HI-HEUTE-Interview über Gründe und Auswirkungen mit Joana Fisher, Managing Director Center Management

Joana Fisher, Managing Director Center Management der ECE.

Die ECE stellt sich ab dem kommenden Jahr neu als integrierte Gruppe im Immobilien- und Investmentgeschäft auf, die Asset Management, Projektentwicklungskompetenz, Investment Management und weitere Full-Service-Immobiliendienstleistungen unter einem Dach anbietet.

Die neue ECE Group unter Führung von Alexander Otto als CEO und Claudia Plath als CFO ist für die Strategie und die Steuerung des Gesamtkonzerns verantwortlich. Die beiden Marktbereiche Marketplaces (Shopping-Center) und Work & Live (Wohnen, Hotel, Logistik, Office) bilden künftig eigenständige Gesellschaften. Hinzu kommt die Fondsgesellschaft ECE Real Estate Partners. Ihre Struktur als unabhängiger, regulierter Alternative Investment Fund Manager (AIFM) mit den Aktivitäten in Hamburg und der Tochtergesellschaft in Luxemburg bleibt dabei unverändert.

 

In Zukunft breiter aufgestellt

Alexander Otto: „Wir vollenden mit der neuen Struktur die Transformation der ECE von einem ursprünglichen Shopping-Center-Entwickler zu einer breit aufgestellten Immobilien- und Investmentgruppe. Die eigenständigen Marktbereiche bekommen mehr Verantwortung und können dadurch noch schneller auf die Bedürfnisse unserer Kunden und die Anforderungen der Märkte reagieren. Zudem schaffen wir die Voraussetzungen für die weitere Digitalisierung unserer Aktivitäten von Omnichannel über BIM bis hin zum Reporting.“

Neu: ECE Group Services

Die ECE Marketplaces wird künftig von Joanna Fisher als CEO geführt. Steffen E. Friedlein verantwortet innerhalb dieser Einheit als Managing Director die Leasing Services. Die ECE Work & Live wird von Henrie W. Kötter als CEO gesteuert, die ECE Real Estate Partners bleibt unverändert unter Führung der Managing Partners Dr. Volker Kraft und Markus Schmitt-Habersack. Eine neu gegründete ECE Group Services unter Führung der Managing Directors Robert Heinemann und Arndt Schwerdtfeger erbringt alle Dienstleistungen im Konzern von Design- und Projektmanagementleistungen über das Commercial Property Management bis hin zur Rechtsberatung und verantwortet die weitere Digitalisierung der Gruppe. Die neue ECE Group wird ein jährliches Umsatzvolumen von rund 800 Millionen Euro haben, Assets im Wert von rund 33 Milliarden Euro betreuen und ein Bau- und Planungsvolumen von 2,8 Milliarden Euro abwickeln.

HI HEUTE-Chefredakteur Thorsten Müller sprach dazu topaktuell mit Joana Fisher.

Frau Fisher, was waren die ausschlaggebenden Gründe für die Umwandlung der ECE in eine „Group“ und welchen Anteil hat daran die Corona-Pandemie?

Joana Fisher: Die ECE hat sich in den letzten Jahrzehnten vom ursprünglichen Shopping-Center-Entwickler zu einer breit aufgestellten Immobilien- und Investmentgruppe weiterentwickelt. Mit der neuen Struktur vollenden wir diese Transformation. Die Corona-Pandemie hat dazu beigetragen, dass wir diesen letzten Schritt schneller und vielleicht auch noch konsequenter gegangen sind.

Bislang standen Handelsimmobilien nahezu ausschließlich im Mittelpunkt Ihrer Unternehmensaktivitäten. In den letzten Jahren gab es jedoch bereits einige größere Investments in anderen Bereichen. Von welcher Assetklasse erhoffen Sie sich mittelfristig die bedeutsamsten Umsätze bzw. Gewinne?

Joana Fisher: Wir sind davon überzeugt, dass die Märkte Shopping Center derzeit zu negativ bewerten. Daher können wir uns durchaus weitere Investitionen in erstklassige Shopping Center vorstellen. Unsere Development-Pipeline ist hingegen schon seit vielen Jahren sehr heterogen, andere Assetklassen wie Büro, Logistik, Hotel und Wohnen sind dort inzwischen stärker vertreten als Handelsimmobilien. Das wird auch in Zukunft so bleiben. Beim Management wird unser Fokus auch in Zukunft klar auf den Handelsimmobilien liegen. Hier wollen wir als Dienstleister für unsere Investoren nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ klarer Marktführer sein. Darüber hinaus wollen wir unsere Betriebskompetenz aber zunehmend auch in anderen Assetklassen wie etwa Wohnen nutzen.

Wird die neue Ausrichtung schon baldige Auswirkungen auf die Gestaltung Ihrer Shopping Center haben, die bei der absehbaren Retailreduzierung immer offener auch für andere Nutzungswege werden?

Joana Fisher: Wir nutzen bereits heute die breite Aufstellung der ECE, um unterschiedlichste Nutzungen mit dem Thema Shopping zu kombinieren. So planen wir etwa Wohnungen auf dem Grundstück des Stern-Centers in Potsdam, haben ein Hotel in die Kö-Galerie in Düsseldorf integriert und werden in Frankfurt ein Selfstorage-Konzept ausprobieren. Mit der neuen Aufstellung wollen wir unsere Kompetenzen in den anderen Assetklassen noch weiter ausbauen, was uns in der Tat auch bei der Weiterentwicklung der Shopping-Center helfen wird.

 

Erstellt von Thorsten Müller