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Markus Trojansky ist seit vielen Jahren als Geschäftsführer bei der Drogeriemarktkette dm zuständig für die Expansion des deutschen Filialnetzes. Wir sprachen für unser Produkt LEH-Radar mit ihm über die hohe gesellschaftliche Verantwortung von Nahversorgungsimmobilien.
HI HEUTE: Herr Trojansky, warum ist der Lebensmitteleinzelhandel aus Ihrer Sicht weit mehr als nur Versorgung?
Markus Trojansky: Der Lebensmitteleinzelhandel ist ein elementarer Bestandteil unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens. Menschen begegnen sich hier täglich – unabhängig von Herkunft, Einkommen, Alter oder Lebenssituation. Gerade in einer Zeit, in der viele Bereiche unseres Lebens digitaler, schneller und anonymer werden, bleiben unsere Märkte reale Orte der Begegnung und des menschlichen Austauschs. Bei dm-drogerie markt verstehen wir Handel deshalb nicht nur als wirtschaftliche Tätigkeit, sondern auch als gesellschaftliche Verantwortung. Der Mensch steht im Mittelpunkt unseres Handelns – sowohl unsere Kundinnen und Kunden als auch unsere Mitarbeitenden. Nicht ohne Grund begleitet uns seit vielen Jahren der Satz „Hier bin ich Mensch, hier kauf ich ein“. Er lehnt sich bewusst an Goethes berühmte Zeile aus dem Faust an: „Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein.“ Dahinter steckt eine klare Haltung: Menschen sollen sich willkommen, gesehen und respektiert fühlen – unabhängig davon, wer sie sind oder woher sie kommen.
HI HEUTE: Wie zeigt sich dieses Menschenbild konkret im Alltag der dm-Märkte?
Markus Trojansky: Wir möchten, dass sich Menschen bei dm nicht nur gut versorgt, sondern auch wohl und willkommen fühlen. Deshalb versuchen viele unserer Märkte bewusst Orte des kurzen Innehaltens und der Menschlichkeit zu schaffen. Dazu gehören beispielsweise Sitzgelegenheiten oder kleine Bänke, die zum Verweilen einladen. Gerade ältere Menschen oder Eltern mit Kindern schätzen solche Möglichkeiten sehr. Viele Märkte bieten zudem Wickeltische, Wasserspender oder stille Rückzugsorte für Mütter, die ihr Baby stillen möchten. Das sind auf den ersten Blick vielleicht kleine Dinge. Tatsächlich spiegeln sie aber eine wichtige Haltung wider: den Menschen mit seinen Bedürfnissen wahrzunehmen und ihm mit Aufmerksamkeit und Würde zu begegnen. Handel kann dadurch ein Stück Alltag menschlicher machen.
Darüber hinaus engagieren sich viele unserer Märkte auch bewusst in ihrem direkten lokalen Umfeld. Durch regionale Kassieraktionen und soziale Projekte möchten wir unsere Märkte stärker mit den Menschen vor Ort verbinden und einen Beitrag zum gesellschaftlichen Miteinander leisten. So konnten beispielsweise Aktionen gemeinsam mit Fury in the Slaughterhouse in Hannover Projekte für Bedürftige und obdachlose Menschen unterstützen. Ebenso engagierte sich Angelina Kirsch gemeinsam mit dm für den Tierschutz. Solche Aktionen schaffen Nähe und stärken die Verbindung zwischen unseren Märkten und den Menschen in der Region. Wir verstehen unsere Märkte nicht nur als Handelsstandorte, sondern auch als Teil des gesellschaftlichen Lebens vor Ort – als Orte der Begegnung, der Verantwortung und auch ein Stück Verheimatung.
HI HEUTE: Welche Rolle spielt dabei das Thema Demokratie und gesellschaftlicher Zusammenhalt?
