Interview mit Michael Peter, geschäftsführender Gesellschafter des Projektentwicklers, der P&P Group zur Eröffnung des Urban Erlebnis Centers FLAIR Fürth

Michael Peter, geschäftsführender Gesellschafter der P&P Group. Foto: P&P

Anlässlich der unmittelbar bevorstehenden Eröffnung des Urban Erlebnis Centers FLAIR Fürth sprach HI HEUTE-Chefredakteur Thorsten Müller mit Michael Peter, geschäftsführender Gesellschafter der P&P Group, die die Revitalisierung der großen innerstädtischen Handelsimmobilie von frühester Planung an durchgeführt und verantwortet hat.

 

HI HEUTE: Die Planung und Fertigstellung des FLAIR weist im Vergleich zu den meisten anderen Shopping Center-Projekten – egal, ob Neu- oder Umbauten – zahlreiche Besonderheiten auf. Allein die schwierige Eigentümersituation vor Ihrer Übernahme kann man ohne zu übertreiben als Herkulesaufgabe für Ihr Unternehmen bezeichnen. Werfen Sie für uns bitte noch einmal den Blick zurück in die Anfangszeit Ihrer Planungen.

Michael Peter: Die „Reise“ begann vor ungefähr sechs Jahren. Damals interessierte uns als P&P Gruppe zunächst nur das ehemalige C&A-Gebäude, das ja direkt mit dem früheren City-Center verbunden war und im Grunde genommen nur Grund und Boden. Was wir mit dem Grundstück genau machen wollten, wussten wir damals überhaupt noch nicht genau.  Es gab einige Punkte, die eine spätere Nutzung – gerade hinsichtlich eines Einkaufscenterumbaus mehr als schwierig machten.

HI HEUTE: Was waren diese Punkte?

Michael Peter: Das war zum Beispiel das „Mauseloch“. Den damaligen Eingangsbereich mit ungefähr 2 x 2 Metern in der Schwabacher Straße konnte man wirklich nicht anders bezeichnen. Die Medien sprachen zu dieser Zeit vom „best-verstecktem Einkaufscenter Deutschlands“.  Heute bildet das gesamte erworbene Flurstück das Entree des FLAIR.

Die andere große Schwierigkeit lag in den Besitzverhältnissen. Das Einkaufszentrum gehörte einer Gemeinschaft von sage und schreibe 351 Eigentümern, die weltweit verteilt waren und erst einmal gefunden werden mussten waren. Am Ende sollte schließlich eine nur 30 qm große Fläche für den zumindest finanziell größten Aufwand sorgen. Wir sprachen in diesem Zusammenhang gern vom sogenannten „Schikanierzwickel“.

Aber mit der Zeit und der nötigen Beharrlichkeit fanden wir für alles eine Lösung und konnten gemeinsam mit der Stadtverwaltung auch Herausforderung in Sachen Denkmalschutz, Fußgängerzonenverlängerung oder Tiefgaragenintegration einvernehmlich meistern.

HI HEUTE: Als nach diesem Marathon endlich die Bauarbeiten starten konnten, kam dann auch nichts weniger als eine Pandemie dazwischen. Was wurde speziell dadurch erschwert und verändert?

Michael Peter: Es war eine Zeit des Zweifelns. Die unglaublich schwierige Gesamtsituation von Einzelhandel und Gastronomie stellte grundsätzlich das Projekt in seiner Realisierung in Frage. Aber mit dem Zweifel kam die Kreativität und diese geriet zum Glück immer mehr in den Vordergrund. Wir hatten schon vor der Coronakrise ein Center entwickelt, das viele moderne Aspekte berücksichtigte. Wir wollten eine neuartige Plattform für den Handel, aber vor allem auch eine Begegnungsstätte , in der die Menschen sich gern aufhalten. Kurz gesagt, es sollte das neue „Wohnzimmer der Stadt“ werden.

HI HEUTE: Und was passierte dann?

Michael Peter: Wir wussten durch Corona, wenn wir nachhaltigen Erfolg für das Center wollen, dann reicht das alles noch nicht aus. Wir wollten raus aus der Beliebigkeit, brauchten etwas, das die Aufenthaltsqualität noch einmal erheblich steigert und den Menschen zeigt, worin bei stationären Angeboten die eigentlichen Stärken liegen, nämlich sie mit allen Sinnen anzusprechen. Schließlich wurden wir fündig. Die beiden aus unserer Sicht entscheidenden Faktoren heißen „Erlebnis“ und „Attraktion“.

Unser Ziel ist, mit dem FLAIR eine lebendige Erlebnisplattform zu schaffen und durch die zahlreichen Angebote maximale Frequenzen zu generieren. Aktive Erlebnisse sind bei uns ein kostenfreier Indoor-Fitness-Parcours, ein 30 Tonnen schweres, europaweit einzigartiges  freistehendes Blockaquarium, eine stockwerkübergreifende Rutsche und als i-Tüpfelchen HOLOGATE WORLD FLAIR, die modernste interaktive Erlebniswelt Deutschlands, wenn nicht sogar in dieser Form weltweit. Mittlerweile hat sich auch Besuch aus den USA für diese Attraktion angekündigt.

Doch es gibt auch passive Erlebnismöglichkeiten. Dazu gehören primär der exzellente Mieterbesatz inklusive Food-Court und einer Außengastronomie mit großflächiger Bestuhlung, ein innovatives Innendesign mit Comfort-Lounges und inspirierende integrierte Kunst – innen wie außen etc. Mit alledem setzen wir völlig neue Standards in unserer Assetklasse.

HI HEUTE: Wie beurteilen Sie im Rückblick die Kooperation mit der Stadtverwaltung?

Michael Peter: Sie war entscheidend wichtig und war geprägt von Vertrauen, Verlässlichkeit und gegenseitiger Wertschätzung. Für mich ist ein Musterbeispiel für eine Kooperation und sie hat ein Ergebnis hervorgebracht, das einen großen Beitrag zur gesamten Innenstadtentwicklung darstellt. Die Verlängerung der Fußgängerzone und die gelungenen Platzgestaltungen tragen erheblich zu einer Aufwertung der Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum von Fürths City bei.

 

HI HEUTE: Wem werden Sie in Ihrer Eröffnungsrede einen besonderen Dank aussprechen?

Michael Peter: Ich habe mich unglaublich über die Rückenwind seitens der Bevölkerung gefreut. Aus Fürth, aber eigentlich aus der gesamten Region. Viele gute Ideen wurden uns zugetragen, was sehr sinnstiftend für die Einschätzung des Bedarfs und die das Willkommensein des gesamten Projekts war. Der Unterstützung aus Bürgerschaft und Politik im Zusammenspiel mit einer unglaublich starken Performance unseres gesamten Teams, bei der ich auch in schwierigen Phasen starke Charaktere erleben konnte,  gilt sicherlich mein stärkster Dank. Darin möchte ich aber auch die herausragende Leistung der Architekten rund um das Team von Jens Siegfried von ChapmanTaylor mit einschließen und last but not least meinen persönlichen Coach, der mir bereits seit vielen Jahren strategisch und privat neben meiner Familie ein wichtiger Ratgeber ist. 

Erstellt von Thorsten Müller