HI HEUTE-Interview mit Heike Gündling, Geschäftsführerin für den Immobilienbereich bei der Eucon Digital GmbH

Heike Gündling, Geschäftsführerin für den Immobilienbereich bei der Eucon Digital GmbH. Foto: Eucon

Heike Gündling ist Managing Director Real Estate bei der Eucon Digital GmbH,  dem weltweit erfolgreichen Digitalisierungsexperten für Daten- und Prozessintelligenz, der inzwischen auch für die Immobilienwirtschaft Lösungen entwickelt hat. Mit HI HEUTE-Chefredakteur Thorsten Müller sprach sie im Interview auch darüber, wie digital die Branche inzwischen tatsächlich schon ist.

 

HI HEUTE: EUCON ist vielen Akteuren in der Immobilienbranche noch nicht wirklich ein Begriff. Sie sind aber kein Start-Up, das sich erst noch beweisen muss, sondern verfügen bereits über eine große Erfolgsstory – allerdings auf anderen Feldern.  

Heike Gündling:Das ist richtig. Wir sind ein „Hidden Champion“ aus Münster in Westfalen. Das Unternehmen wurde vor rund 20 Jahren gegründet und hat sich international einen Namen damit gemacht, eine der weltweit größten Datenbanken für Automobilteile zu besitzen. Daraus entwickelte sich –  unter zunehmender Einbeziehung von künstlicher Intelligenz – die Qualifikation, nahezu vollautomatisch Schadensabwicklung für die Autoversicherer durchzuführen. Rund 75 Prozent der Versicherungsunternehmen nehmen die Hilfe von Eucon in Anspruch. Weil das so gut gelang, sind nach und nach andere Bereiche dazugekommen, so auch 2015 die Real Estate Branche. Wir sind stolz, dass wir unter anderem mit Union Investment und STRABAG zwei absolute Top-Player zu unseren Kunden machen konnten.

HI HEUTE: Digitalisierung ist gewissermaßen Ihr Leben. Bereits vor Ihrer Zeit bei Eucon waren Sie für PropTechs tätig. Wie wirklich digital ist denn die Immobilienwirtschaft in Deutschland?

Heike Gündling:Wir haben hierzulande einige sehr vorbildliche Immobilienunternehmen, die zweifellos als digitale Vorreiter bezeichnet werden können. Diese Marktakteure zeichnen sich dadurch aus, dass sie die Digitalisierung auf Vorstandsebene ansiedeln und beispielsweise einen Chief Digital Officer (CDO) ernannt haben. Zugleich sind sie gezielte Kooperationen mit digitalen Dienstleistern eingegangen, mit denen sie sowohl Produkte als auch Prozesse umkrempeln. Doch in der Breite ist die deutsche Immobilienwirtschaft noch allzu analog aufgestellt. Manche nicht wirklich funktionierenden Prozesse sollten schnell über Bord geworfen werden. Im Grunde ist es nötig, dass sich viele der Unternehmen in einigen Bereichen quasi neu erfinden müssen, denn nur so bleiben sie sie wettbewerbsfähig.  

HI HEUTE: Wie sieht sich Ihr Unternehmen innerhalb der digitalen Dienstleistungslandschaft?

Heike Gündling:Wir zählen uns zum „Digitalen Mittelstand“ in Deutschland. Mit rund 250 Kunden und 400 Mitarbeitern auf drei Kontinenten – die Mehrzahl davon an unserem Stammsitz in Münster – sind wir breit aufgestellt, um auch komplexe Herausforderungen lösen zu können. In der Automobilbranche zählen wir alle namhaften Hersteller wie Daimler oder BMW ebenso wie die führenden Zulieferer wie ZF, Bosch und Hella zu unserem Kundenkreis. In der Versicherungswirtschaft ist es genauso: Top-Versicherer wie die Allianz, Signal Iduna oder Generali begleiten wir bei ihrer digitalen Transformation. Genau diesen Anspruch verfolgen wir auch für die Immobilienwirtschaft. Mit dem Thema Rechnungsmanagement haben wir einen entscheidenden Ansatzpunkt und „Pain Point“ gefunden, auf dessen Fundament wir weitere Geschäftsprozesse digital umkrempeln können.

 

HI HEUTE: Wie genau kann die Immobilienbranche von EUCON profitieren?

Heike Gündling:Grundsätzlich helfen wir Real Estate-Unternehmen dabei, Daten und Dokumente schneller, transparenter und flexibler zu managen. Damit natürlich auch kostengünstiger. Dabei geht es primär um Rechnungsabwicklung, immer häufiger aber auch um Datenextraktion aus Mietverträgen. Mein Ziel für 2019 jedoch ist es, dass wir auch im Bereich der Property Management- und anderer Dienstleistungsverträge die Prozesse deutlich stärker digitalisieren und damit beschleunigen können. Dank KI und unserem enorm hohen Datenvolumen lernen unsere Programme ständig dazu und die Informationen lassen sich auf diese Weise nicht nur analysieren, sondern auch interpretieren. Wir sind auf bestem Weg zu einem zuverlässigen volldigitalen Gesamtablauf.

Erstellt von Thorsten Müller