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Die Goethestraße in Frankfurt am Main ist heute eine der elegantesten Einkaufsadressen Deutschlands. Was viele nicht wissen: Ihre Vergangenheit ist facettenreich – geprägt von biederem Handwerk, mondänen Kaufhäusern und so mancher Bausünde. Eine Rückschau auf eine Straße, in der sich Glanz und Alltag immer wieder neu begegnen.
Die heutige Goethestraße führt durch ein Gebiet, das bis ins 19. Jahrhundert eher dünn besiedelt und von kleinen, meist von Handwerkern bewohnten Häusern sowie größeren Höfen und Gärten geprägt war. Nach dem Abriss der mittelalterlichen Stadtmauern erhielt der klassizistische Umbau Schwung – bald wohnte das aufstrebende Frankfurter Bürgertum dort. Doch mit dem Verkehrs- und Bevölkerungsboom im späten 19. Jahrhundert waren die schmalen Gassen bald überlastet. Deshalb beschloss der Magistrat 1892 ein ambitioniertes Projekt: Den Bau einer neuen, 17 Meter breiten Straße – die Geburt der Goethestraße.
Mit erheblichen Investitionen wurde 1893/94 eine Schneise durch das Altstadtquartier gezogen: 37 Häuser mussten weichen, gebaut wurde im Stil des Historismus, mit Luxus im Sinn. Die Goethestraße verband fortan den Goetheplatz und den Opernplatz und wurde zur Bühne für Architektur und Geschäftshaus-Flair. Schon zehn Jahre nach Eröffnung war jeder Quadratmeter aufgekauft und bebaut.
Schon vor dem Zweiten Weltkrieg war die Goethestraße Heimat namhafter Galerien und exklusiver Geschäfte. Doch der Bombenkrieg zerstörte viele der prachtvollen Bauten. Der Wiederaufbau ab den 1950er Jahren prägt das Straßenbild bis heute: Nüchternheit dominiert, doch auch einige unter Denkmalschutz stehende Zeugnisse des Belle Époque-Glamours sind verblieben.
In der Goethestraße reihen sich heute internationale Luxusmarken aneinander, von Gucci über Cartier bis Prada und Versace. Die Mieten zählen zu den höchsten in Frankfurt – und sogar bundesweit steht die Goethestraße im Luxussegment weit oben. Die Straße ist ein Magnet für einkaufsfreudige Kunden aus dem In- und Ausland, was auch durch renommierte Makler bestätigt wird, die das Areal als eines der umsatzstärksten Einkaufsviertel Deutschlands einstufen.
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