Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbands Österreich, spricht über seinen Weg zur Initiative Die Stadtretter und aktuelle Herausforderungen für die Innenstädte.

Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverband Österreich. Foto: Stephan Doleschal

Rainer Will, der Geschäftsführer des Handelsverbands Österreich, bekommt durch die Initiative Die Stadtretter wertvolle Anregungen für seine Arbeit. Zugleich lässt er seine Erfahrungen in das Netzwerk einfließen. Im Interview spricht er über aktuelle Herausforderungen der Innenstädte und erläutert, was er sich für deren Zukunft wünscht.

 

Warum sind Sie Stadtretter geworden?

Ich bin auf die Initiative #Stadtretter über mein LinkedIn-Netzwerk aufmerksam geworden und empfand die Plattform als ein Netzwerk, das tolle Chancen bietet, um unsere Städte und Kommunen in den Fokus zu rücken. Als einer von mehr als 800 Unterstützer:innen möchte ich die Initiative mit dem Know-how des österreichischen Handelsverbandes unterstützen, von Best Practices lernen und zu einem grenzüberschreitenden Austausch beitragen. Stadtinitiativen, die in Deutschland umgesetzt werden, können inspirierend für Österreich sein und das gilt genauso umgekehrt.

Vor welchen Herausforderungen stehen Sie, bzw. Ihre Kommunen?

In Österreich gibt es aufgrund der neun Bundesländer unterschiedliche Raumordnungen, die teilweise sehr restriktiv sind. Das macht es gerade in Innenstädten oft schwierig, Retail-Flächen sinnvoll zu bespielen. In vielen österreichischen Städten sehen wir uns außerdem mit schwierigen Parksituationen konfrontiert. Insbesondere in den städtischen B- und C-Lagen haben wir mit dem zunehmenden Leerstand zu kämpfen. Ich sage immer: "Der Handel kann ohne Stadt, aber die Stadt kann nicht ohne den Handel, denn sonst verödet sie." Das darf auf keinen Fall passieren und darum müssen alle Stakeholder ihre Köpfe zusammenstecken und gemeinsam zu einem vitalen Stadtzentrum beitragen.

Was ist Ihr Wunsch für die Zukunft der Innenstädte?

Es sollten mehr Begegnungszonen geschaffen werden, in denen der Handel Teil einer Erlebniswelt ist. Ich stelle mir einen Ort vor, den Menschen gerne besuchen - nicht nur um einzukaufen, sondern auch um eine schöne Zeit mit ihren Liebsten zu verbringen. Ein Hotspot, an dem Spontaneinkäufe möglich sind; ein Ort, an dem ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Handel, Gastronomie, Tourismus und anderen Angeboten wie Freizeiteinrichtungen und Märkten besteht – wo aber gleichzeitig genügend Grünflächen vorhanden sind.

Mehr Informationen zum Handelsverband Österreich finden Sie hier: www.handelsverband.at

Drei-Fragen-Interviews:

 

In den Drei-Fragen-Interviews stellen sich Woche für Woche verschiedene Menschen aus dem Stadtretter-Netzwerk vor. Sie sprechen über die Vorteile der Netzwerkarbeit, aber auch über die Herausforderungen und die Zukunft der Innenstädte in Deutschland. Mehr Informationen über das Netzwerk gibt es hier: www.die-stadtretter.de