Helmut Koprian in einem HI-HEUTE-Interview zum Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung

Helmut Koprian (Koprian iQ, Hamburg)

Die Unternehmensgruppe um die KOPRIAN iQ MANAGEMENT GmbH hat beim Amtsgericht Hamburg Anträge auf Eröffnung der Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung gestellt. Das Gericht hat mit Beschlüssen vom 30. März die vorläufige Eigenverwaltung angeordnet. Dazu sprach HI HEUTE-Chefredakteur Thorsten Müller in einem Kurzinterview mit Helmut Koprian, einem der beiden Geschäftsführer.

 

HI HEUTE: Herr Koprian, in den letzten Tagen wurde öffentlich, dass die KOPRIAN iQ MANAGEMENT GmbH in finanziellen Schwierigkeiten steckt. Ist dies, wie bei einigen anderen Unternehmen, die vom Einzelhandel leben oder damit zu tun haben, eine Folge von Corona oder sind ganz andere Ursachen dafür verantwortlich?

Helmut Korpian: Nein, die beantragte Insolvenz hat nichts mit Corona zu tun! Die beantragte Insolvenz hat einzig und alleine ihre Ursache in der nicht vertragsgemäßen Zahlung für den Geschäftsbesorgungvertrag und der offenen Fee für Vermietung, sowie in nicht bezahlten Personalkosten und Vorverauslagungen einiger Auftraggeber!

HI HEUTE: Sehen Sie Möglichkeiten, wie man der bedrohlichen Ist-Situation mittelfristig den Schrecken nehmen könnte? 

Helmut Koprian: Wenn alle Auftraggeber die Außenstände mit zusammen mehreren 100.000 Euro termingerecht und vertragskonform ausgleichen würden, dann hätten wir keine wirtschaftlichen Probleme. Vor allem weil, wir seit Bestehen der KOPRIAN iQ (2006) keinerlei Darlehen aufgenommen haben und seit 2006 nur mit Eigenkapital der Gesellschafter arbeiten.

HI HEUTE: Was erwarten Sie ganz persönlich – und realistisch betrachtet – wie es jetzt weitergeht? 

Helmut Koprian: Anfang Juni 2022 soll das Insolvenzverfahren eröffnet werden. Wir prüfen derzeit diverse Möglichkeiten und Konzepte!

 

 

Aktuell werden in der Unternehmensgruppe 7 Einkaufscenter, verteilt im gesamten Bundesgebiet, betreut. Die Unternehmensgruppe mit Standort in Hamburg hat einen Jahresumsatz von rund 6,5 Millionen Euro und beschäftigte zum Zeitpunkt der Antragstellung 63 Mitarbeiter. Im Zuge der Sanierung im Eigenverwaltungsverfahren soll die Unternehmensgruppe mittels Insolvenzplan rechtlich und wirtschaftlich so strukturiert werden, dass es für die künftigen Marktanforderungen optimal aufgestellt ist.

 

Erstellt von Thorsten Müller