Bei der Kommunikation in den Unternehmen steht ein Groß der Chefs hinter ihren PR-Abteilungen.

Die digitale Transformation ist bei deutschen Handelsunternehmen Chefsache. Foto: RyanMcGuire / pixabay
Facebook ist der Social-Media-Kanal, der am meisten bei Handelsunternehmen genutzt wird. Grafik: EHI
In der internen Kommunikation sollen soziale Medien bei deutschen Handelsunternehmen das Wir-Gefühl stärken und Know-how ermitteln. Grafik: EHI

In einer digitalen Welt muss die Unternehmenskommunikation ihre Strategien anpassen. Das Thema Digitalisierung scheint hoch aufgehängt zu sein, denn die Geschäftsführer bieten ihren PR-Abteilungen bei der Umsetzung gute Unterstützung.  Das geht aus dem Whitepaper „Digitale Transformation in der Unternehmenskommunikation des Handels“ des EHI aus Köln hervor.

Für die Untersuchung sind zwischen Februar und Juli 2016 insgesamt 96 PR-Vertreter von Handelsunternehmen und 265 Geschäftsführer befragt. Die teilnehmenden deutschen Handelsunternehmen erwirtschaften zusammen einen Nettoumsatz von rund 145 Milliarden Euro –  das entspricht einem guten Drittel des Gesamtumsatzes im deutschen Einzelhandel.

Halbe Strecke auf dem Weg zur Digitalisierung zurückgelegt

Auf einer Skala von 1 bis 10 sehen PR-Verantwortliche von Handel- und Herstellerunternehmen die Umsetzung der Digitalisierung mit einer glatten 5 schon auf halbem Weg. Die Geschäftsführer geben hier sogar noch etwas bessere Noten, im Schnitt 6,18. Diese meinen auch, die PR-Abteilungen bei der Umsetzung digitaler Strategien eher gut zu unterstützen und beurteilen ihr Engagement mit durchschnittlich 6,63. Das scheint eine realistische Einschätzung zu sein, die die PR-Verantwortlichen selbst mit 6,51 Punkten annähernd bestätigen.

Geschäftsführer sehen soziale Medien positiv

Social Enterprise-Lösungen sollen mit Hilfe von Features, die man aus Facebook und Co. kennt, die Kommunikation mit und unter den Mitarbeitern verbessern. Die Kommunikationsexperten gehen davon aus, dass insgesamt mehr kommuniziert wird (7,7) und der Stil dabei informeller wird (7,55). Sie erwarten auch einen leichteren Wissenstransfer (6,92). Die Befürchtung, dass weniger persönliche Kontakte stattfinden, haben sie eher weniger (4,04).

Insgesamt beurteilen sowohl Geschäftsführer als auch PR-Profis den Einsatz von sozialen Medien in der internen Kommunikation eher positiv. Der offene Informationsaustausch helfe dabei, Unternehmensziele besser zu erreichen (GF 6,84/PR 6,12) und verringere das Silodenken einzelner Abteilungen (GF 6,59/PR 6,41). Außerdem würden hierarchische Kommunikationsstrukturen tendenziell an Bedeutung verlieren (GF 5,91/PR 5,29). Befürchtungen, dass diese Form der Kommunikation von der eigentlichen Arbeit ablenken könnte, scheinen eher gering zu sein (GF 4,67/PR 3,96).

 

Know-how und Vertrauen

Die wichtigste Voraussetzung, um digitale Strategien umzusetzen, ist neben Know-how (8,4) Vertrauen (PR 7,88), so die Kommunikationsprofis. Erst danach folgen auf der Prioritätenliste Ressourcen wie Technologie, Zeit, Personal und finanzielle Mittel. Die Vertrauenskultur finden Geschäftsführer (6,95) und PR (6,45) in ihren Unternehmen gut ausgeprägt, wenngleich auch hier noch Verbesserungspotenzial besteht.