In Frankfurt diskutierten knapp 40 Assetmanagement-Experten auf der diesbezüglichen Jahreskonferenz des German Council of Shopping Centers

Gut besucht war die Jahreskonferenz Asset Management des German Councils in Frankfurt: Foto: GCSC
Zogen ein positives Fazit: Katharina von Schacky, Global Head of Shopping der Commerz Real AG und Steffen Hofmann, Managing Partner von iMallinvest Europe GmbH, die die GCSC-Fachkonferenz leiteten. Foto: GCSC

Rund 40 Assetmanagement-Experten und Shoppingcenter-Profis aus unterschiedlichen Branchen haben sich in dieser Woche in Frankfurt zur jährlichen Assetmanagement- Fachkonferenz des GCSC getroffen. Unter der Leitung von Katharina von Schacky (Global Head of Shopping der Commerz Real AG) und Steffen Hofmann (Managing Partner von iMallInvest Europe GmbH), setzten sich die Experten mit Vorträgen und Diskussionen zum Thema "Handelsimmobilien im Zeitalter disruptiver Technologien" intensiv auseinander.

 

In vier unterschiedlichen Impulsvorträgen wurde das komplexe Themenfeld beleuchtet. Den internationalen Blick lieferte mit dem Vortrag  „Westfield London. A case study on Europe‘s largest shopping centre“ Duncan Bower, Director, Unibail-Rodamco-Westfield. Raimund Ellrott, Management Board, GMA  stellte die aktuelle Studie „Restrukturierung von Shopping Centern: die Refurbishment-Welle rollt!“ vor und Dr. Stefan Feuerriegel, Norton Rose Fulbright, Head of Real Estate Germany, ergänzte mit dem Vortrag „Veränderungen in Transaktionsprozessen infolge der Digitalisierung von Handelsimmobilien“. Einen exklusiver Zwischenbericht zum GCSC-Forschungsprojekt „Digitalisierung von Shopping Centern: Vom BIM2digital Twin.“ in Kooperation mit der Bergischen Universität Wuppertal lieferte Dipl. Ing. Matthias Kaufhold.

Zusammenfassend stellten die Teilnehmer fest, dass aus Investmentsicht Deutschland weiterhin starke Fundamentals vorweisen kann, aber Investoren kein klassisches reines Shopping Center mehr kaufen möchten, sondern zu Mixed-Use-Immobilien tendieren bzw. ein Shopping Center dorthin entwickeln möchten.

Die Studie von GMA machte zudem deutlich, dass das nächste Jahrzehnt von Refurbishments und kaum Neueröffnungen geprägt sein wird. Für mindestens ein Drittel aller Shopping Center muss in den nächsten Jahren eine proaktive Asset Management-Strategie entwickelt werden, ansonsten geraten diese in schwierige Situationen, lautet das Fazit. Spannenden Zeiten ebenso für die Mieter. Decathlon- Deutschlandgeschäftsführer Marc-Philipp Kaufmann sieht für sein Haus in den kommenden Jahren weiterhin großes Wachstumspotenzial im stationären Handel. Eine Verdopplung des Filialnetzes sei vorstellbar. Einzelhändler, die wie Decathlon eine erfolgreiche Omni-Channel-Strategie fahren wollen, werden den Wandel hin zum Technologieunternehmen meistern müssen.

 

Wie ein aktives Asset Management funktioniert hat auch Duncan Bower von Unibail-Rodamco-Westfield am Beispiel Westfield London aufgezeigt. Im Vordergrund stand eine Erweiterug um mehr als 75.000 qm mit einem Invest von über 600 Millionen-Pfund. Aber das ist längst nicht alles, denn man versucht, dem Besucher das zu liefern, was er sich wünscht und erleben möchte, auch wenn er noch gar nicht weiß, dass er es überhaupt haben will. 

Das gemeinsame Fazit von Katharina von Schacky und Steffen Hofmann am Ende der Konferenz war dann auch im Prinzip ein klarer Arbeitsauftrag an die Experten: „Im Asset Management von Shopping Centern dreht sich aktuell alles darum, proaktiv eine Asset-Strategie aufzustellen, die ein Shopping Center zu einer Differenzierung und klaren Positionierung im Markt führt. Dieses aber mit einem Angebot, das spürbar breiter ist als nur klassischer Retail.“