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Für das seit mehreren Jahren leer stehende ehemalige Kaufhof-Gebäude an der Schmiedestraße in Hannovers Innenstadt zeichnet sich eine neue Zukunft ab. Nach rund drei Jahren ohne dauerhafte Nutzung soll zunächst die Fassade des markanten Gebäudekomplexes neu gestaltet werden. Die Landeshauptstadt Hannover und der Eigentümer der Immobilie stellten nun das Siegerkonzept eines Architekturwettbewerbs vor.
Den Zuschlag erhielt das international renommierte Architekturbüro Herzog & de Meuron aus Basel. Der Entwurf sieht vor, das Gebäude mit einem so genannten „luftigen Klinkerkleid“ zu versehen – einer doppelschichtigen Fassadenstruktur aus Glas und Ziegel, die mehr Licht ins Gebäude bringen und zugleich Bezug auf die Backsteintradition öffentlicher Bauten in Hannover nehmen soll.
Die Neugestaltung der Fassade geht auf eine Ideenkonkurrenz zurück, die im Dezember 2025 vom hannoverschen Unternehmer Oliver Blume gemeinsam mit dem Baudezernat der Stadt ausgelobt wurde. Mehrere international bekannte Architekturbüros reichten Entwürfe ein, aus denen eine Jury schließlich das Konzept von Herzog & de Meuron auswählte. Das ehemalige Kaufhaus liegt an einer sensiblen städtebaulichen Schnittstelle zwischen der Innenstadt und der historischen Altstadt rund um die Marktkirche. Der bisherige Bau aus der Warenhausära gilt vielen als überdimensioniert und massiv. Der Siegerentwurf soll diese Wirkung abmildern: Die äußere Ziegelschicht wird mit einer inneren Glasfassade kombiniert, sodass zwischen beiden Ebenen lichte Zwischenräume entstehen. Diese dienen zugleich als Aufenthalts- und Bewegungsflächen im Inneren des Gebäudes.
Mit der Fassadensanierung ist jedoch nur ein Teil des Vorhabens verbunden. Eigentümer Blume plant eine umfassende Umnutzung des Gebäudes zu einem gemischt genutzten Stadtbaustein. Im Erdgeschoss sollen künftig Einzelhandel und Gastronomie angesiedelt werden. Darüber ist eine großflächige Berufsschule vorgesehen, die über mehrere Etagen hinweg Platz finden soll. Ergänzt wird das Nutzungskonzept durch eine Sporthalle sowie Wohnappartements auf dem Dach des Gebäudes. Die Region Hannover prüft bereits, Teile des Gebäudes langfristig für die berufsbildende Schule BBS Cora Berliner anzumieten. Perspektivisch könnten dort mehrere tausend Schülerinnen und Schüler unterrichtet werden. Damit würde das ehemalige Warenhaus zu einem zentralen Bildungsstandort im Herzen der Stadt.
Die geplante Umgestaltung steht exemplarisch für den strukturellen Wandel vieler deutscher Innenstädte. Große Warenhäuser verlieren seit Jahren an Bedeutung, während gleichzeitig neue Nutzungskonzepte für ihre oft riesigen Gebäude gesucht werden. Experten sehen in der Umnutzung solcher Immobilien eine Chance, Leerstände zu vermeiden und zentrale Stadtlagen neu zu beleben. Mit dem Projekt – intern unter dem Namen „The Box Hannover“ diskutiert – soll das ehemalige Kaufhof-Gebäude künftig nicht mehr nur ein Ort des Konsums sein, sondern ein multifunktionaler urbaner Raum aus Bildung, Wohnen, Gastronomie und Handel.
Interessierte Bürgerinnen und Bürger können sich selbst ein Bild von den Wettbewerbsergebnissen machen. Die sechs Finalistenentwürfe sowie das Siegerkonzept werden vom 13. April bis zum 8. Mai in der Bauverwaltung der Stadt am Rudolf-Hillebrecht-Platz öffentlich ausgestellt. Der Eintritt ist frei. Mit der Neugestaltung des Gebäudes könnte einer der größten Leerstände der hannoverschen Innenstadt künftig wieder zu einem lebendigen Ort werden – und zugleich ein Modell für den Umgang mit ehemaligen Warenhäusern in deutschen Städten liefern.
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