Bundeskanzlerin Angela Merkel würdigte in einem Grußwort das Projekt "Stadtlabore für Deutschland".

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) würdigte in ihrem Grußwort bei Hauptversammlung des Deutschen Städtetags das Projekt der Stadtlabore. Foto: geralt / pixabay
Eine digitale Plattform soll die Ausgangsbasis für ein Leerstands- und Ansiedlungsmanagement sein. Grafik: IFH Köln

Nicht erst seit der Coronapandemie sind Innenstadtlagen gefordert, Vielfalt in Deutschlands Innenstädte zu bringen. Bisher fehlen die Steuerungsinstrumente sowie die Daten dafür. Jedoch ist Abhilfe in Arbeit: In einem Projekt für das Bundeswirtschaftsministerium erschafft das IFH KÖLN gemeinsam mit Modellstädten in ganz Deutschland und zahlreichen kompetenten Partnern eine Blaupause für digitales Leerstands- und Ansiedlungsmanagement.

In den nächsten drei Jahren ist mit der Schließung von rund einem Fünftel (80.000) der stationären Geschäfte zu rechnen. Kernfrage daher: Wie können Kommunen dieser drohenden Verödung entgegenwirken und gleichzeitig aktiv multifunktionale Stadtzentren, in denen Handel, Gastronomie, Kultur und Bildungsangebote zusammenspielen, gestalten? Mit dem Motiv einen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit der Innenstädte in Deutschland zu liefern, hat sich das IFH KÖLN daher mit "Stadtlabore für Deutschland: Leerstand und Ansiedlung" auf den Weg gemacht.

Digitale Plattform als Ausgangsbasis

Vitalität durch neue Mehrwerte für Büger:innen, neue Konzepte für mehr Vielfalt sowie Potenziale für neue Geschäftsmodelle sind das Ziel. "Multifunktionale Innenstädte ohne Leerstand, die sich auf Basis von Daten und einem echten Dialog zwischen Kommune und Immobilienwirtschaft vorausschauend weiterentwickeln, sind das Ziel eines modernen Leerstands- und Ansiedlungsmanagements und für das Bestehen vieler Stadtzentren erfolgskritisch", sagt Dr. Eva Stüber, Mitglied der Geschäftsführung am IFH KÖLN und in der Projektleitung engagiert.

Eine digitale Plattform ist dafür die Ausgangsbasis. Bis Ende 2022 werden standardisierte Prozesse, Abläufe und Tools entwickelt, die eine reibungslose und den Innenstadtkonzepten entsprechende Nachvermietungsstrategie ermöglichen. Adressaten der Plattform sind neben den Städten/Kommunen mit ihren Wirtschaftsförderungen vor allem auch Immobilienbesitzer:innen, Makler:innen, Kammern, Handel, Gastronomie sowie weitere zukünftig relevante Themenfelder für die Innenstädte.

Frühwarnsystem für Leerstand

Aus diesem Zusammenspiel ergibt sich ein innovativer Nachvermietungsprozess mit "Frühwarnsystem" bezogen auf drohenden Leerstand. Diese datenbasiere Technologiebasis befähigt die Akteure vor Ort schneller und passgenauer zu agieren. In den Modellstädten ist große Motivation bei der Verprobung zu spüren - wenn diese neue Herangehensweise auch mit großen Anstrengungen beim Aufbau verbunden ist. Erfordert die entstehende Transparenz auch Mut für die Umsetzung - doch die Akteure sind sich einig, dass dies der einzig zielführende Weg in die Zukunft ist.

Das vom BMWI geförderte Projekt wird nicht nur in den Modellstädten durch die örtliche Stadtspitze gestärkt und politisch gestützt. Anlässlich der 41. außerordentlichen Hauptversammlung des Deutschen Städtetags am 17. Nov. 2021 in Erfurt sprach Bundeskanzlerin Angela Merkel die Grußworte. In Ihrer Rede wurde nicht nur das Projekt der Stadtlabore benannt, sondern auch die Dinglichkeit rund um das Thema Innenstadt und Ansiedlungsmanagement wurde hervorgehoben. Die Berücksichtigung des Themas in der Rede der Bundeskanzlerin zeigt einmal mehr, wie wichtig hier Lösungsansätze sind und wie bedeutsam es ist, die Themen auch im Rahmen des Stadtretter-Netzwerks kontinuierlich zu behandeln.