IFH Köln und Capgemini: Online-Neulinge sind gekommen, um zu bleiben

Cross-Channel-Strategien können laut IFH Köln und Capgemini den stationären Handel stärken. Symbolbild: Pixabay / Preis King
Grafik: IFH Köln

IFH Köln und Capgemini analysieren Neukunden im eCommerce seit Beginn der Corona-Pandemie und zeigen: Bei Online-Neulingen besteht eine hohe Zufriedenheit und damit großes Potenzial, die neue Zielgruppe dauerhaft an den Onlinekanal zu binden. Das schafft neue Zukunftsperspektiven für stationäre Geschäfte.

Lockdown, Maskenpflicht und die Angst vor Ansteckungen: Die sozioökonomischen Auswirkungen der Coronakrise bringen einen neuen Alltag mit sich. Insbesondere das Konsumverhalten der Deutschen hat sich in der Pandemie verändert. Ein signifikanter Anteil der deutschen Bevölkerung (44 Prozent) hat in der Coronakrise erstmals Produkte online gekauft, die sie vorher nur stationär gekauft haben – so die Ergebnisse der zweiten Ausgabe der Studie „Retail of the Future – Consumer Insights“. Sie beleuchtet die Zielgruppe der Online-Neulinge.

„Die Coronakrise hat in vielerlei Hinsicht in der Handelsbranche Entwicklungen und Trends beschleunigt, die sich in den letzten Jahren schon vermehrt abgezeichnet haben – insbesondere die Verschiebung hin zu mehr Onlinekäufen. Die große Frage ist nun, ob sich das Konsumverhalten der neu gewonnenen Onlinekunden auch dauerhaft stärker Richtung online ausrichtet. Unsere Studie zeigt: Sind Kundinnen und Kunden einmal zufrieden mit dem Einkauf im Netz, wird sich das Einkaufsverhalten auch zukünftig mehr online bewegen“, so Achim Himmelreich, Global Head of Consumer Engagement, Consumer Products & Retail bei Capgemini.

 

Kunden sind zufrieden

Über die verschiedenen Branchen hinweg gaben die Konsumentinnen und Konsumenten mehrheitlich an, mit den erstmals getätigten Onlinekäufen sehr zufrieden gewesen zu sein. Dabei sehen die befragten Online-Neulinge die Vorteile vom Onlineshopping vor allem in der Lieferung ins Haus (75 Prozent), der Unabhängigkeit von Öffnungszeiten (63 Prozent) sowie der großen Produktauswahl (59 Prozent). Corona-spezifische Vorteile wie eine geringere Ansteckungsgefahr (54 Prozent) und der bequemere, maskenfreie Einkauf (34 Prozent) werden zwar auch genannt, allerdings weitaus seltener: Die Online-Neulinge scheinen den Onlineeinkauf auch unabhängig von Corona schätzen gelernt zu haben. Aus diesen positiven Erfahrungen folgt nahezu branchenübergreifend eine hohe Bereitschaft, die neuerdings online gekauften Produkte beziehungsweise die jeweilige Produktkategorie auch zukünftig wieder online zu kaufen.

Regional liegt im Trend

Regionales und nachhaltiges Einkaufs- und Konsumverhalten hat bei Konsumentinnen und Konsumenten in der Krise an Relevanz gewonnen. So wollen 57 Prozent mehr regional produzierte Produkte kaufen und mehr auf die Nachhaltigkeit von Produkten achten (53 Prozent). Diese Trendbewegungen beim Einkaufsverhalten können insbesondere für stationäre Anbieter in Kombination mit Cross-Channel-Konzepten eine Chance sein.

„Cross-Channel-Konzepte in verschiedenen Ausrichtungen sind ein unumgänglicher Ansatz, wenn es um die Zukunftsperspektive des stationären Handels geht. Dass der Onlinekanal zielgruppenübergreifend immer wichtiger wird, liegt vor allem an der hohen Convenience. Das kann und muss der Handel vor Ort nutzen. So kann beispielsweise durch lokale Onlinemarktplätze oder Click-and-Collect-Lösungen bequemes Einkaufen mit Regionalität und Nachhaltigkeit verknüpft werden“, prognostiziert Jens-Peter Gödde, Senior Projektmanager am IFH Köln.