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Von THORSTEN MUELLER
Die IPH Gruppe hat 2025 mit einer Reihe neuer Managementaufträge von sich reden gemacht. Was aber hat sich das Unternehmen für dieses Jahr vorgenommen und wie beurteilt es die Marktentwicklung und die Zukunft des Centermanagements? Anlass für ein Interview von HI HEUTE-Chefredakteur Thorsten Müller mit Geschäftsführer Lars Jähnichen.
HI HEUTE: 2025 dürfte für IPH ein sehr erfolgreiches Jahr gewesen sein. Wie fällt Ihre Bilanz aus?
Lars Jähnichen: Ja, wir blicken auf ein sehr erfolgreiches Jahr 2025 zurück. Die Nachfrage nach unseren Beratungsleistungen ist spürbar gestiegen, zugleich konnten wir neue Kunden gewinnen und vier zusätzliche Managementverträge abschließen. Besonders erfreulich ist, dass zahlreiche bestehende Mandate langfristig verlängert wurden – ein klares Zeichen des Vertrauens in unsere Arbeit.
Parallel dazu haben wir unser Team sowohl qualitativ als auch quantitativ weiter ausgebaut und zwei neue Geschäftsfelder etabliert. Operativ konnten wir mit einem Vermietungsergebnis von rund 90.000 Quadratmetern ein starkes Zeichen setzen. Auch inhaltlich und kommunikativ war 2025 ein wichtiges Jahr, etwa hinsichtlich unseres 16. Handelsimmobilienkongresses in München zusammen mit der BBE sowie mit unserer Mitwirkung am ZIA-Frühjahrsgutachten.
HI HEUTE: Wie beurteilen Sie aktuell die Marktsituation im Shopping Center-Segment? Worauf wird es in naher Zukunft besonders ankommen?
Lars Jähnichen: Das Shopping-Center-Segment präsentiert sich derzeit sehr differenziert. Auf der einen Seite gibt es ausgesprochen erfolgreiche Center, die proaktiv und professionell gemanagt werden. Dem gegenüber stehen Objekte, die mit strukturellen Herausforderungen kämpfen. Insgesamt ist die Assetklasse jedoch deutlich besser als ihr Ruf. Gut positionierte Shopping Center bleiben für differenzierende Mieter attraktiv – und damit auch für die Konsumentinnen und Konsumenten.
Zunehmend entscheidend ist die intelligente Nach- und Umnutzung von Retailflächen. Das erfordert eine sehr intensive Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Objekt, ein klares Nutzungskonzept sowie die Bereitschaft zu investieren. In diesem Kontext zeigt sich eine klare Polarisierung bei den Betreibern: Qualität in Beratung, Vermietungsmanagement, Centermanagement, Marketing und Technik werden bei der Auswahl eines Partners immer wichtiger.
In der Zukunft relevant bleiben nur klar positionierte und exzellent gemanagte Shopping Center. Spannend dabei ist aber, dass es sich keineswegs nur um Objekte in den großen Metropolen handeln muss. Auch in Kleinstädten kann ein Einkaufszentrum sehr gut funktionieren, wenn es sich gegenüber der lokalen Konkurrenz durchsetzen kann und Frequenzen aus dem Umland anzieht. Gleichzeitig gewinnen neue Ertragsquellen für Eigentümer an Bedeutung. Angesichts des hohen Refurbishmentbedarfs und der anstehenden Umnutzungen werden zudem die technischen Kompetenzen der Betreiber künftig eine deutlich größere Rolle spielen als bislang.
HI HEUTE: Ein Jahresbeginn bietet Unternehmen auch immer die Chance, firmeninterne Umstrukturierungen vorzunehmen. Ist diesbezüglich auch bei IPH etwas zu vermelden?
Lars Jähnichen: Ja, wir haben das Jahr 2025 bewusst genutzt, um unsere internen Strukturen weiterzuentwickeln. Ziel war es, unser Qualitätsversprechen noch effizienter umzusetzen und zugleich organisatorisch gut auf das erwartete Wachstum der kommenden Jahre vorbereitet zu sein.
Konkret haben wir neben zwei neuen Leistungsfeldern eine zusätzliche Führungsebene mit vier Direktoren etabliert. Diese tragen jeweils die Verantwortung für definierte Teile des von uns betreuten Shopping-Center-Portfolios und sorgen für klare Zuständigkeiten sowie kurze Entscheidungswege.
