ECC KÖLN zu Omni-Channel-Strategien

Konsument*innen kaufen online lieber Produkte, die mit vielen Details beschrieben sind. Symbolbild: Pexels / Anastasia Shuraeva

Was kann mein Produkt, woher kommt es, und sind andere Nutzer*innen zufrieden? Eine aktuelle Studie des ECC KÖLN in Zusammenarbeit mit atrify fokussiert die Rolle von gepflegten und umfangreichen Produktinformationen beim Onlineshopping aus Handels- und Konsumentensicht und nimmt deren Relevanz unter die Lupe.

Kein ausreichender Product Content, kein Kauf. Diese einfache Formel im Hinblick auf Produktinformationen in Onlineshops ist nicht neu. Dass fehlende oder unzureichende Produktinformationen heute aber einer der Hauptgründe für Kundenverlust sind, unterstreicht noch einmal die Relevanz dieses Themas. Insbesondere bei Fast Moving Consumer Goods (FMCG) geben 68 Prozent der Konsument*innen, die in den letzten zwölf Monaten eine Onlinebestellung abgebrochen haben, an, dies wegen fehlender oder fehlerhafter Produktinformationen getan zu haben. Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie „(R)Evolution vom Master Data Management zum Product Experience Management“ von ECC KÖLN und atrify, die sowohl die Sicht der Konsumentinnen und Konsumenten als auch die Perspektive von Händlern und Herstellern beleuchtet.

Neukunden sehr anspruchsvoll

Rund 77 Prozent der befragten Konsument*innen stimmen der Aussage zu, lieber in einem Onlineshop zu bestellen, der umfangreiche Produktinformationen bereitstellt. Und: Insbesondere in puncto Neukundengewinnung spielen gepflegte Produktdaten eine große Rolle. So geben 78 Prozent der Konsument*innen an, sich Produktinformationen genauer anzusehen, wenn sie zum ersten Mal in einem Onlineshop bestellen. In Sachen Preissensibilität offenbart die Studie, dass rund 27 Prozent der Befragten weniger auf den Preis achten, wenn die Produktpräsentation im Onlineshop besonders ansprechend ist.

„Konsument*innen erwarten beim Onlineshopping digital erlebbare Produkte. Die Grundlage dafür sind vollständige Produktinformationen, denn sie entscheiden über die Qualität der Product Experience – dem Wachstumstreiber, insbesondere im Neukundengeschäft“, ordnet Arne Kuhlmann, Vice President Marketing & Digital Business bei atrify, die Ergebnisse der Studie ein.

 

Von MDM zu PXM

Effiziente Produktdaten im Rahmen des historisch gewachsenen Master Data Management (MDM), mit der kanal- und anbieterübergreifenden Angabe von Produktdaten, Produktbildern, Herstellerinformationen oder Kundenbewertungen, gelten heute aus Sicht der Konsument*innen als Hygienefaktor. Im so genannten Product Experience Management (PXM) können Händler und Hersteller das Kauferlebnis mit weiterführenden Informationen anreichern. So wünschen sich beispielsweise rund 58 Prozent der Konsument*innen vor dem Bildschirm detaillierte Informationen zu Herkunft und Produktionsweise. Rund ein Fünftel der Befragten wünscht sich, ein Produkt mittels VR- oder AR-Technologie ansehen zu können. Letzteres ist vor allem bei Jüngeren und den Smart Consumern beliebt.

Handlungsdruck wächst

Wie wichtig vollständiger und qualitativ hochwertiger Product Content ist, wird auf Händler- und Herstellerseite zumindest teilweise erkannt. Dennoch scheuen viele Unternehmen aufgrund mangelnder Expertise die Umstellung der heute noch meist manuellen Prozesse auf automatisierte Systeme. Doch der Handlungsdruck, in Sachen Produktdatenmanagement effizienter zu werden, wächst. Nicht zuletzt durch den pandemiebedingten Onlineschub, der den Wettbewerbsdruck um die Kundschaft im Netz weiter erhöht. „Product Experience Management bietet ein breites Spektrum an Möglichkeiten, sich als Händler und Hersteller vom Wettbewerb zu differenzieren und die Kundenbindung zu stärken. Die strategische Ausgestaltung des PXM können aber nicht alle Unternehmen allein stemmen. PXM-Expert*innen oder Dienstleister helfen dabei, die gebotene Vielfältigkeit sinnvoll für das eigene Geschäft zu nutzen“, so Mailin Schmelter, stellvertretende Bereichsleitung am ECC KÖLN, zu den Ergebnissen der Studie.