Interview: Drei Fragen an Centerveranstaltungsprofi Randolph Hopp

Die Himmelsboten-Ausstellung der Agentur Randolph Hopp war schon in einigen Einkaufscentern zu erleben. Foto: Agentur Randolph Hopp

Das sog. „Erlebnisshopping“ gewinnt zunehmend an Bedeutung. Immer mehr Einkaufszentren in Deutschland richten Ihr Angebot darauf aus. Wir führten dazu ein Kurzinterview mit Randolph Hopp, Chef der gleichnamigen Agentur für Werbung, Dekoration und Veranstaltungen.

 

Erleben wir in Punkto Erlebnisshopping die „fortgeschrittenen Anfänge" einer völlig neuen Erwartungshaltung an Shopping Center?

Randolph Hopp:
Erlebnisshopping ist keine tatsächlich „bewusste“ Erwartungshaltung der Kunden und Besucher, aber ganz sicherlich eine heutzutage absolut notwendige Maßnahme. Zweifellos nimmt dies einen sehr positiven Einfluss auf die Entscheidung bei der Wahl Ihrer Einkaufsart und des Einkaufsortes. Da muss eine Verführung her, die stark genug ist, um dafür auf die Bequemlichkeiten des Online-Shoppings zu verzichten. Einen Mehrwert, welchen der Online-Handel (zumindest heute noch) nicht bieten kann.

Was glauben Sie, über wieviel Erlebnisshopping-Qualität verfügt Deutschland schon und wo sehen Sie die Einkaufszentren diesbezüglich in zehn Jahren?

Randolph Hopp:
Würden wir bereits über eine ausreichende Erlebnisshopping-Qualität verfügen, so wären die Diskussionen über den Online-Handel in unserer Branche wahrscheinlich nicht so präsent. Ganz klar wird es einige geben, die es schaffen werden – sei es durch Innovation oder durch Festhalten an Bewährtem – sich am Markt zu positionieren und einige leider auch nicht. Ich gehe stark davon aus, dass die Qualität des Erlebnisshoppings innerhalb der nächsten fünf Jahre darüber entscheiden wird, ob sich die Centerbetreiber noch mit den Herausforderungen und Trends der darauffolgenden fünf Jahre beschäftigen müssen.

 

Wenn Sie könnten, wie Sie wollten, welches Event würden Sie gern mal in einem Center umsetzen und wie würde das dann aussehen?

Randolph Hopp:
Sie werden lachen, wir können, wie wir wollen – und das tun wir auch. Jede unserer Ausstellungen, Aktionen und auch Dekorationen beginnt mit einer Idee, an die wir glauben. Unsere „HIMMELSBOTEN“ sind dafür ein sehr gutes Beispiel. Als wir von einer spannenden Schrift aus dem sechsten  Jahrhundert über die „Hierarchie der Engel“ erfuhren, ließ uns diese Thematik nicht mehr los. Obwohl wir nicht ausschließen konnten, dass es eventuelle Bedenken geben könnte, das Thema sei zu speziell oder gar zu weihnachtlich, hielten wir daran fest und legten los. Die Feedbacks bei jedem Einsatz dieser Ausstellung zeigen uns, dass wir genau richtig lagen. 

Erstellt von Thorsten Müller