Darüber hinaus haben wir die fachlichen Leistungsschwerpunkte unserer Expertinnen und Experten noch klarer herausgearbeitet. Ergänzend dazu wurden unsere internen Tools in enger Zusammenarbeit mit der BBE weiterentwickelt, um Prozesse, Steuerung und Transparenz weiter zu verbessern.
HI HEUTE: Nehmen Sie uns mit in die kommenden Monate Ihrer Unternehmensaktivitäten: Was konkret steht an, welches sind Ihre wichtigsten Aufgabenstellungen und Ziele für 2026?
Lars Jähnichen: Die kommenden Monate stehen bei uns ganz im Zeichen der Umsetzung. Gemeinsam mit der BBE finalisieren wir aktuell unsere Prognose für das ZIA-Frühjahrsgutachten. Parallel schließen wir das Onboarding der Kamp Promenade in Osnabrück sowie des City Centers Bergedorf in Hamburg ab, deren Management wir zum 1. Januar 2026 übernommen haben.
In unserem Portfolio stehen unter anderem ein umfangreiches Refurbishment im Isenburg-Zentrum sowie die Vorbereitung einer strukturellen Neuausrichtung im City Center Bergedorf im Fokus. Gleichzeitig arbeiten wir bundesweit an weiteren Mandaten in den Bereichen Management, Vermietung und Beratung.
Ergänzend bereiten wir die MIPIM sowie eine Retail-Safari nach London vor und treiben intern neue Analyse- und Steuerungsinstrumente voran. Leitlinie für all diese Aktivitäten ist die konsequente Umsetzung unserer strategischen Ziele für 2026 und die nächsten Jahre.
HI HEUTE: Blicken wir ein Stückchen weiter: Denken Sie, dass sich das Center-Management-Geschäft noch einmal deutlich verändern wird – und wenn ja, in welche Richtung?
Lars Jähnichen: Ja, das Center-Management-Geschäft wird sich spürbar weiterentwickeln. Denn Qualität und Professionalität werden für Eigentümer immer stärker zum zentralen Entscheidungskriterium, an dem wir als Betreiber gemessen werden. Dabei sind alle Ebenen des Center Managements relevant – von der Kompetenz und Erfahrung des Personals über Beratung, Vermietung, Centermanagement, Marketing und technisches sowie kaufmännisches Property Management bis hin zu Netzwerken, Kreativität und Digitalisierung.
Gleichzeitig wird die Bedeutung von Nach- und Umnutzungskonzepten deutlich zunehmen. Denn es wird weiterhin Einzelhandelsflächen geben, die als solche nicht mehr benötigt werden. Die Erarbeitung und spätere Umsetzung passgenauer Nachnutzungskonzepte erfordert hohe Kompetenz, Kreativität und weitere Managementfähigkeiten, die künftig damit deutlich an Bedeutung gewinnen werden.
HI HEUTE: Wieviel Digitalisierung und KI steckt mittlerweile in den von Ihnen gemanagten Centern?
Lars Jähnichen: Digitalisierung und der Einsatz von KI sind für uns längst fester Bestandteil des Arbeitsalltags. Sie stecken heute in unseren Tools, in internen und externen Reportings und in vielen Prozessen, die Analyse, Steuerung und Entscheidungsfindung effizienter machen – sowohl auf Objekt- als auch auf Portfolioebene.
Bei aller digitalen Leistungsfähigkeit gilt jedoch: Der Mensch macht den Unterschied. Kreativität, Erfahrung und der fachliche Austausch unserer Expertinnen und Experten – auf Basis fundiert analysierter Daten – sind durch Technologie nicht ersetzbar. Genau diese Verbindung aus datengetriebener Intelligenz und menschlicher Kompetenz ist einer der wesentlichen Gründe, warum sich unsere Kunden immer wieder für die Zusammenarbeit mit unserer Firmengruppe entscheiden.
HI HEUTE: Was alles muss geschehen, damit 2026 für Sie ein erfolgreiches Jahr darstellt?
Lars Jähnichen: Ein erfolgreiches Jahr 2026 bedeutet für mich vor allem zufriedene Kunden und ein Team, das effizient und mit echter Freude zusammenarbeitet. Dazu gehören auch die eine oder andere spannende Akquisition sowie neue inhaltliche Impulse. Entscheidend ist am Ende aber, dass wir gemeinsam mit Begeisterung und Überzeugung an unseren Themen arbeiten.
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