Erster Bauantrag für riesiges Revitalisierungsprojekt gestellt

Soeben haben redos und HLG den ersten Bauantrag fürs Rhein-Ruhr Zentrum eingereicht. Visualisierung: MAAS&PARTNER Architekten / bloomimages
So soll sich der Eventeingang des RRZ präsentieren. Visualisierung: MAAS&PARTNER Architekten / bloomimages
„Speisekammer“ soll der Marktbereich des RRZ heißen. Visualisierung: MAAS&PARTNER Architekten / bloomimages

Die Hamburger redos Gruppe und der Projektentwickler HLG aus Münster haben den ersten Bauantrag für die Revitalisierung des Rhein-Ruhr Zentrums (RRZ) in Mülheim an der Ruhr eingereicht. Damit rückt der Start für das größte Modernisierungsprojekt im deutschen Einzelhandel näher.

redos und HLG wollen den Standort zum „Wohnzimmer des Ruhrgebiets“ entwickeln – und damit zu einem Wohlfühlort, an dem die Besucher in ansprechender Atmosphäre gleichermaßen einkaufen, Bekannte und Freunde treffen und etwas erleben können.

200 Millionen Euro Investition

Mehr als 200 Millionen Euro sollen in den Umbau fließen. Erstmals in der Geschichte des 1973 eröffneten Standortes ist es möglich, das Shopping-Center, die Karstadt Arkaden und den ehemaligen Brenntag-Büroturm am Stinnes-Platz mit einer Gesamtmietfläche von rund 140.000 Quadratmetern gemeinsam zu entwickeln und neu zu positionieren. Die Voraussetzungen dafür hatten die Eigentümer – ein Joint Venture zwischen dem von Morgan Stanley Real Estate Investing (MSREI) verwalteten Immobilienfonds „North Haven Real Estate Fund IX Global“ und redos – 2018 durch die Vereinigung der drei Teile auf eine Eigentümerstruktur geschaffen.

 

Verschiedene Themenbereiche

Der eingereichte Bauantrag umfasst zunächst die Modernisierungspläne für das Einkaufscenter inklusive Karstadt, der größter Mieter am Standort bleibt. Im Zuge des Umbaus werden im Center verschiedene Themenbereiche geschaffen, die über zwei Etagen miteinander verbunden werden und auf dem Parkdeck teilweise auch eigene Eingänge erhalten. Geplant sind eine „Speisekammer“ (Marktplatz), ein „Wohnzimmer“ (Mode), ein „Sportplatz“ (Sport), ein „Esszimmer“ (Foodlounge & Casual Dining) und ein „Spielzimmer“ (Events & Entertainment).

Das Vier-E-Konzept

Christine Hager, Managing Director / Head of Shopping Center Asset Manager bei redos, sagt: „Wir wollen das RRZ zu einem neuen sozialen Treffpunkt machen. Deshalb verbinden wir mit unserem Konzept Einkaufen, Entspannung, Erlebnis und Entertainment und planen auch einen richtigen Marktplatz mitten im Center. Das ist in der Form in Deutschland in einem Einkaufszentrum bisher einzigartig. Mit solchen Angeboten und durch die Integration frischer und digitalaffiner Marken wollen wir künftig verstärkt auch jüngeren Generationen ansprechen.“

HLG-Geschäftsführer Christian Diesen ergänzt: „Natürlich bieten wir auch unseren langjährigen Stammkunden weiterhin Identifikationsmöglichkeiten mit ‚ihrem‘ RRZ. Viele von ihnen halten dem Standort seit Jahrzehnten die Treue. Es ist uns ein großes Anliegen, dass das auch so bleibt. Das neue RRZ soll für alle Kunden gleichermaßen ein zweites Zuhause sein, in dem sie gerne ihre Freizeit verbringen.“

Design mit Industriecharakter

Das neue Design des RRZ, das sich auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Humboldt befindet, greift den Industriecharakter der Region auf. Um das Center offener zu gestalten und eine bessere Kundenführung zu ermöglichen, werden die Eingänge erneuert und Sackgassen auf den beiden Ebenen aufgelöst. So soll ein Rundlauf entstehen. Um mehr Tageslicht einzulassen, werden wo möglich zudem die niedrigen Decken aufgebrochen. Die Beschilderung im Center wird optimiert und die Barrierefreiheit verbessert. Geplant sind auch eine stärkere Begrünung und eine Verbreiterung der Parkplätze.

Rooftop-Bar angedacht

Für das ehemalige Brenntag-Gebäude, für das ein separater Bauantrag eingereicht werden soll, wurden ebenfalls verschiedene mögliche Nutzungskonzepte entwickelt. Darunter sind Optionen für eine Nutzung als Büro- und Ärztehaus, als Hotel sowie für Erholungsmöglichkeiten und Konferenz- und Veranstaltungsflächen. Auch die Integration einer Rooftop-Bar mit spektakulärem Blick über die gesamte Region wird geprüft.

Der Start der vorbereitenden Abbrucharbeiten im Center ist für Mitte 2020 geplant. Nach dem Umbau in mehreren Bauabschnitten bei laufendem Betrieb soll das neue Gesamtareal 2023 fertiggestellt werden.