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Im Rahmen unseres vor wenigen Wochen erschienenen Digitalmagazins „What's new in 2026?“ führte HI HEUTE-Chefredakteur Thorsten Müller ein Interview mit Dr. Angelus Bernreuther. Er ist Head of Business Development bei der Deutschen Fachmarkt AG (DEFAMA).
HI HEUTE: Wie schauen Sie geschäftlich auf das Jahr 2025 zurück?
Dr. Angelus Bernreuther: 2025 war ein sehr gutes Geschäftsjahr für die DEFAMA. Wir freuen uns über bislang 16 Ankäufe zum Stand Anfang Dezember. Es sind gute Produkte im Value-Add Bereich bei Fachmärkten auf dem Markt, vor allem wenn man nicht nur auf lebensmittelgeankerte Immobilien abzielt. Wir konnten so beispielsweise ein Portfolio mit vielen Drogeriemärkten ankaufen. Diese schätzen wir ähnlich attraktiv ein wie den Lebensmittelhandel. Grundsätzlich freuen wir uns auch über eine gut gefüllte Ankaufspipeline. Es läuft bei Fachmärkten.
HI HEUTE: Was stimmt Sie zuversichtlich, dass 2026 (noch) besser wird und was stört oder behindert Ihre Arbeit?
Dr. Angelus Bernreuther: Anders als in anderen Asset-Klassen, wie etwa Büros, ist bei Einzelhandelsimmobilien ein gesunder Realismus eingekehrt. Nach der Corona-Pandemie, die viele Trends im Handel deutlich beschleunigt hat, sind Einzelhandelsstandorte und -konzepte sehr gut einschätzbar. Das zeigt sich auch in der Preisgestaltung. Ein deutlicher Vorteil für Investoren wie die DEFAMA, die einerseits die„ Asset-Management-Kompetenz im eigenen Hause haben und andererseits sehr schnell im Ankauf agieren können. Grundsätzlich beobachten wir aber, dass sich die Transaktionsdauer insgesamt verlängert.
HI HEUTE: Was wird bei DEFAMA in diesem Jahr weiter im Mittelpunkt stehen und was sich vielleicht ein bisschen verändern?
Dr. Angelus Bernreuther: Wir werden klar weiter unseren Fokus auf Opportunitäten bei Fachmärkten und Fachmarktzentren in Deutschland legen. Seit über zehn Jahren verfolgen wir als börsengelistetes Unternehmen erfolgreich den Kurs einer Buy-and-hold-Strategie. Unsere sehr hohe Vermietungsquote unterstreicht unseren Anspruch auf eine langfristige Perspektive mit stabilen Cash-Flows. Wir werden deshalb unser aktives Asset-Management weiter vorantreiben.
HI HEUTE: Wie bewerten Sie die Situation auf dem deutschen Markt rund um die von Ihnen ins Visier genommenen Handelsimmobilien im Vergleich zu anderen europäischen Nationen?
Dr. Angelus Bernreuther: Deutschland ist nach wie vor die wichtigste Volkswirtschaft in Europa. Investments in Fachmärkte und damit im weitesten Sinn immer in kurzfristige Bedarfsbereiche sind also grundsätzlich positiv. Fachmärkte befriedigen grundlegende Bedürfnisse, die in kurzen Zeitabständen und um einiges konjunkturunabhängiger befriedigt werden. Die Renditen für Einzelhandelsimmobilien sind dabei in letzter Zeit gestiegen, auch für Shopping Center. Es gibt natürlich weitere Ländermärkte, die derzeit unserer Beobachtung nach im Fokus paneuropäischer Investmentplattformen für Einzelhandel stehen, beispielsweise Italien. In unserem Segment der eher kleineren Fachmarktstandorte sehen wir aber in Deutschland auch für die Zukunft ausreichendes Marktpotenzial für weiteres Wachstum.
HI HEUTE: Welche Voraussetzungen sind für Sie bei der Standortsuche eigentlich nach neuestem Stand am wichtigsten?
Dr. Angelus Bernreuther: Da hat sich grundsätzlich wenig geändert: Lage, Mieterzufriedenheit und Flexibilität in der Nutzung. Gerade in Zeiten, in denen der Neubau fast zum Erliegen gekommen ist (und damit auch der klassische Core-Bereich), rücken beim Kunden eingeführte Standorte, die der Mieter einschätzen und über die man ggf. Revitalisierungspläne legen kann, in den Vordergrund. Übrigens per se auch ein ESG-Ansatz, aber auch eine Chance auf grüne Potenzialhebung. Etwa die Hälfte der DEFAMA-Standorte ist zum Beispiel schon mit Schnellladestationen für Elektroautos ausgestattet. Zusammen mit den Mietern macht bei Fortentwicklung von Standorten energetisch auch die Implementierung einer Wärmepumpe einen großen Hebel in Sachen ESG aus. Investitionen, die sich nicht nur für die Umwelt rechnen.
HI HEUTE: Gibt es eigentlich eine vom Unternehmen definierte Vision, wo DEFAMA 2030 stehen will und wenn ja, wie sieht diese aus?
Dr. Angelus Bernreuther: Ja, die gibt es. Bis zum Jahr 2030 wollen wir unser Portfolio auf eine halbe Milliarde Euro ausbauen. Derzeit sind es rund 350 Millionen Euro. Wir sind sehr zuversichtlich, dass unser Value-Add-Weg zusammen mit einem aktiven Management unserer Immobilien in enger Abstimmung mit unseren Mietern dabei weiterhin der richtige ist.
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