samstag vor einem Jahr. Aufgeführt wurde die jeweils höchste Frequenz pro Stunde, also die dichteste Frequenz des Tages.

Dabei erreichten die untersuchten Einkaufsstraßen kurz nach der Wiederöffnung nur Frequenzen, die im Vergleich zum Vorjahr zwischen rund einem Viertel und einem Drittel lagen - mit Ausnahme der Hannoveraner Georgstraße, die bei rund 50 Prozent lag.

Niveaus von rund 60 Prozent

„Dieses Bild hat sich deutlich verbessert“, sagt Petersen. „Mittlerweile sind in allen Städten Niveaus von rund 60 Prozent und mehr im Vergleich zum Vorjahr erreicht. Die meisten liegen bei 75 Prozent und darüber.“ Damit haben sich die Einkaufsstraßen schneller erholt, als kurz nach der Wiedereröffnung zu erwarten war. Denn die Werte, so Petersen, müsse man auch vor dem Hintergrund interpretieren, dass noch viele Bürobeschäftige aus der City gegenwärtig im Homeoffice tätig sind oder kurzarbeiten. Wie auch die Touristen, die einen erheblichen Teil der Besucher darstellen, in allen Städten weiterhin fehlen. „Berücksichtigt man dies“, so Petersen abschließend, „dürfen sich die Händler über die klar zunehmenden Frequenzen durchaus glücklich schätzen.“