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03. Mai 2026

Fachleute diskutieren konkrete Wege zur Transformation der Innenstädte

ERSTER INNENSTADTTAG SÜDWEST VON STADT + HANDEL IN PFORZHEIM HATTE ÜBER 100 TEILNEHMENDE
Zum Programm des Innenstadt-Tages gehörte auch ein fokussierter Rundgang durch Pforzheim.
Foto: Markus Born
Jens Nussbaum, Geschäftsführer des Gastgeber-Unternehmens Stadt + Handel, stellte dar, wie die Transformation der Innenstädte unter realen Bedingungen gelingen kann.
Foto: Markus Born
Lebendige Diskussionsrunden
Foto: Markus Born
Im Pforzheimer CongressCenter lauschten die teilnehmenden den spannenden Vorträgen und Diskussionen.
Foto: Markus Born

Mit über 100 Teilnehmenden aus ganz Baden-Württemberg ist der erste Innenstadttag Südwest im CongressCentrum Pforzheim auf große Resonanz gestoßen. Vertreterinnen und Vertreter aus Stadtplanung, Wirtschaftsförderung, Stadtmarketing, Citymanagement und Politik kamen zusammen, um sich zu einer der zentralen Fragen der Stadtentwicklung auszutauschen: Wie gelingt die Transformation von Innenstädten unter realen Bedingungen. Die vom deutschen Beratungsbüro Stadt + Handel gemeinsam mit der Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim organisierte Veranstaltung setzte bewusst auf ein praxisnahes Format. Unter dem Leitgedanken „Von Praktikern. Für Praktiker. Für den Südwesten.“ stand weniger die theoretische Einordnung als vielmehr der Austausch konkreter Erfahrungen im Fokus.

Viel Wissen vorhanden – Umsetzung bleibt die zentrale Herausforderung

Bereits zu Beginn wurde eine These formuliert, die sich wie ein roter Faden durch den Tag zog: „Innenstädte scheitern nicht an fehlenden Ideen. Sie scheitern an fehlenden Entscheidungen.“

Die Diskussionen machten deutlich, dass in vielen Kommunen ein breites Wissen über notwendige Maßnahmen vorhanden ist – etwa in den Bereichen Nutzungsmix, Freiraumgestaltung oder Immobilienentwicklung. Gleichzeitig geraten Transformationsprozesse häufig ins Stocken, wenn klare Verantwortlichkeiten, Entscheidungsstrukturen und Prioritäten fehlen. Als zentrale Herausforderung wurde insbesondere die Vielzahl paralleler Einzelmaßnahmen ohne übergeordnete Wirkungslogik benannt – ebenso wie die fehlende Verbindlichkeit in Prozessen und die Schwierigkeit, unterschiedliche Akteursgruppen dauerhaft in die Umsetzung einzubinden.

Vier zentrale Handlungsfelder der Innenstadtentwicklung

Strukturiert wurde der fachliche Austausch entlang von vier zentralen Themenfeldern:

  • Revitalisierung großer Innenstadtimmobilien: Umnutzung monofunktionaler Handelsflächen und Entwicklung tragfähiger Mixed-Use-Konzepte 
  • Aktive Steuerung des Nutzungsmixes: Aufbau neuer Besuchsanlässe und wirtschaftlich stabiler Nutzungsstrukturen 
  • Qualifizierung des öffentlichen Raums: Stadtraum als Grundlage für Aufenthaltsqualität, Identität und Resilienz 
  • Kooperation und Governance: Zusammenarbeit zwischen Kommune, Eigentümer:innen und weiteren Akteuren als Voraussetzung für wirksame Entwicklung 

In interaktiven Praxisformaten wurden diese Themen anhand konkreter Beispiele aus dem Südwesten vertieft und gemeinsam mit den Teilnehmenden diskutiert.

Austausch über Fachgrenzen hinweg als zentrales Element

Ein wesentliches Merkmal des Innenstadttags war der gezielte Austausch über Disziplingrenzen hinweg. Stadtplanung, Wirtschaftsförderung, Stadtmarketing und weitere Akteursgruppen wurden bewusst gemeinsam in den Dialog gebracht. Die Rückmeldungen der Teilnehmenden unterstreichen den Mehrwert dieses Ansatzes: Besonders hervorgehoben wurden die Offenheit der Diskussionen, die Praxisnähe der Beiträge sowie die Möglichkeit, unterschiedliche Perspektiven direkt miteinander zu verbinden. Damit wurde deutlich, dass Innenstadtentwicklung zunehmend als gemeinsamer Prozess verstanden werden muss, der nur durch abgestimmtes Handeln verschiedener Disziplinen wirksam gestaltet werden kann.

Pforzheim als Beispiel im Wandel

Neben den übergeordneten Diskussionen bot die Veranstaltung auch konkrete Einblicke in die Entwicklung der Pforzheimer Innenstadt. In Vorträgen und einer abschließenden Exkursion wurden aktuelle Projekte und Transformationsansätze vor Ort sichtbar gemacht.

Dabei zeigte sich, wie vielfältig die Herausforderungen sind – von der Neunutzung großer Immobilien über neue Nutzungsformate bis hin zur Aufwertung öffentlicher Räume. Gleichzeitig wurde deutlich, dass in Pforzheim derzeit eine hohe Dynamik in der Innenstadtentwicklung erkennbar ist.

Fazit: Umsetzungskraft entscheidet

Der Innenstadttag Südwest hat deutlich gemacht:

  • Die Herausforderungen der Innenstadtentwicklung sind in vielen Städten vergleichbar
  • Lösungsansätze sind vielfach vorhanden
  • Der entscheidende Unterschied liegt in der Umsetzung

Zugespitzt bedeutet dies: Der Unterschied liegt nicht im Wissen – sondern in der Entscheidung. Die große Resonanz sowie die intensive Beteiligung der Teilnehmenden zeigen, dass Formate wie der Innenstadttag Südwest einen wichtigen Beitrag leisten können, um Erfahrungen zu bündeln, Perspektiven zusammenzuführen und konkrete Impulse für die Praxis zu geben. Eine Fortsetzung des Formats erscheint vor diesem Hintergrund naheliegend.

Unterstützt wurde die Veranstaltung u. a. von zentralen Fachverbänden wie dem DVWE, dem DVAG und der Bundesvereinigung City- und Stadtmarketing Deutschland (bcsd).

 

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