GCSP hat sich für Änderungen bei Landesregierungen stark gemacht

Das Centro Oberhausen ist eines jener Shopping Center, die in den nächsten Tagen wieder viele Läden öffnen wollen. Foto: URW / Oliver Blobel

Kleinere Geschäfte bis zu 800 Quadratmetern dürfen ab Montag wieder öffnen, bestätigte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann am Donnerstagabend bei einer Pressekonferenz in der Staatskanzlei der Düsseldorfer Landesregierung. Das gilt auch für zahlreiche Stores in Shopping Centern. Topaktuell: und inzwischen sogar bundesweit.

Aufgrund seiner aktiven Arbeit und entstandenen guten Kontakte zu den Landesregierungen hat sich zum Beispiel  der German Council of Shopping Places (GCSP) für bundesweite Änderungen stark gemacht. Wie man jetzt sieht, mit Erfolg. Mit Ausnahme von Bayern, das erst ab 27. April einen Neustart erlaubt, dürfen rund drei Viertel aller Läden ab kommenden Montag unter Einhaltung zahlreicher gesundheitlicher Auflagen wieder öffnen. Noch sind in einigen Bundesländern nicht alle Fragen geklärt, aber die Bereitschaft der Länder zu einer etwas großzügiger gehandhabten Öffnungsumsetzung ist ganz aktuell noch einmal gestiegen.

Gute Voraussetzungen gegeben

„Shopping Center können durch professionelles Management, Reinigung und Wachschutz, Hygieneauflagen und mögliche Ansammlungen von Kunden vor einzelnen Läden oder in der Mall besser organisieren, als dies in einer Fußgängerzone ohne Management möglich ist“, hat der GCSP klar gestellt. „Shopping Center verfügen anders als Fußgängerzonen über moderne Frequenzzählanlagen, durch die eine Steuerung des Besucherstroms durch entsprechendes Personal an den Eingängen erst möglich wird.“ Zudem hätte sich diese Assetklasse durch den weiter laufenden Betrieb bereits jetzt mit Gebrauchsmasken und sonstigen Hygienemitteln eingedeckt und Vorkehrungen für einen geordneten Betrieb getroffen.

Große Herausforderungen warten

Den Händlern steht nun eine große Herausforderung bevor: Schließlich gelten bestimmte Voraussetzungen, um zumindest in Teilbereichen wieder in Betrieb zu gehen. So muss das Centermanagement in der Lage sein, Menschenansammlungen zu verhindern. Die Mieter selbst haben beispielsweise Desinfektionsmittel und Warntafeln bereit zu stellen. Ob all diese Maßnahmen in so kurzer Zeit gestemmt werden können, ist fraglich. Nichtsdestoweniger ist davon auszugehen, dass eine Vielzahl an Stores in den nächsten Tagen ihre Pforten öffnen.

 

Centro feilt an Wiedereröffnung

Laut Bericht der WAZ plant zum Beispiel das Centro Oberhausen, größtes überdachtes Einkaufszentrum in NRW, die Wiedereröffnung in Teilbereichen ab Montag oder Mittwoch.  Aktuell sind im Centro lediglich drei Stores geöffnet: dm, Apotheke und ein Teeladen. Centermanager Marcus Remark sieht das Objekt für eine Wiedereröffnung gut aufgestellt: „Wir wissen alle 15 Minuten genau, wie viele Menschen sich im Centro aufhalten. Notfalls können wir den Zutritt klar steuern.“ In der Regel kämen über zehn Stunden verteilt insgesamt 35.000 Besucher ins Centro. „Wir achten gewissenhaft auf die notwendigen Regeln. Das zu erwartende Kundenaufkommen lässt sich mit Blick auf Gesundheit und Sicherheit bewältigen. Das Abstandsgebot kann gut eingehalten werden."

Intensive Abstimmungen

Julian Kalcher, Pressesprecher von Unibail-Rodamco-Westfield Germany, Eigentümerin des Centro und Betreiberin von insgesamt 24 Centern in Deutschland - u.a. in München, Berlin, Leipzig oder Frankfurt  - äußert sich am Freitag mit Blick auf das gesamte Portfolio einschränkend.  „Es liegen noch nicht in allen Bundesländern die konkreten Erlasse vor. Wir stehen jedoch an allen Standorten im Austausch mit den städtischen Behörden und unseren Miet- und Geschäftspartnern, damit überall da, wo es ab Montag erlaubt ist, die Shops zügig ihren Betrieb aufnehmen können", sagt er auf Nachfrage von HI HEUTE. „Natürlich muss operativ gewährleistet sein, dass Personal verfügbar ist und alle die zusätzlichen Schutz- und Hygienemaßnahmen beachten. Abstimmung ist hier essentiell.“

Nachbesserungen möglich

Darüber hinaus gibt es von verschiedener Seite Überlegungen zum Nachbessern: So seien zum Beispiel 20 Quadratmeter Abstandszone sehr reichlich bemessen – eigentlich würden zehn Quadratmeter genügen. Denkbar sei auch, dass Kaufhäuser einen Teilbereich von 800 Quadratmetern zum Shoppen frei gäben und somit ebenfalls den Vorteil der Öffnungen nutzen könnten.

 

Erstellt von smue