Gastbeitrag von Dr. Daniel Siegert, CEV, Leiter Center Management, Vermietung und Marketing

Dr. Daniel Siegert, Leiter des Bereichs Center-Management, Vermietung & Marketing, bei der CEV Handelsimmobilien GmbH. Foto: CEV

Wir haben es auf der EXPO REAL erst wieder hautnah erlebt: Die Digitalisierung ist in der Immobilienwirtschaft aktuell der Megatrend schlechthin. Der beste Beweis dafür war die bislang einmalig starke Präsenz von PropTechs auf der Messe. Wer sich in den weitläufigen Hallen genauer umschaute, entdeckte sie dort überall: die auf innovative Technologien spezialisierten Unternehmen, die unsere Branche mit ihren digitalen Geschäftsmodellen und -ideen gerade ordentlich durchrüttelt.

 

Auch, wenn die Offenheit unserer Branche spürbar zunimmt: Die Veränderungen, die mit der zunehmenden Digitalisierung einhergehen, bereiten vielen Etablierten immer noch Sorge – führen sie doch zum unumkehrbaren Umbruch einer Branche, die mit ihrem analogen Status Quo lange sehr zufrieden war. Dabei bietet die Digitalisierung vor allem eines: spannende Lösungsansätze, um Prozesse einfacher und schlanker zu gestalten oder Kundenwünsche besser zu bedienen.

Als Betreiber zahlreicher Shopping-Center und Fachmarktzentren in Deutschland setzen wir uns bei der CEV deshalb schon seit einigen Jahren ganz bewusst mit dem Thema auseinander. Gerade erst sind wir eine Kooperation mit dem Berliner PropTech-Startup store2be eingegangen. Das Unternehmen hat eine cloudbasierte Software entwickelt, die die Vermarktung, Verwaltung und Vermietung von Centerflächen zentralisiert und verfügbare Aktions- und Promotionsflächen in Centern bündelt. Der Vorteil für uns: Wir können Anfragen so künftig effizienter bearbeiten und koordinieren. Unser ganzer Vermarktungsprozess gestaltet sich damit effektiver – und wir sind so in der Lage, unsere Mieter und Kunden noch einfacher, beispielsweise über Live-Marketing-Aktionen, unmittelbar zusammenzubringen.

Neue Kundenbedürfnisse erfordern neue Lösungen

Wo uns die Digitalisierung heute solche Möglichkeiten bietet, sollten wir ihren unternehmerischen Nutzen und einen möglichen Praxiseinsatz eingehend prüfen. Auch, wenn wir dafür zunächst eigene Denkmuster überwinden und eingespielte Prozesse umwerfen müssen. Letztlich hat die Branche aber keine andere Wahl. Denn sie muss auf die veränderten Bedürfnisse der Konsumenten und damit auch auf die neuen Anforderungen der Händler eingehen.

Fakt ist: Verbraucher wollen heute nicht nur einkaufen – sie wollen etwas erleben. Darauf müssen wir als Immobilien-Betreiber reagieren. Schließlich ist es genau das, was einen modernen Center Manager heute ausmacht: Dass er als flexibler, neuen Lösungen gegenüber aufgeschlossener Partner gemeinsam mit seinen Mietern Flächen optimiert und – beispielsweise über die Bereitstellung von WLAN – auch digitalisiert, Aktionen unter Einbindung digitaler Tools plant und so die Kundenbeziehung ausbaut und festigt.

Die Endkunden verknüpfen „online“ und „offline“ beim Einkauf zunehmend intuitiv – das Stichwort Omni-Channel ist deshalb auch für den Handel unumgänglich. Die Möglichkeiten sind vielfältig: Während die stationäre Filiale beste Voraussetzungen zur Interaktion mit Marke und Produkten bietet, ergänzen smarte Geräte und Technologien wie Apps mit konkreten Produktvorschlägen oder virtuelle Bestellservices das Einkaufserlebnis. Gleichzeitig bieten digitale Lösungen zur Optimierung von Logistikprozessen oder zur effizienteren Personalplanung Händlern Ansatzpunkte, um im Hintergrund ihre Geschäftsprozesse zu optimieren und zu automatisieren.

 

Wir sehen es als unsere Aufgabe an, in unseren Centern die technischen Voraussetzungen für den Einsatz neuer Technologien zu schaffen und die Ausstattung entsprechend zu planen. Dies geschieht bei der CEV auf Grundlage konzeptioneller Überlegungen, aber insbesondere auch standortindividuell unter Berücksichtigung lokaler (Kunden-) Anforderungen. Dabei steht für uns immer der Nutzen für unsere Kunden und Auftraggeber im Mittelpunkt. Um den digitalen Wandel auch in den einzelnen, individuellen Immobilien langfristig erfolgreich voranzutreiben, sind aber letztlich alle Beteiligten gefragt: Eigentümer, Betreiber und Mieter müssen an einem Strang ziehen. Im ersten Schritt bedeutet das: sich offen für Neues zu zeigen.

Erstellt von Dr. Daniel Siegert