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Kaufland erweitert sein Filialkonzept um ein digitales Gesundheitsangebot. In einem zunächst wenig öffentlich kommunizierten Testlauf werden Apotheken-Terminals direkt in Märkten erprobt. Ziel ist, den stationären Einkauf enger mit pharmazeutischen Dienstleistungen zu verbinden und zusätzliche Services für Kundinnen und Kunden bereitzustellen.
Wie die Stuttgarter Zeitung berichtet, sind entsprechende Terminals seit mehreren Wochen in fünf Filialen in Baden-Württemberg im Einsatz. Die Geräte befinden sich im Eingangsbereich und ermöglichen es, Rezepte einzulösen sowie apothekenpflichtige Produkte zu bestellen. Kundinnen und Kunden können dabei zwischen einer Lieferung nach Hause oder einer Abholung an einem festgelegten Ort wählen. Das Angebot entsteht in Kooperation mit lokalen Apotheken, die die pharmazeutische Prüfung und Abwicklung übernehmen. Kaufland stellt lediglich die technische Infrastruktur bereit und fungiert nicht selbst als Anbieter von Arzneimitteln. Dieses Modell stellt sicher, dass bestehende regulatorische Rahmenbedingungen eingehalten werden.
Für das Unternehmen, das zur Schwarz-Gruppe gehört, ist das Projekt Teil einer umfassenderen Strategie. Filialen sollen zunehmend zu multifunktionalen Versorgungszentren weiterentwickelt werden. Zusätzliche Dienstleistungen gelten dabei als Mittel, um die Kundenfrequenz zu erhöhen und neue Besuchsanlässe zu schaffen. Besonders Gesundheitsangebote gelten als attraktiv, da sie regelmäßig nachgefragt werden und eine hohe Alltagsrelevanz besitzen. Das Konzept greift zentrale Entwicklungen im Gesundheitsmarkt auf. Die fortschreitende Digitalisierung, etwa durch das E-Rezept, erleichtert die Bestellung von Medikamenten. Gleichzeitig sinkt die Zahl stationärer Apotheken, insbesondere in ländlichen Regionen. Das Terminal-Modell verbindet digitale Bestellprozesse mit lokaler Versorgung und schafft so eine hybride Lösung.
Derzeit ist das Angebot auf wenige Standorte begrenzt. Ob eine Ausweitung erfolgt, hängt von der Akzeptanz bei den Kundinnen und Kunden sowie von der wirtschaftlichen Tragfähigkeit ab. Auch die Integration in bestehende Marktprozesse und die Zusammenarbeit mit Apothekenpartnern werden entscheidend sein. Mit dem Pilotprojekt unterstreicht Kaufland einen breiteren Trend im Handel: Unternehmen definieren ihre Rolle neu und ergänzen das klassische Warensortiment zunehmend um Dienstleistungen, die den Alltag der Kundschaft erleichtern. Die Kombination aus Einkauf und Gesundheitsversorgung könnte künftig ein wichtiger Bestandteil moderner Handelskonzepte werden.
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