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22. April 2026

Neue Perspektiven für Deutschlands Innenstädte

STÄDTETAG UND HDE STELLEN AKTIONSPLAN VOR
Deutscher Städtetag und HDE setzen sich für die Belebung der Innenstädte ein.
Foto: AdobeStock / N7

Die Innenstädte in Deutschland stehen vor einem tiefgreifenden strukturellen Wandel. Leer stehende Ladenlokale, verändertes Konsumverhalten und steigende Kosten setzen viele Stadtzentren zunehmend unter Druck. Gleichzeitig entstehen neue Chancen, etwa durch innovative Nutzungskonzepte, eine stärkere Mischung aus Handel, Gastronomie, Wohnen und Kultur sowie durch eine aktivere Einbindung der Stadtgesellschaft.

Der Deutsche Städtetag und der Handelsverband Deutschland sehen darin eine zentrale Aufgabe für Politik, Wirtschaft und Kommunen und schlagen in einem Aktionsplan fünf konkrete Maßnahmen vor, um Innenstädte zukunftsfähig zu gestalten.

Finanzielle Spielräume schaffen

Ein zentraler Ansatzpunkt ist die finanzielle Handlungsfähigkeit der Kommunen. Attraktive Innenstädte erfordern Investitionen in den öffentlichen Raum, etwa in Aufenthaltsqualität, Infrastruktur oder Stadtgestaltung. Damit Städte und Gemeinden diese Aufgaben erfüllen können, benötigen sie ausreichend finanzielle Spielräume. Voraussetzung dafür ist vor allem eine Neuordnung der Kommunalfinanzen. Ohne stabile finanzielle Grundlagen drohen bestehende Förderprogramme an Wirkung zu verlieren.

Gründungsoffensiven für Handel

Darüber hinaus setzen die Verbände auf eine gezielte Gründungsoffensive für den Innenstadthandel. Leer stehende Flächen sollen stärker für neue Handelsgründungen genutzt werden, um den Branchenmix zu erweitern und die wirtschaftliche Dynamik in den Zentren zu stärken. Dafür ist neben der aktiven Mitwirkung von Immobilieneigentümern auch eine wirtschaftliche Unterstützung für Gründerinnen und Gründer notwendig.

Recht modernisieren

Auch rechtliche Rahmenbedingungen spielen eine entscheidende Rolle. Zwar gehen die jüngsten Novellen des Baugesetzbuchs in die richtige Richtung, aus Sicht der Verbände reichen sie jedoch noch nicht aus. Bis zum Ende der Legislaturperiode müsse daher eine umfassende Reform vorbereitet werden, die weitere Erleichterungen für Umnutzungen, Zwischennutzungen und eine stärkere Nutzungsmischung schafft und damit mehr Planungssicherheit ermöglicht.

Stadtgesellschaft aktivieren

Ein weiterer Schlüssel liegt im Engagement der Stadtgesellschaft. Innenstädte leben von den Menschen, die sie nutzen und gestalten. Dieses Engagement soll künftig stärker unterstützt werden, etwa durch eine bundesweite Mitmachinitiative. Ziel ist, die Identifikation mit den Innenstädten zu stärken und erfolgreiche Projekte sichtbarer zu machen.

Private Investitionen stärken

Schließlich sehen der Deutsche Städtetag und der Handelsverband Deutschland auch bei privaten Investitionen großes Potenzial. Diese könnten durch eine stärkere Zusammenarbeit zwischen öffentlicher Hand und privaten Akteuren erleichtert werden. Eine Weiterentwicklung von Business Improvement Districts könnte dabei helfen, Investitionen zu bündeln. Denkbar sind unter anderem vereinfachte Gründungsverfahren, längere Laufzeiten und mehr Flexibilität bei der Verwendung der Mittel.

Mit diesen Maßnahmen wollen die Verbände dazu beitragen, Innenstädte nicht nur zu stabilisieren, sondern langfristig als lebendige Orte für Handel, Begegnung und urbanes Leben neu zu positionieren.

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