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28. August 2025

Vom preußischen Glanz zum Shopping-Glitzer – der „Tauentzien“ in Berlin

Einst als Parade-Boulevard im Stil Pariser Avenuen geplant, heute die vielleicht quirligste Einkaufsmeile der Hauptstadt – der Berliner nennt sie schlicht „Der Tauentzien“. Von preußischen Generälen über Schwarzmärkte bis zum Kaufhausrausch: Die Geschichte des Tauentzien ist so bunt wie seine Einkaufstüten. 

Die Tauentzienstraße  wurde um 1890 angelegt – konzipiert jedoch schon in den 1860ern als Teil des sogenannten „Generalszugs“, einer Folge prächtiger Boulevards, benannt nach Feldherren der Befreiungskriege gegen Napoleon. Der zugehörige Name stammt vom preußischen General Bogislav Graf Tauentzien von Wittenberg. Die eher schlichte Anfangsnutzung als Wohnstraße verflog rasch mit dem Bau des legendären Kaufhaus des Westens (KaDeWe) im Jahr 1907, woraufhin der Tauentzien zum Magneten für Geschäfte und später für alle, die das Geld ausgeben konnten (oder zumindest wollten), wurde.

Im Laufe der Jahrzehnte bekam der Tauentzien einige Star-Attraktionen: Neben dem KaDeWe steht am Breitscheidplatz das markante Europa-Center, das in den 1960er-Jahren als Symbol für das neue West-Berlin entstanden ist. Im Ersten Weltkrieg flanierten hier Exilrussen zwischen Kaffeehäusern; in den Zwanzigern blühte der Schwarzmarkt. Nach der Kriegszerstörung wurde die Straße zügig zur Flanier- und Schaufenstermeile wiederaufgebaut. Der Filialisierungsgrad liegt heute bei satten 84,8% – also: Viel Kette, wenig Einzelstück, aber für den Konsum genau das richtige Pflaster.

Die große Frage: Seit wann ist der Tauentzien eigentlich Fußgängerzone? Die bodenständige Antwort – bislang überhaupt nicht komplett. Zwar wird regelmäßig (und teils sehr leidenschaftlich) über eine dauerhafte Sperrung für Autos debattiert, beschlossen wurde bislang nur Probephasen und temporäre Zuflussverbote für mehr Lebensqualität. Wer also heute 2025 über den Tauentzien bummelt, trifft nach wie vor Busse, Taxis und reichlich Lieferverkehr an – dazu viele, die hoffen, dass vielleicht „eines Tages“ hier tatsächlich ein Shopping-Spaziermeilen-Traum Wirklichkeit wir

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