Exklusiver Gastbeitrag von Sarah Spanring, Marketing & PR Managerin von Store2Be

Sarah Spanring, Marketing & PR Managerin bei Store2Be. Foto: Store2Be

Dem stationären Handel wird immer häufiger das Aussterben vorhergesagt. Junge, digital erzogene Zielgruppen, u.a. die sogenannten Millennials, gingen nicht mehr offline shoppen, heißt es. Mit zunehmender Bequemlichkeit im Online-Shopping durch kostenlosen Versand und Umtausch verliert Retail als reine Verkaufsfläche, genannt “Point of Sale”, zunehmend an Attraktivität." Gerade große Online-Player wie Amazon und Zalando können weitaus günstigere Preise anbieten und schlagen damit die stationären Händler im reinen Preisvergleich deutlich. Die Folge: immer mehr Fläche wird frei und von allen Seiten hört man, dass der Einzelhandel, der heute noch besteht, nicht mehr lange so bestehen bleiben wird.

 

Aber ist das das Ende des Einzelhandels? Wir sagen: Nein! Wieso? Weil es im stationären Handel um weitaus mehr geht als um das reine Erledigen eines Einkaufs - vielmehr geht es um das ganze Einkaufserlebnis wie die Atmosphäre, die nette Beratung, die kreative Inszenierung sowie das Ausprobieren verschiedener Produkte.

Nehmen wir einmal das Beispiel der Essens-Lieferdienste: Online Essen bestellen und sich dieses nach Hause liefern lassen, das ist natürlich eine extrem bequeme Angelegenheit. Aber dennoch: Niemand würde sich sein Essen nur noch ausschließlich online bestellen und nie wieder in ein Restaurant gehen. Es geht auch hier um weitaus mehr als nur um die reine Nahrungsaufnahme - letzten Endes geht es um das ganze Erlebnis des Restaurantbesuchs.

Wie wird der stationäre Handel zukunftsfähig?

Stationäre Händler haben es zwar nicht einfach in der heutigen Zeit, dennoch haben sie einen entscheidenden Vorteil gegenüber ihren Online-Konkurrenten: Sie treffen ihre Kunden persönlich im echten Leben und sind somit in der Lage, aus einem gewöhnlichen Einkauf ein Erlebnis zu gestalten.

Es gibt verschiedene Wege, den stationären Handel wiederzubeleben - einer davon ist es, Experiences für den Kunden zu schaffen. Hier kommt Live Marketing ins Spiel. Eine Live-Marketing-Kampagne findet offline auf einer physischen Fläche statt und präsentiert ein Produkt oder eine Marke auf einer kurzzeitig angemieteten Location, meist unterstützt durch Promotionpersonal. Es bietet somit die Chance, dem Kunden das Produkt persönlich näher zu bringen und so eine qualitativ hochwertige Beziehung aufzubauen. Dabei verfolgt Live Marketing ein klares Kampagnenziel, wie z.B. dass erklärungsbedürftige Produkte gezeigt werden, die eben schlecht über einen Online-Banner erlebbar gemacht werden können. Konkret bedeutet das, dass den Konsumenten offline mehr als der reine Kaufvorgang geboten wird, nämlich eine bunte Mischung aus Unterhaltung, Inspiration und Konsum.

Eine Live Marketing-Aktion bietet für Flächenbesitzer sowie auch für Marken Vorteile. Flächenbesitzer können den Konsumenten neue, unerwartete Erlebnisse ermöglichen, neue Konsumentengruppen anziehen und mit jungen, innovativen Unternehmen zusammenarbeiten und in der Folge assoziiert werden. Für den stationären Handel ergibt sich dadurch die Chance, sich vom “Point of Sale” zum “Point of Experience” zu wandeln und gleichzeitig profitiert der Handel enorm davon, dass durch Live-Marketing Events mehr Experience auf der Fläche stattfindet. Unternehmen bietet sich der Vorteil, dass durch Live-Marketing ein spannender Marketing-Mix erzeugt werden kann und Online-Kampagnen offline verlängert werden können. Denn heutzutage sind es echte, gemeinsame, haptische Erfahrungen, die den Unterschied bei der Wahrnehmung und Erinnerung einer Marke machen.

Fazit

In der Vergangenheit waren Retail-Flächen hauptsächlich für den Verkauf da. In Zukunft muss die stationäre Fläche jedoch als Marketing Kanal genutzt werden, um weiter neben dem großen Konkurrenten Online-Shopping zu bestehen. Die Entwicklung neuer Nutzungskonzepte, die dem heutigen Mindset entsprechen, ist dabei unabdinglich. Hier greifen Live Marketing-Aktionen: Sie bieten den Händlern den großen Vorteil, dass sich die stationäre Fläche vom reinen Verkaufsort, einem “Point of Sale”, zum “Point of Experience”, einem Ort für Erlebnisse, wandeln kann.

 

Daher heißt es für stationäre Händler in der Zukunft: Umdenken! Das wichtigste Kapital sollte nicht länger die Immobilie, sondern vor allem der Zugang zum Kunden sein. Durch die Automatisierung der Buchung durch Plattformen und Netzwerke, die Digitalisierung der Fläche durch Live Verfügbarkeiten, die Installation von DOOH Screens, ein Performance-getriebenes Angebot auf Basis von Zielgruppen, Reichweite, Preis sowie die zahlengetriebene Analyse der Besucher und Interaktionen beginnen die ersten Einzelhändler diese Reise bereits. Wir glauben, es werden viele weitere folgen.

Erstellt von Sarah Spanring (Store2Be)