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06. Januar 2026

„Einkaufen, wie es ins Leben passt. Zukunft beginnt heute.“

EXKLUSIV-INTERVIEW MIT MARKUS TROJANSKY (DM)
Markus Trojansky
Foto: dm

Im Rahmen unseres vor wenigen Wochen erschienenen Digitalmagazins „What's new in 2026?“ führte HI HEUTE-Chefredakteur Thorsten Müller ein Interview mit Markus Trojansky. Er ist seit vielen Jahren bei der Drogeriemarktkette dm Geschäftsführer und verantwortet dort die Expansion und Filialinvestitionen.

HI HEUTE: dm hat auch in 2025 seine Expansion beachtlich fortsetzen können – auch wenn die Vorzeichen schon einmal besser waren. Worauf schauen Sie mit besonderer Freude diesbezüglich zurück? 

Markus Trojansky: Wir freuen uns sehr, dass dm-drogerie markt weiterhin sehr expansiv unterwegs ist, selbst unter herausfordernden Rahmenbedingungen. Besonders freut uns, dass wir bei Investoren und Vermietern nach wie vor als vertrauenswürdiger und bevorzugter Partner angesehen werden. Dies ist eine direkte Folge unserer kontinuierlichen und intensiven Kontaktarbeit, die sich nachhaltig auszahlt. Es bestätigt uns darin, dass unser fleißiges Tun in der engen Zusammenarbeit mit allen Beteiligten den Unterschied machen – und das motiviert uns, auch weiterhin mit vollem Einsatz an der positiven Entwicklung unserer Märkte mitzuwirken.

Gerne schauen wir auch auf die erfolgreiche Expansion von dm-drogerie markt nach Polen. Die Auslandsexpansion in neue Länder ist nicht nur eine spannende Herausforderung, sondern auch eine wertvolle Erfahrung die gezeigt hat, wie wichtig strategische Planung, interkulturelle Kompetenz und Teamarbeit für den nachhaltigen Erfolg sind. Die positive Resonanz des Marktes und das Wachstum von dm in Polen bestätigen, dass wir den richtigen Weg gegangen sind und treiben uns an, weiterhin mit Leidenschaft an solchen Vorhaben mitzuwirken.

HI HEUTE: Die Mietpreisverhandlungen dürften sicherlich in 2025 auch nicht einfacher geworden sein. Wie sieht da Ihre Wahrnehmung aus? Was hat sich in jüngster Zeit hier möglicherweise noch einmal ein bisschen verändert?

Markus Trojansky: Die konditionellen Fragestellungen unserer  Mitverhältnisse sind tatsächlich anspruchsvoller geworden. Wir beobachten, dass die Mieten weiterhin nur in eine Richtung tendieren – nach oben. Mit dem Effekt, dass anstelle der klassischen Nettomiete verstärkt mietfreie Zeiten, Baukostenzuschüsse oder flexiblere Laufzeiten in den Fokus geraten. Vermieter und Mieter suchen häufiger nach kreativen Lösungen, um Projekte wirtschaftlich abbilden zu können.

Getrieben wird diese Entwicklung vor allem durch gestiegene Baukosten und die veränderten Finanzierungsbedingungen. Banken fordern zunehmend höhere Eigenkapitalanteile und die Zinssätze sind deutlich gestiegen. Diese Faktoren führen neben gestiegenen Kosten für bspw. Instandhaltung und Energie dazu, dass Vermieter ihre Erwartungen an die Mieten entsprechend anpassen. 

Für uns heißt das, dass wir besonders genau abwägen müssen, wo und wie wir investieren, um weiterhin wirtschaftlich erfolgreich zu bleiben, ohne Kompromisse bei der Standortqualität einzugehen.

HI HEUTE: Bei Ihren Kundinnen und Kunden jedenfalls genießt dm weiterhin enormes Ansehen und erfreut sich hoher Beliebtheit, wie die jüngsten Erhebungen einmal mehr zeigen. Kann man das überhaupt noch steigern ?

Markus Trojansky: Unsere Kundinnen und Kunden haben dm in Deutschlands wichtigster Verbraucherbefragung, dem Kundenmonitor, zum beliebtesten stationären Handelsunternehmen gewählt. In der Hauptkategorie „Globalzufriedenheit“ erzielt dm mit 1,76 die Bestnote unter allen untersuchten stationären Händlern. In der Kategorie Drogeriemärkte bestätigt dm damit seine führende Position in Deutschland. In diesem Zusammenhang investieren wir erneut über einhundert Millionen Euro unter anderem in das Retail-Design unserer Märkte und rollen unser modernstes Ladenbild kontinuierlich aus. Dazu gehören optimierte Wegeführungen, verbesserte Orientierung im Markt und ein insgesamt noch komfortableres Einkaufserlebnis. Auch der konsequente Ausbau der Selfservice-Kassen geht weiter. 

