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Die traditionsreiche Wäsche- und Modekette Herzog & Bräuer, die bundesweit nahezu 100 Filialen betreibt, hat erneut Insolvenz angemeldet. Für Mitarbeitende wie Kunden kommt die Nachricht mit besonderer Schwere – schließlich handelt es sich bereits um das zweite Insolvenzverfahren innerhalb von fünf Jahren. Nun liegen erstmals ausführlichere Informationen zum Hintergrund und zum weiteren Vorgehen vor.
Der Sanierungsprozess wird von der ABG Consulting-Partner GmbH & Co. KG begleitet. In einer umfangreichen Stellungnahme erläutert das Beratungshaus, dass Geschäftsführer Simon Leopold gemeinsam mit seinem Team eine tragfähige Restrukturierungsstrategie ausarbeitet. Ziel sei, das Unternehmen kaufmännisch zu stabilisieren und wieder auf eine wirtschaftlich belastbare Basis zu führen.
Die Gründe für die aktuelle Schieflage benennt die Mitteilung klar: Eine deutlich verhaltenere Konsumnachfrage nach der Corona-Pandemie, unerwartet niedrige Umsätze sowie ein spürbarer Anstieg der allgemeinen Kosten hätten das Geschäft erheblich belastet. Die Kombination dieser Faktoren habe letztlich die erneute Insolvenzanmeldung notwendig gemacht. Trotz des Verfahrens bleibt der operative Betrieb in allen Filialen aufrechterhalten. Die Löhne und Gehälter der insgesamt rund 400 Beschäftigten seien bis einschließlich Januar über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit gesichert.
Frank Herzog, einer der Geschäftsführer, zeigt sich in der Stellungnahme kämpferisch: „Auch wenn der Schritt in die gerichtliche Sanierung schwerfällt, sehen wir das Verfahren als Chance für einen Neuanfang. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir unser Unternehmen mit einer klaren Sanierungsstrategie und einer fokussierten Ausrichtung wieder stabilisieren können.“ Wie die zukünftige Ausrichtung von Herzog & Bräuer konkret aussehen soll, ist derzeit noch offen. Rechtsanwalt Stefan Ettelt von der Kanzlei Kulitzscher & Ettelt, der als Generalbevollmächtigter im Verfahren fungiert, betont, dass nun die „vielversprechendsten finanziellen und operativen Maßnahmen“ identifiziert und konsequent umgesetzt werden müssten. Der Prozess befinde sich in einer frühen Phase, sodass konkrete Schritte erst in den kommenden Wochen erwartet werden. Herzog & Bräuer war bereits im Jahr 2020 in die Insolvenz geraten. Das neuerliche Verfahren zeigt, wie fragil die Situation im Mode- und Textileinzelhandel vielerorts weiterhin ist.
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