Markus Trojansky: Demokratie lebt nicht nur von Institutionen, sondern vor allem vom täglichen respektvollen Miteinander. Sie lebt davon, dass Menschen einander zuhören, Unterschiede akzeptieren und sich gegenseitig mit Würde begegnen. Genau diese Vielfalt erleben wir jeden Tag in unseren Märkten. Der Handel verbindet Menschen im Alltag und schafft niedrigschwellige Teilhabe. Jeder Mensch soll sich willkommen fühlen – unabhängig von seiner Lebensgeschichte oder seinen persönlichen Voraussetzungen. Der Gedanke „Hier bin ich Mensch“ bedeutet für uns deshalb auch, gesellschaftliche Offenheit und gegenseitigen Respekt aktiv zu leben. Unsere Märkte sollen Orte sein, an denen ein wertschätzendes Miteinander selbstverständlich ist.
HI HEUTE: Was bedeutet „der Mensch im Mittelpunkt“ konkret bei dm?
Markus Trojansky: Für uns bedeutet das, Menschen nicht nur als Konsumenten oder Arbeitskräfte zu betrachten, sondern als Individuen mit unterschiedlichen Bedürfnissen, Talenten und Lebenswegen. Wir möchten Eigenverantwortung fördern und Menschen ermutigen, sich einzubringen und mitzugestalten. Das gilt intern genauso wie extern. Unsere Mitarbeitenden übernehmen Verantwortung, gestalten Prozesse mit und prägen durch ihre Persönlichkeit die Atmosphäre in unseren Märkten. Gleichzeitig möchten wir unseren Kundinnen und Kunden Orientierung, Verlässlichkeit und ein positives Einkaufserlebnis bieten. Der Satz „Hier bin ich Mensch, hier kauf ich ein“ beschreibt deshalb nicht nur eine Markenbotschaft, sondern auch ein gesellschaftliches Verständnis von Handel und Zusammenleben.
HI HEUTE: Welche gesellschaftliche Verantwortung trägt der Handel in herausfordernden Zeiten?
Markus Trojansky: Gerade in Zeiten gesellschaftlicher Unsicherheit sehnen sich viele Menschen nach Stabilität, Vertrauen und Verlässlichkeit. Der Handel ist für viele Menschen Teil ihres täglichen Lebensrhythmus. Deshalb tragen wir Verantwortung weit über die reine Versorgung hinaus. Es geht darum, respektvolles Miteinander vorzuleben, gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken und Menschen mit Wertschätzung zu begegnen. Unternehmen können einen wichtigen Beitrag leisten, indem sie Haltung zeigen, Dialog fördern und soziale Verantwortung übernehmen. Ich glaube, dass wirtschaftlicher Erfolg langfristig nur dort entstehen kann, wo auch Menschlichkeit, Vertrauen und gegenseitiger Respekt gelebt werden.
HI HEUTE: Welche Bedeutung haben lokale Märkte für Gemeinschaft und Teilhabe?
Markus Trojansky: Unsere Märkte sind fest in den Regionen und Nachbarschaften verankert. Viele Kundinnen und Kunden erleben dort persönliche Begegnungen, Gespräche und ein vertrautes Umfeld. Gerade ältere Menschen oder Menschen, die sich im Alltag manchmal isoliert fühlen, schätzen diesen persönlichen Kontakt sehr. Deshalb sehen wir unsere Märkte auch als soziale Orte im Alltag. Freundlichkeit, Aufmerksamkeit und echtes Interesse am Menschen können einen großen Unterschied machen – oft mehr, als man im ersten Moment denkt.
HI HEUTE: Was wünschen Sie sich für die Zukunft des Handels und der Gesellschaft?
Markus Trojansky: Ich wünsche mir eine Gesellschaft, die wieder stärker das Verbindende in den Mittelpunkt stellt. Wirtschaftlicher Erfolg und menschliche Werte dürfen kein Widerspruch sein. Unternehmen können und sollten dazu beitragen, dass Respekt, Solidarität und Verantwortung im Alltag gelebt werden. Für uns bei dm-drogerie markt bleibt der Mensch Ausgangspunkt unseres Handelns. Wenn es gelingt, wirtschaftliches Handeln mit Menschlichkeit, Teilhabe und gesellschaftlicher Verantwortung zu verbinden, dann kann Handel weit mehr sein als Versorgung – nämlich ein wichtiger Beitrag für eine lebendige, demokratische und offene Gesellschaft.
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