Wiesbadener Einkaufszentrum hat sich neu positioniert und punktet als Nahversorger

Das neue "Lili" in Wiesbaden. Quelle: JLL

Im Wiesbadener Lili (vormals Lilien-Carré) gibt es wieder Grund zu feiern: Vor wenigen Wochen kehrte Starbucks mit einem neuen Coffee-Shop ins Center zurück  und sorgte für eine stark frequentierte Eröffnung. Aber auch sonst hat sich rund um den 2007 eröffneten Bau, für den Kritiker früher reichlich Spott parat hatten, viel getan. 40 Millionen Euro wurden nicht ohne Grund vom neuen Eigentümer Orion in Umbaumaßnahmen der Handelsdestination (25.000 qm vermietbare Fläche) investiert. Das macht sich natürlich bemerkbar.

 

Von Außen lud das Shoppingcenter nicht gerade zum Einkaufen ein. Es sah eher aus wie ein Museum: Der Eingang war zugebaut mit Brückenköpfen, das Obergeschoss nicht erkennbar. Die Rolltreppen am Eingang in den ersten Stock waren aus dem Lauf gedreht, die Rolltreppen hinten (und die Aufzüge) in einem Appendix nach hinten versetzt. Zudem waren die OG-Läden am „inneren Ei“ nur über kleine Brückenköpfe erreichbar. Kurz gesagt: Es gab reihenweise Beispiele dafür, wie man es nicht macht.

All diese Fehler hat Orion inzwischen korrigiert. Jetzt erinnert der helle, transparente Eingang mit seinen doppelstöckigen Fassaden ein wenig an das Minto in Mönchengladbach, das zu den bestentwickelten  deutschen Einkaufszentren gehört.

Die Rolltreppen liegen jetzt im Lauf, der gesamte innenliegende Einzelhandel im ersten Stock wurde komplett entkernt und eine Dining-Plaza eingerichtet, die ihren Namen wirklich verdient. Das innenliegende Ei im EG wurde wie ein Frühstücksei nach oben gekappt, damit die Wege verkürzt und ein weiterer Platz vor der neuen Nahversorgungsstrecke mit REWE, Aldi und Rossmann, eingerichtet werden konnte.

Centermanager Robert Klemm freut sich gerade über die Vermietung an die drei Kundenmagneten. „Durch unsere Neuausrichtung haben wir es geschafft, zum größten Nahversorger in der Region zu werden.“

 

An den alten Mietermix erinnert so gut wie nichts mehr. Mode und Unterhaltungselektronik, die ihre Glanzzeiten längst überschritten haben, findet man demzufolge nahezu halbiert. „Es ist eher ein Hybrid-Center mit Branchenclustering“ so Jens Semmelroth, Retail Assetmanager von JLL, die als Dienstleister schon viele gute Ideen beisteuern konnten.

Und wie sieht das neue Starbucks aus? Rund die Hälfte der Fläche ist für das Ladenlokal im Erdgeschoss vorgesehen, weitere rund 100 qm für Außenflächen und Bestuhlung in der Mall.

Die Kunden freut das sehr. Statt Spott und Häme gibt’s für das Lilien-Carré endlich wieder endlich wieder Lob und Anerkennung.

Erstellt von TMÜ