Harald Ortner, Geschäftsführer von HBB, nimmt im exklusiven HI HEUTE-Interview Stellung zu den Herausforderungen für sein Unternehmen und die Branche im zweiten Corona-Jahr.

Harald Ortner, Geschäftsführer von HBB. Foto: HBB

HI HEUTE: Welches sind Ihre drei wichtigsten Ziele für 2021?

Harald Ortner:
An erster Stelle steht die Bewältigung der Folgen der Pandemie. In diesem Zusammenhang steht ganz oben an, mit unseren Mietern partnerschaftliche Lösungen für die beiderseitigen Verluste aus den Lockdownzeiten zu finden und unsere laufenden Projekte ins Ziel zu bringen. Direkt danach kommt die Entwicklung von Strategien für die Neuaufstellung der Objekte nach der Pandemie. An dritter Stelle bemühen wir uns natürlich um das Neugeschäft, da jede Krise auch Chancen umfasst.

HI HEUTE: Was erwarten Sie, wie sich das Jahr - unter Berücksichtigung der Corona-Pandemie - speziell in Ihrem Geschäftsbereich entwickeln wird?

Harald Ortner:
Die Entwicklung und der Betrieb von Handelsimmobilien wird wegen der immensen Schäden, die durch die Ladenschließungen entstanden sind, insbesondere in den Objekten, die durch ihren Sortimentsmix stark betroffen waren, für alle Beteiligten zum echten Kraftakt. Wir haben festgestellt, dass unsere gemischt genutzten Objekte besser durch die Pandemie kommen als die reinen Handelsobjekte. Auch die Fachmarktstandorte haben, insbesondere, wenn sie einen Schwerpunkt in der Nahversorgung haben, eine geringere Betroffenheit. Schwer haben es Einkaufszentren, die schon vor der Pandemie ihre Probleme hatten.

HI HEUTE: Was wird sich vor allem verändern müssen, damit der stationäre Handel in Fußgängerzonen und Centern einen nennenswerten Stellenwert behalten wird?

Harald Ortner:
Es muss bei allen Beteiligten eine Rückbesinnung geben, dass Krisen nicht nur über Mietanpassungen gelöst werden können. Die Anpassung hinsichtlich des § 313 BGB war hier wenig hilfreich. Sowohl Mieter wie auch Vermieter müssen an ihren Konzepten arbeiten. Aber auch die Städte selbst und auch die Länder und der Bund sind in der Pflicht, einen Rahmen zu schaffen, der den Mietern und Vermietern einen Erfolg möglich macht. Ein Grundverständnis für die Situation ist zu erkennen – und das muss auf allen Ebenen ausgebaut werden. Ich bin optimistisch, dass uns dies gemeinsam gelingt.

Erstellt von tmü