BME-Befragung rund um Lieferengpässe – Lager aufbauen

Der Handel fürchtet vor dem Hintergrund von Lieferengpässen ums wichtige Weihnachtsgeschäft. Symbolbild: Pixabay / Sushuti

Lücken in den Supermarktregalen, Nachschubprobleme bei Produkten von Rädern über Elektronik bis Möbel: Lieferengpässe machen sich derzeit überall bemerkbar. Doch der Handel hat einen Plan, um das Weihnachtsgeschäft zu retten.

„Das letzte Quartal des Kalenderjahres ist für viele Unternehmen im Hinblick auf Umsatz und Gesamtergebnis sehr wichtig. Im Jahresendgeschäft lassen sich schwächere Monate sowie coronabedingte finanzielle Einbußen durch Kampagnen wie beispielsweise Black Friday, Abverkäufe oder Sonderangebote kompensieren“, so Gundula Ullah, Vorstandsvorsitzende des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME). Kürzlich hatte der Verband eine Mitgliederumfrage präsentiert. Danach sei das (Vor-)Weihnachtsgeschäft für knapp ein Fünftel der befragten Einkaufsmanager wirtschaftlich hoch relevant. Rund ein Viertel beurteile die Relevanz als mittel, gut jeder Zehnte lanciere sogar besondere Kampagnen.

 

Anhaltende Schwierigkeiten

Beim BME Pulse Check berichten viele der befragten Einkaufsmanager von anhaltenden Schwierigkeiten, dringend benötigte Artikel für die letzten drei Monate des Jahres bei ihren Lieferanten zu beschaffen. „Dem aktuellen Stimmungsbild unserer Mitglieder zufolge haben der anhaltende Mangel an Rohstoffen und die damit verbundenen Lieferengpässe die Corona-Pandemie als zentrale Herausforderung im Tagesgeschäft des Einkaufs abgelöst“, so Gundula Ullah. Zudem beklagen mehr als zwei Drittel, dass sich die Preise der Waren im Vergleich zum Vorjahr signifikant erhöht haben.

Viele setzen auf Gutscheine

„Oh du Fröhliche“ also - oder eher „Oh du Fehlende“? Der Handel gibt sich erfinderisch. Laut BME wollen deutsche Unternehmen nun verstärkt ihre Lager aufbauen – 45 Prozent der Befragten setzen auf hohe Bestände. Ein Viertel der Einkäufer kündigt an, die Termine der Lieferanten engmaschiger zu kontrollieren. Und jedes zehnte befragte Unternehmen setzt auf digitale Alternativprodukte wie Gutscheine.

„Wir raten unseren Mitgliedern grundsätzlich, Bedarfe weiterhin sorgsam zu planen, frühzeitig zu adressieren und Lagerkapazitäten nicht verfrüht wieder abzubauen“, so die BME-Vorstandsvorsitzende.