Gleichzeitig sehen wir dies als Verpflichtung und Ansporn zugleich, unser Angebot und unsere Services kontinuierlich zu überprüfen und weiterzuentwickeln. Dabei spielt die verbesserte Verknüpfung von Online und Markt eine wichtige Rolle. Unsere Omnichannel-Angebote sollen noch nahtloser funktionieren und weiter ausgebaut werden: Bessere Verfügbarkeitsanzeigen, vereinfachte Bestell- und Abholprozesse sowie zusätzliche digitale Services, die den Einkauf im Alltag erleichtern. Die Dienstleistung dm-Express - der Kunde bestellt online und kann kurzfristig die Ware fertig gepackt in seinem bevorzugten Markt abholen - ist ein weiterer Baustein, dem Kunden zu ermöglichen bei dm einzukaufen, wie es ins Leben passt. Nämlich stationär, online oder über die Abholstationen in den Märkten. 

HI HEUTE: In der Presse wird rege über die Aktivitäten von dm im Gesundheitsmarkt in Verbindung mit dem Online-Angebot apothekenexklusiver und apothekenpflichtiger Artikel sowie verschiedener Gesundheitsservices berichtet ?

Markus Trojansky: Angesichts der steigenden Kosten im Gesundheitswesen wird deutlich, dass unser System grundlegend umdenken muss – weg von der reinen Krankheitsbehandlung hin zu mehr Vorbeugung und Gesundheitsförderung. Das wachsende Bedürfnis vieler Menschen, ihre Lebensqualität und ihr Wohlbefinden bis ins hohe Alter zu erhalten, sowie digitale Innovationen unterstützen diesen Wandel.

Es ist ein zentrales Anliegen von dm, für unsere Kunden die Gesundheitskompetenz stetig auszubauen. Daher erweitert dm sein Online-Angebot um apothekenpflichtige Produkte, vor allem rezeptfreie OTC-Medikamente und apothekenexklusive Kosmetik. Die Versandapotheke ist dabei nur ein Baustein, um Gesundheitsvorsorge und präventive Maßnahmen für Kunden zugänglich und erschwinglich zu machen. Im Rahmen dieser Strategie testen wir aktuelle eine Blutanalyse in ausgewählten Märkten. Dieses Angebot ergänzt das bestehende Gesundheitssystem und reagiert auf veränderte Kundenbedürfnisse. Zusätzlich werden weitere Services wie Haut- und Augenscreenings in den Märkten getestet.

Diese Maßnahmen sind eine logische Erweiterung unseres Fokus auf Gesunderhaltung, mit dem Ziel, unseren Kunden ein attraktives Gesundheitsangebot zu bieten und sie auf ihrem Weg zu mehr Prävention und Wohlbefinden zu unterstützen.

HI HEUTE: Was sind für 2026 bei Ihrer Standortsuche die wichtigsten Faktoren? Ist Mixed-Use weiterhin auch bei Ihnen ein wichtiger Trend?

Markus Trojansky: Für 2026 zählen bei unserer Standortsuche vor allem drei Faktoren: Die Lage, die Lage und nochmals die Lage – gepaart mit einem passenden Einzugsgebiet, das eine nachhaltige Kundenfrequenz ermöglicht. Besonders wichtig ist uns die stadtnahe Versorgung, damit wir für unsere Kundinnen und Kunden gut erreichbar sind.

Da dm als Mieter fungiert, ist Mixes-Use kein Konzept von dm selbst. Wir ziehen Mixed-Use-Projekte grundsätzlich dann in Betracht, wenn sie sich in einer sehr guten Lage befinden. Unsere Priorität liegt darauf, Standorte zu finden, die sich durch starke Erreichbarkeit und ein attraktives Umfeld auszeichnen.

Fachmarktstandorte wiederum sind für uns schon aus dem Selbstverständnis heraus, der führende discountierender Drogeriefachmarkt zu sein, sehr attraktiv und überdies definitiv der Kunden liebste Einkaufsstätte. Der Trend zur Individualmobilität verstärkt diese Entwicklung noch. 

HI HEUTE: Wie schauen Sie auf planungsrechtliche Aspekte? Hier könnte sich ja in diesem Jahr ein bisschen was verändern. Betrifft Sie das relevant? 

Markus Trojansky: 2026 steht voraussichtlich eine Novellierung des Baurechts an, die unter anderem zum Ziel hat, Baugenehmigungen schneller zu erteilen. Dies betrifft auch den Handel und dürfte daher direkt Einfluss auf unsere Expansionsmöglichkeiten haben. Derzeit ist eines der Hauptprobleme, dass Genehmigungsverfahren sich oft sehr langwierig gestalten oder generell herausfordernd sind. Mit den geplanten Änderungen erwarten wir, dass die Expansion im Einzelhandel insgesamt wieder an Fahrt gewinnt und wir unsere Standortentwicklung effizienter vorantreiben können.

HI HEUTE: Was müsste 2026 passieren, dass Sie völlig umhauen würde?

Markus Trojansky: Da wir bei allem was wir tun mit beiden Beinen fest auf dem Boden stehen, sind wir prinzipiell standhaft. Überdies gilt bei uns stets beharrlich im Bemühen und Bescheiden in der Erfolgserwartung zu bleiben. Aber natürlich würde es uns riesig freuen, wenn wir in 2026 einen spürbaren Wandel im Gesundheits- und Wohlfühlbereich erzielen. Also wenn wir es schaffen, unseren Kunden durch innovative Services und ein erweitertes Sortiment noch besser zu einem gesunden und bewussten Lebensstil zu verhelfen.

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