Breit angelegtes Digitalisierungsprogramm für Händler

HDE und Google stellen die Initiative ZukunftHandel auf die Beine, um speziell kleineren Betrieben digital auf die Beine zu helfen. Symbolbild: Pixabay / William Iven

Die Coronakrise trifft den Einzelhandel, die drittgrößte Branche in Deutschland, besonders hart. Die Existenz von bis zu 50.000 Geschäften ist bedroht, auch weil viele Handelsbetriebe mangels Ressourcen bisher nur wenig digitalisiert sind. Besonders leiden darunter die deutschen Innenstädte.

Vor diesem Hintergrund bündeln der Handelsverband Deutschland (HDE) und Google sowie zahlreiche weitere Partner ihre Kräfte, um ein breit angelegtes Digitalisierungsprogramm für den Einzelhandel anzubieten: die Initiative ZukunftHandel. Ein Paket aus Instrumenten und Trainings, das die teilnehmenden Unternehmen Schritt für Schritt vom klassischen Ladengeschäft (offline) hin zu einem hybriden Betrieb (offline und online) begleitet. Zielsetzung ist außerdem, das stationäre Geschäft mithilfe von Online-Tools zu stärken und zukunftsfähig zu machen.

Kleine Betriebe im Fokus

Im Fokus der Initiative stehen kleine Handelsbetriebe und Ladenbesitzer. Bei diesen stehen einer eigenen Webseite oder einem eCommerce-Angebot oft fehlende Zeit oder mangelndes Know-How im Weg. Hier will ZukunftHandel Abhilfe schaffen. Das Angebot kann ohne große monetäre oder zeitliche Investitionen wahrgenommen werden und steht allen Interessenten zur Verfügung. Zudem rufen die Partner HDE und Google einen neuen ZukunftHandel-Award in sechs Kategorien aus, der positive Beispiele hervorheben und inspirieren soll.

 

„Der Einzelhandel bildet das Fundament unserer Innenstädte und leistet einen essenziellen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt, auch als wichtiger Arbeitgeber und Ausbilder. Lokale Einzelhändler in den Innenstädten fit für die Zukunft zu machen, liegt folglich im gesamtgesellschaftlichen Interesse. Die Händler brauchen dabei gerade in der aktuellen Krise Angebote, die dabei helfen, sich ohne allzu großen Aufwand zu digitalisieren”, sagt Stephan Tromp, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland.

Besser aufgestellt sein

„Wir möchten die Digitalisierung des deutschen Einzelhandels überall unterstützen”, ergänzt Philipp Justus von Google. „Eine digitale Präsenz hilft allen Handelsbetrieben, das eigene Geschäft zu verbreitern und bei der nächsten Krise besser aufgestellt zu sein, dem kleinen Buchhändler und dem Späti um die Ecke ebenso wie größeren Drogeriemärkten oder Modegeschäften. ZukunftHandel trägt dem Rechnung, die Angebote sind einfach, passgenau und ohne größere Investitionen umsetzbar.”

Die Initiative ZukunftHandel beinhaltet unterschiedliche Instrumente und Trainings, die auf den Erfahrungsstand des jeweiligen Unternehmens zugeschnitten sind. Dazu zählen unter anderem eine professionelle Unternehmenswebseite nebst Onlineshop in Zusammenarbeit mit IONOS 1&1 und JIMDO, ein Starter-Paket von Google, eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zu Aufbau und Erweiterung des Onlinegeschäfts sowie passgenaue Online-Trainings unter anderem zu Online-Sicherheit, Zertifizierungs-Kurse zu Online-Marketing in der Google-Zukunftswerkstatt. Ferner Einstiegskurse in das Thema „Künstliche Intelligenz”, neue, einfache Funktionen für Einzelhändler in der Google-Suche und Maps, zum Beispiel Neuerungen wie Lieferdienste oder neue Produkte kommunizieren, direkte Online-Buchung von Offline-Dienstleistung, kostenlose Werbemittel und verstärkte Hinweise auf Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe.

Umfangreiche Leistungen

Auch kostenlose Daten- und Diagnosetools für Einzelhändler, um bestehende Webseiten zur Steigerung des Umsatzes zu verbessern, sind im Paket. Last but not least 27 Kurse mit Fokus auf den Handel, davon sieben speziell für KMUs sowie über 70 bestehende Kurse zu digitaler betrieblicher Weiterbildung. Telefonische Beratung und Unterstützung über eigene ZukunftHandel-Hotline runden den Service ab.

Daneben rufen die Partner HDE und Google einen neuen ZukunftHandel-Award aus. In sechs Kategorien - Gründergeist, Netzwerker, Umweltretter, Onlinekönner, Marktplatzmacher, Durchstarter (Sonderpreis: Covid-19) - sollen Handelsunternehmen ausgezeichnet werden, die sich in der Corona-Krise mit mutigen oder ungewöhnlichen Ansätzen hervorgetan haben. Interessierte können sich ab sofort über die Webseite initiativezukunfthandel.de bewerben. Die Preisverleihung findet im Rahmen des HDE-Handelskongresses am 18. und 19. November statt. Neben einem Zertifikat werden die Gewinner auf einer eigenen Webseite des ZukunftHandel-Awards vorgestellt.

Im ersten Schritt werden über 250.000 Einzelhandelsbetriebe postalisch über die Initiative und Teilnahmemöglichkeiten informiert. Es folgen dedizierte Trainings für Händler im Rahmen der Zukunftstage Handel. Zusätzlich wird die Initiative unter anderem im TV, auf YouTube und über das Netzwerk des HDE bekannt gemacht.