Die Unternehmerin Karin Telke war vier Jahre Zentrumsmanagerin der Stadt Püttlingen. Im Interview spricht sie über Innenstädte der Zukunft.

Karin Telke lenkte als Zentrumsmanagerin vier Jahre die Geschicke der Innenstadt in Püttlingen. Foto: privat

Karin Telke ist die ehemalige Zentrumsmanagerin der Stadt Püttlingen und Inhaberin einer Moderatoren-Agentur. Als sie anfing, sich mit der Innenstadt in der saarländischen Gemeinde zu beschäftigen, standen dort Zweidrittel der Geschäfte leer. In vier Jahren schafft sie das Stadtzentrum wieder zu beleben. Im Interview spricht sie darüber, wo das Herz einer Gemeinde schlägt, warum inhabergeführter Einzelhandel so wichtig ist und wie sich die Innenstadt der Zukunft vorstellt. 

Warum sind Sie Stadtretterin geworden?
Unsere Innenstädte sind ein Ort der Begegnung. Stadtzentren sind der Ort, an dem das Herz unserer Gesellschaft schlägt. Daran, dass dieses Herz nie aufhört zu schlagen, arbeite ich in Püttlingen als Zentrumsmanagerin der Stadt seit vier Jahren. Die Initiative „Stadtretter” ist heute so wichtig, wie wohl selten zuvor.

Vor welchen Herausforderungen stehen Sie oder Ihre Kommune?

In den letzten vier Jahren ist es mir in Püttlingen gelungen, nahezu alle leerstehenden Ladenlokale wieder mit neuem Leben zu füllen. Die Herausforderung ist jetzt, sukzessive die Angebote in der Stadt anzusiedeln, welche die Bürgerinnen und Bürger sich wünschen. Ganz oben auf der Wunschliste der Bürger*innen stehen inhabergeführte Einzelhandelsgeschäfte mit Alleinstellungsmerkmalen und besonderen, individuellen Angeboten.

Was ist Ihr Wunsch für die Zukunft der Innenstädte?
Für die Zukunft wünsche ich mir klimaneutrale Innenstädte mit hoher Lebens- und Aufenthaltsqualität und vielen Grünflächen. Ich wünsche mir Innenstädte, in denen Kinder gefahrlos spielen können und in denen die Luft sauber ist. Innenstädte, die zum Verweilen einladen und einen attraktiven Mix aus Einkaufsmöglichkeiten, gastronomischen Angeboten, Dienstleistungen und Freizeitmöglichkeiten bieten. Ich wünsche mir Innenstädte, die nicht trennen, sondern verbinden, indem sie gut für den Menschen, das Klima, die Umwelt und die Wirtschaft sind.

Drei-Fragen-Interviews:

In den Drei-Fragen-Interviews stellen sich Woche für Woche verschiedene Menschen aus dem Stadtretter-Netzwerk vor. Sie sprechen über die Vorteile der Netzwerkarbeit, aber auch über die Herausforderungen und die Zukunft der Innenstädte in Deutschland. Mehr Informationen über das Netzwerk gibt es hier: www.die-stadtretter.de.